„Fortsetzen“ gehört im Hauptmenü eines Einzelspielerspiels ganz nach oben. Wer seinen Spielstand laden will, sollte dafür keinen Umweg durch Neuigkeiten, Veranstaltungen und Shopangebote nehmen müssen. Diese Reihenfolge verrät ziemlich viel darüber, wessen Wünsche beim Entwurf des Menüs Vorrang hatten.
Über Menüs wird meist erst gesprochen, wenn sie nerven. Dabei verbringen wir reichlich Zeit damit: Ausrüstung wechseln, Spielstände suchen, Untertitel einstellen. Genau bei diesen wiederkehrenden Handgriffen lohnt sich Sorgfalt.
Wer sucht, weiß oft schon, was er will
Für einen gemeinsamen Abend sucht ihr vielleicht ein Spiel, das sich zu zweit auf einem Bildschirm spielen lässt. Dafür braucht eine Bibliothek einen entsprechend benannten Filter. Das Etikett „Mehrspieler“ ist zu grob: Es verrät noch nicht, ob beide auf derselben Couch sitzen können.
Bei Jackpot Casino geht es um die Auswahl von Casinospielen. Wer dort einen Titel im Kopf hat, möchte ihn gezielt auswählen; wer sich erst zwischen Spielarten entscheidet, braucht eine verständliche Gliederung. Ein Suchfeld und Kategorien erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Für einen brauchbaren Katalog gehören beide zusammen.
Auch innerhalb eines PC- oder Konsolenspiels sollte ein Menü solche Absichten aufgreifen. Wer ein Schwert ersetzen möchte, braucht dessen Werte neben denen der angelegten Waffe. Muss man erst eine Beschreibung schließen, die andere öffnen und sich dazwischen drei Zahlen merken, erledigt man die Vergleichsarbeit, die eigentlich die Oberfläche übernehmen könnte.
Ein Controller braucht mehr als andere Tastensymbole
Bei Baldur’s Gate 3 stehen im Kampf zahlreiche Zauber, Gegenstände und Aktionen zur Verfügung. Für die Controllerbedienung hat Larian diese Auswahl in anpassbare Radialmenüs gepackt. Das ist eine handfeste Antwort auf ein Eingabeproblem: Mit einem Stick lässt sich eine Richtung wählen, ohne einen Mauszeiger über kleine Schaltflächen schieben zu müssen. Das Rollenspiel behält dabei seine vielen Entscheidungen. Ihr kommt nur anders an sie heran.
Solche Anpassungen verdienen mehr Aufmerksamkeit als eine schicke Menüanimation. Gerade bei Aktionen, die ständig wiederkehren, summiert sich jeder zusätzliche Tastendruck. Und spätestens nach einer längeren Spielpause ist man froh, wenn die Beschriftung einer Taste erklärt, was sie tut, statt nur ein rätselhaftes Symbol anzubieten.
Für Einstellungen gilt derselbe Anspruch. Die Vorschau einer größeren Untertitelschrift gehört direkt neben den Regler. Ihr solltet dafür weder eine Zwischensequenz abwarten noch ausprobieren müssen, ob der Text vom Sofa aus endlich lesbar ist.
Im Koffer darf es ruhig eng werden
Resident Evil 4 hat einen guten Grund, euch länger im Inventar zu beschäftigen. Waffen und Vorräte liegen im Aktenkoffer, Gegenstände lassen sich drehen und verschieben. Das Sortieren verlangt Aufmerksamkeit, weil der Platz begrenzt ist. Was kommt mit, und wie passt es hinein? Damit wird der Koffer selbst zu einem kleinen Teil des Spiels.
Hier wäre ein möglichst rasches Wegklicken sogar schade. Das Herumräumen macht die begrenzten Vorräte greifbar. Ein umständlicher Waffenvergleich kostet hingegen Zeit, ohne eine zusätzliche Entscheidung beizutragen. Genau dort würde ich beim Vereinfachen ansetzen.
Überhaupt darf ein Rollenspiel viele Werte haben. Ich möchte sie vergleichen können, ohne nebenbei Buch zu führen.
Häufige Fragen zum Spieldesign
Warum ist Einfachheit beim Spieldesign wichtig?
Einfachheit hilft vor allem bei wiederholten Handgriffen: Wenn Ausrüstung und Vergleichswerte auf einem Bildschirm stehen, könnt ihr euch eine Folge von Klicks und das Merken von Zahlen sparen. Die Entscheidung über die passende Waffe bleibt bei euch; das Menü liefert die Informationen dafür an einem Ort.
Können einfache Spiele genauso fesseln wie komplexe?
Tetris kommt mit wenigen Grundregeln aus: Steine drehen, ablegen und vollständige Reihen bilden. Trotzdem verändert jeder abgelegte Stein die Möglichkeiten für den nächsten. Darin steckt genug Stoff für schwierige Entscheidungen unter Zeitdruck. Die Zahl der Regeln sagt deshalb wenig darüber aus, wie lange ein Spiel beschäftigt.
Wie verbessern intuitive Steuerungen das Spielerlebnis?
Wenn Bestätigen, Abbrechen und Blättern an vertrauten Stellen liegen, gehen diese Handgriffe irgendwann nebenbei. Dadurch könnt ihr beispielsweise zwei Rüstungen vergleichen, ohne bei jedem Wechsel erneut auf die Tastenhinweise am unteren Bildschirmrand zu schauen oder versehentlich den gesamten Ausrüstungsbildschirm zu schließen.
Was unterscheidet einfaches von minimalistischem Spieldesign?
Ein Menü mit fünf unbeschrifteten Symbolen sieht sparsam aus. Verständlich wird es dadurch noch lange nicht. Minimalismus betrifft die Reduktion der Gestaltung; einfache Bedienung bemisst sich daran, wie gut man eine Aufgabe erledigen kann. Manchmal macht ein zusätzliches Wort unter jedem Symbol den entscheidenden Unterschied.