Anomaly President im Early Access Test

Stürzt die korrupte Regierung in einem rasanten roguelike Early Access Prügelspiel. In Anomaly President baut ihr eine Basis voller süßer Fluffies und prügelt euch auf brutale Weise durch Horden an tödlichen Gegnern.

Nachdem die türkischen Entwickler von Phew Phew Games im Jahr 2024 mit Anomaly Agent einen Überraschungshit (aktuell Sehr Positiv auf Seam, bei fast 10.000 Reviews) abgeliefert haben, ist nun mit Anomaly President die Fortsetzung erschienen. Während Anomaly Agent noch ein relativ lineares Beat em Up (mit roguelike Elementen) war, verfügt nun Anomaly President über ein deutlich erweitertes Gameplay und ist sozusagen full roguelike gegangen. Einerseits spielt ihr ein 2D Prügelspiel mit vergleichsweise komplexen Handlungsmöglichkeiten, andererseits baut ihr aber euch eure fahrende Basis kontinuierlich aus. Auch die regelmäßigen Wahlmöglichkeiten bei Gesprächen während dem Spiel waren beim Vorgänger nicht vorhanden. Anomaly President verkauft sich offensichtlich sehr gut – die Entwickler haben bereits den Verkauf von über 10.000 Einheiten bekannt gegeben. Nicht schlecht für ein vor vier Tagen im Early Access erschienenes Indie-Spiel.

Prügeln und Bauen

Euer Vater will zum Präsidenten gewählt werden. Die derzeit an der Macht befindliche Regierung findet das aber nicht so toll und will euren Vater mit allen Mitteln daran hindern. Also vor allem mit brutaler Gewalt. Das könnt ihr natürlich nicht zulassen, und so befreit ihr euren Vater aus der Gefangenschaft und prügelt die Schergen des Regimes tot. Nicht nur mit den Fäusten, sondern mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln und im Regelfall überaus brutal. Ihr schneidet ihnen den Hals durch, zerquetscht ihren Kopf mit euren Füßen oder ballert sie über den Haufen. All das in herrlicher Pixel Art Grafik, aber trotzdem nichts für zart besaitete Spieler. Schlagt zu, benutzt eure besonderen Kräfte (je nach eurem aktuellen Build), pariert gelb aufblitzende Angriffe mit der richtigen Taste, weicht rot aufblitzenden Angriffen rechtzeitig aus. Reines Button Mashing wie bei manchen anderen Prügelspielen funktioniert hier nicht. Springt auf Plattformen, rutscht an Seilen entlang, schmeißt herumliegende Fässer auf eure Gegner. Spielt reaktionsbasierte Minispiele, holt euch temporäre Upgrades, besiegt riesige Bossgegner. Wenn ihr zum Krüppel geschlagen werdet, retten euch die Fluffies, eure kleinen Freunde, und peppeln euch in der Basis wieder auf – damit ihr (beliebig oft) einen weiteren Versuch starten könnt – ohne den im letzten Run gesammelten Verbesserungen.

Zwischen den Missionen baut ihr eure Wahlkampf-Basis aus. Eure Basis ist ein fliegender Bus, der durch das Land (und von Mission zu Mission) tourt. Der Bus ist zum Glück recht stabil, und ihr könnt während der Fahrt Raum um Raum (Schmied, Krankenstation, Küche, Druckzentrum, Überwachungszentrum, Stauräume, Schlafräume, Senderaum und noch einiges mehr) einfach oben am Dach anbauen, bis ihr mehr Räume als ein Wolkenkratzer (inklusive Aufzügen) auf eurem Bus herumführt. Ihr braucht nur diverse Ressourcen, die ihr aus den Missionen mitbringt. Geld, Baumaterialen und vor allem auch Fluffies. Diese kleinen Wesen unterstützen eure Wahlkampagne nämlich tatkräftig, und ihr müsst sie den verschiedenen Räumen zuweisen, damit sie dort für euch arbeiten. Verbessert die Räume, verbessert eure Figur in einem umfangreichen Upgradebaum, produziert Ressourcen, schickt Fluffies auf Missionen, haltet Wahlkampfveranstaltungen, beschenkt eure potentiellen Wähler, eliminiert die Minister der aktuellen Regierung – so ein Wahlkampf ist recht abwechslungsreich.

Early Access

Anomaly President ist im Early Access erschienen – die Entwickler programmieren also noch am Spiel herum. Die Arbeiten am Spiel sollen noch mindestens ein Jahr dauern. Es ist aber schon heute möglich, das gesamte Spiel durchzuspielen. Die Entwickler arbeiten also vor allem daran, die vorhandenen Inhalte weiter zu verbessern und neue Details und Optionen hinzuzufügen. Auch das Ende ist noch nicht ganz final. Um euch den Kauf bereits jetzt schmackhaft zu machen, soll der Preis im Laufe der Entwicklung erhöht werden. Für die weiteren Entwicklungsschritte gibt es bereits eine veröffentlichte Roadmap – immer ein gutes Zeichen. Nachdem die Entwickler bereits einen tollen und erfolgreichen Vorgänger veröffentlicht haben und da sich Anomaly President aktuell gut verkauft, sind die Chancen meines Erachtens sehr hoch, hier am Ende der Entwicklung ein wirklich ausgereiftes Spiel zu erhalten. Ein gewisses Restrisiko bleibt bei Early Access aber immer bestehen.

Anomaly President ist (nur) für den PC erhältlich. Es funktioniert herrlich auf meinem Lenovo Legion Go Handheld, es ist auch offiziell Steam Deck verified. Am normalen PC wird natürlich ein Gamepad unterstützt, es läuft auch auf meinem 21:9 Monitor – allerdings mit schwarzen Balken auf den Seiten (2560×1080) oder gestreckt (2560×1440). Die Hardwareanforderungen sind generell extrem niedrig: Mindestens eine GeForce GTX 660 / Radeon HD 7870 Grafikkarte und ganze 4 GB RAM im Rechner.

Zusammenfassung

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