Die Menschheit benötigt Ressourcen! Die Aliens wollen die aber nicht rausrücken. Werdet zum Retter der Menschheit und besiegt die außerirdische Brut in einem epischen Science-Fiction Echtzeitstrategiespiel am PC. Oder spielt im kooperativen oder kompetitiven Mehrspielermodus. ZeroSpace ist im Early Access auf Steam erschienen.
Ich habe mich bereits 1992 beim Klassiker Dune II mit dem Echtzeitstrategievirus infiziert. Seit dem gibt es so gut wie kein Spiel aus dem Genre, das ich nicht gespielt habe. Nichts war vor mir sicher, und schon gar nicht die großen Serien wie Age of Empires, Command & Conquer, Homeworld, Stronghold, Total Annihilation oder Warcraft. Nach dem riesigen Boom der Echtzeitstrategiespiele (RTS – real-time strategy) Anfang dieses Jahrhunderts ist es aber wieder ein wenig ruhiger um das Genre geworden – es kamen zwar immer wieder gute Spiele heraus, aber nicht mehr im Wochenrhythmus, sondern eher im Jahresrzyklus. In letzter Zeit gab es im Sci-Fi Bereich gute Releases wie Tempest Rising, Terminator: Dark Fate – Defiance oder Starship Troopers: Terran Command. Alle drei sind ziemlich gut, aber keines davon erinnert so direkt an den Megahit Starcraft. Und genau davon würde ich mir eine Fortsetzung wünschen – auf die ich aber wohl ewig warten kann.
Und genau in diese Bresche springt ZeroSpace. Wenn ihr wie ich Sehnsucht nach einem guten Starcraft-Klon habt, könnte das was für euch sein. Es ist zwar kein Starcraft 3 – aber schon verdammt nahe dran.
Starcraft
Im Jahr 2700 kämpfen die Menschen und diverse Alienrassen um die Vorherrschaft im Weltall. ZeroSpace hat 4 Hauptfraktionen. Es gibt die Grell – eine Art invasive Insektenrasse, die die Pflanzenwelt mutiert und ihre Gegner überrennt. Wie die Zerg in Starcraft. Dann gibt es die Xol (aktuell noch in beta), die aus flexiblen polymeren Metallen bestehen und sich miteinander vereinen können, um immer komplexere Einheiten zu bilden. Zumindest eine gewisse Ähnlichkeit mit den Protoss kann man hier durchaus erkennen. Bei Bedarf können sie sich auch wieder in kleinere Einheiten zerlegen. Dann gibt es mit der Legion eine fanatische religiöse menschliche Fraktion, die vor allem die Xol ausrotten wollen. Und wir beginnen die Kampagne als Soldaten des Protektoriates, der menschlichen Allianz zum Schutz der Grenzwelten. Die Truppen des Protektoriates ähneln natürlich den Terranern aus Starcraft.
Wie spielt sich nun das Game? Nunja, wer Starcraft kennt wird rasch ins Spiel finden. Das Protektoriat spielt sich wie die Terraner. Ausgehend von eurer Basis baut ihr neue Gebäude, mit denen ihr sowohl Einheiten bauen als auch Forschung betreiben könnt. Ihr benötigt Depots um die Anzahl eurer Einheiten zu erhöhen, ihr benötigt Rohstoffe (Hexite und Flux), um Produktion und Forschung zu betreiben. Schickt Sammler zu den Fluxkristallen, baut Türme auf den Hexitfeldern. Panzer, Mechs, Infanterie, Artillerie, Kampfflieger – die Einheiten sind leicht zu verstehen. Die Grell verbreiten ihre Biomasse über die ganze Karte und produzieren bei Bedarf Massen an kleinen Einheiten. Die Xol – eine AI die irgendwann eigenständig denken lernte – bedeckt die Umgebung ihrer Basis mit flüssigem Metall. Die Legion wiederum fokussiert sich auf ihre Heldeneinheiten und kann als einzige Faktion zwei davon gleichzeitig im Spiel haben.
In der Kampagne spielen wir das Protektoriat. Wir benötigen Flux, einen Rohstoff, der das Reisen im Weltall möglich macht und den es nur auf bestimmten Planeten gibt, die aber von den Grell bewohnt – und verteidigt – werden. In einer Schlacht nehmen wir ein besonderes Wesen gefangen, das wir nun auf eine entfernte Weltraumstation bringen müssen. Die Reise verläuft natürlich nicht planmäßig. Zuerst retten wir Kolonisten von einem abgelegenen Siedlungsplaneten, danach wird unser Raumschiff von feindlichen Einheiten gestürmt und wir kämpfen, um es wieder unter Kontrolle zu bekommen…
Early Access
ZeroSpace ist noch nicht fertig – und das merkt man dem Spiel auch an. Nicht wenn man direkt in einer Mission im Spiel ist, das läuft nämlich bereits super. Aber in den Menüs außerhalb ist das Spiel noch eine Baustelle. Der Modus Galactic War beispielsweise – ein konstanter Mehrspielermodus – ist noch in Entwicklung, ebenso unzählige weitere Details. Es gibt eine umfangreiche Roadmap, die die geplanten Features aufzählt. Die Kampagne besteht aktuell aus 11 Missionen, weitere kommen aber laufend hinzu. 15 sind für die Hauptstory geplant, dazu noch einige Nebenmissionen. Außerdem enthält das Spiel aktuell bereits 10 Koop-Missionen mit prozeduraler Generierung. Es gibt zudem einen Gefechtsmodus, in dem ihr gegen die KI in 8 Schwierigkeitsstufen oder gegen andere Spieler antreten könnt. Zur Auswahl stehen 4 Hauptfraktionen, 6 Söldnerfraktionen und 10 Helden – insgesamt über 90 einzigartige Einheiten und Helden. Es gibt einen 1v1 und 2v2 Modus, ihr könnt auch alleine oder im Koop gegen die KI antreten, es gibt einen Koop Survival Modus (beta). Die Entwickler planen, noch mindestens ein Jahr im Early Access zu bleiben.
Die Hardwareanforderungen sind zumindest eine Nvidia 1080 Ti oder RX 5700 Grafikkarte und 16 GB Speicher. Gesteuert wird mit Maus und Tastatur, Gamepad ist nicht vorgesehen. Speicherstände im Internet werden derzeit nicht unterstützt, mein 21:9 Monitor (3440×1440) hingegen schon.
Zusammenfassung
FAZIT
Ich bin bereits jetzt happy mit ZeroSpace. Endlich wieder ein guter Starcraft Klon! Die Kampagne mit ihrer spannenden Story ist bereits gut ausgearbeitet – inklusive Zwischensequenzen und Multiple-Choice Gesprächen zwischen den Missionen. Wenn ihr auf Sci-Fi Echtzeitstrategie steht – schaut euch ZeroSpace näher an. Natürlich weiss man nie, in welchem Zustand ein Early Access-Spiel schlussendlich enden wird, aber Spaß macht die Kampagne von ZeroSpace bereits heute. Auch der Mehrspieler-Teil schaut bereits gut aus und bietet einiges an Inhalten und Möglichkeiten – aber natürlich ist die Spielerzahl im Internet noch überschaubar. Meine 1v1 Mehrspielerpartien waren bisher immer gegen die KI. Ist aber vermutlich eh besser so, denn so habe ich wenigstens nicht immer in kürzester Zeit verloren.