Wolltet ihr immer schon einmal die mysteriösen Necrons selber spielen? Dann schaut euch Warhammer 40,000: Mechanicus II an – das bietet nämlich erstmals eine vollständig spielbare Necron-Kampagne am PC und auf Konsolen!
Nur acht Jahre nach dem fantastischen Vorgänger war es so weit – Warhammer 40,000: Mechanicus II ist endlich erschienen. Kasedo hat die Fortsetzung eines der besten Runden-Strategiespiele der letzten Jahre veröffentlicht. Ihr könnt in dem in Frankreich von Bulwark Studios entwickelten Spiel wieder in das Warhammer 40.000 Universum eintauchen und eure Einheiten taktisch klug über das Spielfeld bewegen. Diesmal könnt ihr das Kommando über zwei Fraktionen übernehmen: Entweder über die uralten und unsterblichen Legionen der Necrons oder über die techno-religiösen Anhänger des Omnissiah.
Vargard Nefershah, eine uralte Anführerin der Necrons, wird in ihrem Cryo-Tempel von einem Schädlingsbefall (aus ihrer Sicht) aus ihrem Jahrtausende andauernden Schlaf geweckt. Zeit das Ungeziefer auszurotten!
Der Kampf um Hecatus IV
Zu Beginn stehen vier Schwierigkeitsgrade zur Auswahl – von Narrativ bis hin zu Grim Darkness. Ich habe mich für Normal entschieden. Die Kampagne spielt auf dem verwilderten Planeten Hecatus IV, der ein neuer Forge-Planet (Fabrikwelt – voll mit Fabriken zur Produktion von technischen Geräten) für die Adeptus Mechanicus werden soll. Wir bekommen den Auftrag, eine alte Ruine zu erforschen. In dem alten Tempel erwecken wir jedoch unbeabsichtigt die Necrons, für die Hecatus IV ein heiliger Grab-Planet ist. So kommt es zum Krieg zwischen den neu gelandeten Mechanicus und den aus langem Schlaf aufgeweckten Necrons, die ihren Planeten bis zum letzten Krieger verteidigen werden um dann die ganze Galaxie zu unterwerfen… naja, man muss halt ambitionierte Pläne haben. Wir erleben die Geschichte aus der Sicht beider Fraktionen. Beide Kampagnen erzählen die gleiche Geschichte – aber aus unterschiedlichen Perspektiven. Interessanterweise spielt ihr zu Beginn nicht zuerst die Kampagne der einen Fraktion, dann die der anderen. Ihr spielt die Geschichte anfangs abwechselnd aus der Sicht beider Seiten, mal die eine, dann die andere Fraktion. Nach dem Ende des Prologes beginnt das eigentliche Spiel – nun wählt ihr eure Seite und kämpft auf der Planetenkarte um die Vorherrschaft. Erobert Gebiete, baut eure Truppen aus. Die Necrons befinden sich in einer defensiven Rolle und versuchen, ihre Grabstätten zu verteidigen, während sich zunehmend mehr von ihren Streitkräften in den Kampf stürzen. Die Adeptus Mechanicus hingegen konzentrieren sich darauf, in verschiedenen Gebieten Ressourcen zu produzieren, um so über stärkere Einheiten auf dem Schlachtfeld zu verfügen. Ihr wählt eine Mission, die dann aus mehreren Kämpfen und Zwischensequenzen besteht, wobei beschädigte Einheiten in den nächsten Kampf mitgenommen werden. Vor der Mission stellt ihr die Truppen zusammen, die an der Mission teilnehmen sollen.
In den runden-basierten Kämpfen steuern wir einzelne Einheiten. Eurer Held muss überleben, andere Einheiten können geopfert werden, solange das Gefecht gewonnen wird. Anfangs könnt ihr eure Einheiten platzieren, zusätzliche Einheiten kommen gegebenenfalls als Verstärkung zum Ersatz von Verlusten während des Kampfes hinzu. Jede Einheit kommt jede Runde zum Zug. Auf der rechten Seite seht ihr eine Zeitlinie, welche Fraktion wann zum Zug kommt. Ungewöhnlicherweise könnt ihr – wenn ihr am Zug seid – entscheiden, welche eurer Einheiten den Zug durchführt. Ihr könnt Einheiten bewegen oder eine Waffenfähigkeit einsetzen (was den Zug für die Einheit beendet). Manche Einheiten haben auch besondere Fähigkeiten, manche haben auch eine Panzerung, die erst zerstört werden muss. Dazu kommen besondere fraktionsabhängige Möglichkeiten. Einheiten können hinter Mauern in Deckung gehen – diese Mechanik gab es im Vorgänger noch nicht. Insgesamt spielen sich die Kämpfe recht flüssig – Einheit auswählen, bewegen, schießen… wer vergleichbare Spiele kennt, kann sofort loslegen. Während andere Games mit der grundsätzlich selben Grundmechanik unheimlich zäh sein können, war dies bei Warhammer 40,000: Mechanicus II nicht der Fall. Selbstverständlich kommt sehr schnell eine gewisse Komplexität ins Spiel – welche Einheit bewege ich wann wohin, welche Aktion führe ich aus? Ohne Taktik wird das nichts.
Decisions, decisions
Auch außerhalb der Kämpfe müsst ihr Entscheidungen treffen. Zwischen den Kämpfen wird die Geschichte erzählt – und immer wieder angehalten, damit ihr Entscheidungen im Multiple-Choice Verfahren treffen könnt. Eure Entscheidungen haben selbstverständlich Konsequenzen – beispielsweise erhalten die Gegner im nächsten Gefecht weniger Nachschub.
Eine große Neuheit in Warhammer 40,000: Mechanicus II sind die Stützpunkte auf dem Planeten, die ihr genau wie eure Einheiten aufbauen und verbessern könnt – und zwar sowohl auf als auch unter der Oberfläche des Planeten. Dabei ist es hinsichtlich Boni und Verbesserungen wichtig, wo ihr eure Anführer auf der Karte platziert – wer aber die Aufgabe übernimmt, eine Stellung zu halten, ist nicht für den Einsatz in der Schlacht verfügbar. Die beste strategische Verwendung jeder eurer Einheiten ist entscheidend, wenn ihr gewinnen wollt. Ihr könnt die Karte bei den Kämpfen in alle Richtungen drehen, was sehr nützlich ist, um eine gute Übersicht über das Gefechtsfeld zu erlangen. Mit dem Mausrad könnt ihr näher an das Geschehen heranzoomen. Controller werden unterstützt, ich habe aber mit Maus + Tastatur gespielt. Mein 3440×1440 Monitor hat sich bei dem Spiel natürlich auch bewährt, der Bildschirm wird voll ausgenutzt.
Die Hardwareanforderungen an euren Rechner sind durchschnittlich – bereits eine NVIDIA GeForce GTX 660 (6GB) oder AMD Radeon RX-5600 XT (6GB) reciht aus, dazu aber mindestens 12 GB RAM. Ich würde die Framerate (in den Optionen) beschränken, ohne Beschränkung hat der Lüfter in meinem Rechner fast einen Herzinfakt erlitten. Neben dem PC gibt es Warhammer 40,000: Mechanicus II auch für die PlayStation 5 und die Xbox X|S.
Zusammenfassung
FAZIT
Warhammer 40,000: Mechanicus II ist ein solides rundenbasiertes Strategiespiel. Eine Story, aber zwei spielbare Fraktionen, zwei storybasierte Kampagnen, zwei völlig unterschiedliche Spielstile. Eine spielbare Fraktion sind die Adeptus Mechanicus, Menschen, die durch Technik verbessert wurden und den Maschinengott anbeten, und die andere Fraktion sind die Necrons, ihre Erzfeinde. Auch die haben ein wenig zuviel Blech im Körper, es ist eine Rasse von untoten Killermaschinen aus lebendem Metall, die vor Jahrmillionen die Galaxis beherrschten. Wer diese beiden Fraktionen durch eine lange Einzelspieler-Story begleiten will, liegt bei Warhammer 40,000: Mechanicus II richtig. Es ist einfach cool, mit den Necron Soldaten langsam aber unaufhaltsam und ohne auf Deckung zu achten vorzurücken – es war an der Zeit, dass man diese Fraktion auch selbst spielen kann!