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Alienware M15 Ryzen im Test

AMD-Prozessor, Nvidia-Grafik, schnelles Display, schickes Gehäuse. Alienwares M15 Ryzen Edition verspricht ein potenter Begleiter für mobile Gamer zu sein, auch wenn nicht aus jeder Rubrik nur das teuerste vom teuren eingebaut wird. Next-Gen-Performance zum Mitnehmen also? Schaun wir mal …

Ja, es sind eigentlich die inneren Werte, die zählen. Trotzdem ist der erste Eindruck nun mal einer, der auf Äußerlichkeiten basiert. So auch bei Laptops. Und da macht das M15 von Alienware durchaus eine gut Figur. Der Leuchtring, der die Rückseite umschließt und der leuchtende Alienkopf sowohl auf der Display-Rückseite, als auch in Sinne des Power-Buttons sorgen für die nötigen Hingucker, während das Gehäuse an sich sehr schlicht, ja fast schon elegant gehalten ist. Cool. Vor allem, da besagte Leuchtelemente ebenso wie die Tastatur, in allen Farben des Regenbogens dem eigenen Geschmack angepasst werden. Das typische Alienware-Blau auf den Bildern ist also kein Muss. Egal ob nun Knall-Rot, intensives Purpur oder simples Weiß am ehesten euer Stil sind: Geht alles. Einzig der kleine Leuchtring am Netzteil lässt sich nicht justieren, er leuchtet immer Blau. Und das übrigens so, dass es sich zumindest in meinen Augen mit dem standardmäßig eingestellten Alienware-Blau der Leuchtelemente am Laptop ziemlich beißt. Schade, aber am Ende wohl eher eine sehr persönliche Randnotiz. Kommen wir also zu handfesterem:

Gehäuse & Hardware

Bleiben wir doch gleich noch beim Netzteil. Dieses ist nämlich durchaus massiv. Während also schon das Gerät selbst, obgleich mit knapp 23 mm Höhe angenehm schlank, mit seinen gewogenen 2,48 kg nicht unbedingt ein Leichtgewicht ist, muss auf Reisen auch das noch einmal weitere 0,9 kg schwere Netzteil mitgeschleppt werden.

Das aber glücklicherweise nur dann, wenn man entweder vorhat unterwegs zu spielen oder länger als ca. 6h mit dem guten Stück zu arbeiten. Nach dem vollständigen Laden des 86 Wh-Akkus hielt unser Test-Sample im Netflix-Stream-Test bei 75 % Bildschirmhelligkeit immerhin 6,5 Stunden durch. Ein guter Wert.

Solide ist auch die Verarbeitung. Das Display-Scharnier ist massiv, das Gerät lässt sich aber dennoch gut mit einer Hand öffnen. Die Spaltmaße sind tadellos und gleichmäßig. Der verwendete Kunststoff fühlt sich gut an.

Zur verbauten Hardware:

Prozessor

AMD Ryzen 9 5900HX; 8 Kerne / 16 Threads (Standardtaktrate: 3,30 GHz, Turbo: 4,6 GHz)

RAM

32 GB, DDR4-3200

Grafikchip

Nvidia Geforce RTX 3070, TGP: max. 125 Watt

Bildschirm:

15.6 Zoll, 2560 x 1440, Matt

Festplatte

NVMe-SSD; 932,8 GB

Betriebssystem

Windows 11 Home

W/LAN & BT WiFi-6 (2×2) / 2,5-GbE / Bluetooth 5.2
Anschlüsse 1x Typ-C (USB 3.2 Gen 2, Displayport 1.4; hinten), 3x Typ-A (USB 3.2 Gen 1; 2 rechts, 1 hinten), 1x LAN (links), 1x HDMI 2.1 (hinten), 1x Audioausgang/-eingang (links)

Akkukapazität

86 Wh

UVP 2.398,99 €
Garantie 1 Jahr

Anmerkung

Bitte beachtet: Die Ryzen Edition ist in AT ein Auslaufmodell – es gab hier leider ein Missverständnis in der Sample-Bereitstellung mit Alienware. Nach einigem Hin und Her habe ich mich nun aber dennoch für eine Veröffentlichung des Tests entschieden, da zumindest die Aussagen über das Case, den Screen und die generelle Qualität von Alienwares M15-Laptops uneingeschränkte Gültigkeit haben ... und weil man das gute Stück an und für sich über diverse Wege sehr wohl noch kaufen kann. 😉

Ausstattung & Software

In Sachen Anschlüsse ist das Angebot dafür überschaubar. Auf der linken Seite wartet ein 2,5 GBit-Netzwerkanschluss und ein Headset-Port, auf der rechten zwei USB-A-Buchen (USB 3.2). Hinten fand neben dem Stromanschluss ein HDMI-2.1-Port, ein weiterer USB-A und ein USB-C-Anschluss, der via Displayport 1.4 auch als Bildschirm-Ausgang, nicht aber zum Laden verwendet werden kann, Platz. Einen Cardreader sucht man leider vergebens, Thunderbolt 4 aufgrund der AMD-Plattform logischerweise ebenso. In Sachen WLAN setzt Alienware auf das schnelle Wifi-6 (2×2), was in meinen Alltagstests jederzeit für flotte Transferraten sorgte.

Das 15,6 Zoll große Display gehört mit zu den besten, die wir in einem Laptop kennenlernen durften. Das WQHD-Panel (2560 x 1440) bildet den kompletten sRGB-Farbraum ab und überzeugte in unseren Tests mit guter Helligkeit, die spätestens dank dem entspiegelten Display auch bei hellem Tageslicht problemlose Nutzung erlaubt. Auch der Kontrast ging in der Gaming-Praxis in Ordnung. Ebenso die Uniformität der Ausleuchtung. Die Fotos offenbarten zwar Helligkeitsunterschiede in den Ecken und leichte Lichthöfe am unteren Bildschirmrand, im Alltag aber waren keine Unregelmäßigkeiten zu erkennen. Schlierenbildung oder Latenz waren ebenfalls kein Thema, da der LCD mit flotten 240 Hz arbeitet. HDR kann er leider nicht.

Die über dem Screen montierte Webcam bringt es nur auf eine Auflösung von 720p, kann aber auch für Gesichtserkennung mittels „Windows Hello“ genutzt werden.

Das Touchpad ist mit 10,5 x 6 cm durchschnittlich groß und die Tastatur, die zwar keinen Ziffernblock bietet, aber mit angenehmen Anschlag daherkommt, wie schon angemerkt beleuchtet, wobei die passende Farbe nach Belieben aus dem RGB-Spektrum ausgewählt werden kann. Und das nicht nur für die ganze Tastatur, sondern auch einzelne Sektionen. Möglich macht es das Alienware Command Center.

Das kann aber freilich noch mehr als das. Es lässt einen unterschiedliche Systemsettings im Sinne von Energie-Einstellungen an bestimmte Programme knüpfen, die Temperatur überwachen, die Taktraten einsehen und so manches mehr. Das Handling ist dabei nicht immer super-intuitiv, nach ein wenig „trial and error“ aber gut nutzbar.

Genug Leistung für fast alle aktuellen Games

Zeit für einen Blick unter die Haube. Die Kombination aus einem Ryzen 9 5900HX und einer Geforce RTX 3070 verheißt gemeinsam mit den 32 GB DDR4-Ram und der flotten NVMe-SSD einiges an Alltags-, vor allem aber auch Gaming-Performance. Und tatsächlich. Am Stromkabel hängend, konnte kaum ein Titel den Laptop gröber in Bedrängnis bringen; selbst bei nativer Auflösung. Einzig Metro Exodus Enhanced Edition, also mit Raytracing, brachte den M15 ins Schwitzen und ergab am Ende eine durchschnittliche Framerate von weniger als 30 FPS.

Etwas anders sah die Geschichte im Akkubetrieb aus. Hier ist an Spielen bei nativer Auslösung und mit maximalen Details kaum zu denken, wie meine Zahlen zeigen. Die TGP des Nvidia-Chips wird hier massiv heruntergedrosselt, was zu dem zu sehenden Einbruch um rund 75 % führt.

Auch bei rechenintensiven Anwendungen abseits von Games konnte das Alienware M15, ganz entsprechend der potenten, verbauten Hardware, überzeugen. Bei Cinebench R23 erreichte es gute 12.599 Punkte am Strom, 11.319 im Akkubetrieb. Bei 7zip kam ich auf eine Score von 73.309 bzw 62.710 im 64MB-Benchmark und im 3D-Mark CPU-Test brillierte das gute Stück mit 8777 bzw. 7117 Punkten.

Zum Vergleich: Der Intel Core i9-11900H in einem Asus Zephyrus M16, das ich zuvor zum Test bat, lieferte bei den selben Benchmarks Scores von 13.397 bzw 7.992 in Cinebench, bei 7Zip 78.469 bzw. 7258 und bei 3D Mark 7919 bzw. 4540 Punkte. Es fällt also auf: Obgleich der Intel Achtkerner bei manchen Anwendungen minimal schneller ist, hat der AMD im Akku-Betrieb, vor allem aber bei Gaming-Anwendungen deutlich die Nase vorn.

Lautstärke und Wärmeentwicklung

Bei meinen ersten Tests mit dem Alienware m15 bin ich ehrlichgesagt erschrocken. Sobald ich ein Spiel starten wollte und Nvidias Optimus von der integrierten AMD-Grafikeinheit auf den schnellen RTX-Chip umgeschaltet hatte, begannen die Lüfter ungeachtet von Last und Temperatur mit Maximaldrehzahl loszupusten. Und das ist laut – richtig laut. Eine Messung mittels Handyapp (also jetzt zugegeben nicht unbedingt wissenschaftlich, aber immerhin) ergab aus 20 cm Entfernung 51 Dezibel. Erst danach aber besann ich mich darauf, lieber zu checken, ob es nicht vielleicht Updates für die Gerätefirmware und/oder das Command Center gibt, das Lüfterdrehzahl und Co. ja ebenso regeln kann. Und siehe da: beides war der Fall. Also: Updates aufgespielt, Games angeworfen: Viel besser! Zugegeben: Mit nachher gemessenen 44 dB ist das Alienware m15 immer noch kein Leisetreter, dafür aber passt ja auch die Performance.

Mehr oder minder logischer Nebeneffekt der mit aktueller Software konservativeren Lüfter-Einstellung war allerdings, dass die Wärmeentwicklung auffälliger wurde. Zwar bleiben die Handauflagen und die Tastatur selbst immer maximal warm und es ist angenehm, dass die Abwärme hinten aus dem Gehäuse und nicht etwa, wie bei anderen Geräten, vorm Screen abgelassen wird, bei den Speakern und vor allem auf der Unterseite bildeten sich dann aber durchaus Stellen, die unangenehm heiß wurden. Nie „bedrohlich“, aber doch. Natürlich ist das aber in einem Setting, in dem das gute Stück auf einem Tisch und nicht am Schoß betrieben wird, wovon man beim Spielen ausgehen kann, nicht wirklich tragisch.

Zusammenfassung

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