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Blackguards 2 Test

Seit Daedalic die Lizenzen für das Rollenspiel System „Das Schwarze Auge“ erlangen konnte, belebt es die Marke mit neuen Impulsen. Während bei „Memoria“ und „Chains of Satinav“ die Rollenspielwelt als Adventure durchlebt werden durfte, wurde mit Blackguards die Strategierichtung angestrebt.

In einer mehr oder minder düsteren Geschichte, deren Antihelden ein Haufen von Schurken waren, durfte der Spieler unter anderem ein Mordkomplott aufklären. Leider gelang die Vermischung von Rollenspiel und Strategie nicht ganz perfekt und auch die hohe Linearität, sowie einige Probleme in der Umsetzung der DSA Regeln wurden bemängelt.

Daedalic entschied sich im Quasi Nachfolger Blackguards 2 nun für eine neumodische Lösung, der sogenannten „Entschlackung“, welche bei anspruchsvollen Spieler meist schon die Warnglocken läuten lässt. Nicht umsonst, heisst dies doch meist, dass viele Sachen einfach gestrichen werden, „um der Zugänglichkeit willen“. So ist es denn auch in Blackguards 2, das schnell mal den Rest an Rollenspiel ziemlich komplett über Bord wirft. Es gibt keinerlei Charaktergenerierung (die schon in Blackguards mehr schlecht als recht implementiert war.. ob die Lösung sie ganz zu skippen, anstatt auszubauen nun die Beste war…), keine Attribute mehr und das ganze Skillsystem wurde auch mal schnell „vereinfacht“. Somit wurde aus einem Rollenspiel/Taktik Hybrid ein reines Taktikspiel. Soweit so gut.

Was wurde denn auf der Taktik Seite getan um diese zu verbessern? Nun… angeblich wurde die Zufallshäufigkeit überarbeitet (kann ich nicht bestätigen, ich habe noch immer Misses bei 95% Trefferpotential), die Kartenübersicht wurde verbessert und es wurde ein grundlegender Basenbau mit Söldnern die man zur Verteidigung anheuern kann implementiert. Weiters fühlen sich die Karten größer an (was jedoch aufgrund der nach wie vor verbesserungswürdigen Kartenübersicht auch negativ sein kann).

Was leider beim Alten blieb sind neben Grafik, Sound und den meisten Charakteren (womit sich das Spiel teilweise mehr als ein Add-On denn ein eigenständiger Nachfolger anfühlt) die unangenehme Bedienung. So ist die Kampfkarte nach wie vor nicht wirklich drehbar, was auch der Übersicht enorm schadet. Das anstrengende Kampfsystem, bei dem nicht selten mehrere Kämpfe hintereinander folgen, ohne die Möglichkeit zu speichern oder sich neu auszurüsten. Auch die Möglichkeit im Kampf selbst fallen, zumindest mir, diesmal umso unangenehmer auf. Dass man z.B. nach einer Attacke oder Aktion keine Bewegung mehr durchführen kann ist vor allem in den vielen Fluchtszenarien, von denen einige schon zu Beginn aufgezwungen werden, leicht nervend.

Die Story zuguterletzt handelt von einer Adligen aus Mengbillar, die von einem Despoten in den Kerker geworfen wird, von dort natürlich entkommt, jedoch aufgrund des Giftes der Kerkerspinnen geistig und körperlich versehrt ist und in ihrem Rachewahn nun natürlich unsere alten Bekannten anheuert. Soweit so vorhersehbar. Zumindest die Sprachausgabe ist in derselben Qualität wie noch in Blackguards und damit in gewohnt guter Daedalic Qualität.

FAZIT

Für Fans des Vorgängers und von Taktikspielen im Allgemeinen kann sich ein Blick lohnen, zumal der Preis wenigstens moderat blieb (interessanterweise ist die Retailversion derzeit sogar günstiger als die Downloadversion). Rollenspielfreunde werden jedoch wenig Freude damit haben. Sollte es noch einen dritten Teil geben, hoffe ich auf weniger „Entschlackung“ und mehr Benutzerfreundlichkeit, sowie ein Ende der „Kettenschlachten“.

Gesamtwertung: 6.4

Einzelwertungen: Grafik: 6 | Sound: 8 | Handling: 4 | Spieldesign: 8 | Motivation: 6

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