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Die Sims 4: Ab ins Schneeparadies im Test

Nicht nur vor der eigenen Tür werden die Temperaturen niedriger – auch in Die Sims 4 zieht langsam die Eiseskälte ein! Die Sims 4: Ab ins Schneeparadies ist da und verspricht ein buntes Schneegetümmel voller Pistenabfahrten und Wellnessauszeiten – untermalt von bunten, japanischen Kultureinflüssen. Dennoch ließen mich erste Trailer stutzig zurück. Denn ist ein eigenes Schnee-Pack wirklich notwendig, wenn es ja schon ein 4-Jahreszeiten-Addon voller Wintermöglichkeiten gibt?

Es wird Zeit, sich warm anzuziehen!

Auch wenn das eigene weiße Weihnachten dieses Jahr noch in weiter Ferne liegen mag, so haben Spieler nun wenigstens in Die Sims 4: Ab ins Schneeparadies die Chance, sich so richtig ins Schneegetümmel zu stürzen. Die neue Erweiterung steht ganz im Zeichen der kältesten Jahreszeit. Uns verschlägt es dabei in die neue Nachbarschaft Mt. Komorebi, angesiedelt in einem verschneiten, simlischen Japan. Die neue Nachbarschaft bietet damit als erste Welt überhaupt sowohl Wohn- als auch Mietgrundstücke für die simlischen Bewohner unserer Wahl. Mt. Komorebi teilt sich dabei in drei, kleinere “Dörfer” welche unterschiedlicher nicht sein könnten:

  • Wakaba, das Stadtzentrum von Mt. Komorebi:
    Hier tummeln sich zahlreiche Touristen, stets auf der Jagd nach dem neuesten Foto mit dem Stadt-Maskottchen “Yamachan”. Wakaba ist das junge und moderne Herz der Nachbarschaft.
    Im rechten unteren Bereich findet sich beim orangen Symbol die Kleinstadt Wakaba. Hier liegt das Stadtzentrum, inklusive Maskottchen des Berges, ständig umschwirrt von zahlreichen Touristen.
  • Senbamachi, die Stadt der tausend Blätter:
    Die älteste Siedlung der Region, stark geprägt von japanischen Traditionen, den umliegenden Bambuswäldern, sowie den malerischen Wanderwegen.
  • Yukimatsu, am Fuße von Mt. Komorebi:
    Hier wird es Zeit die Skier anzuschnallen und sich auf die Pisten zu begeben. Ferienunterkünfte, Wintersportmöglichkeiten sowie ein friedvolles Onsen-Badehaus erwarten ausgepowerte Sport-Fanatiker.

Electronic Arts gelang es diesmal wirklich gut, jedem der kleineren Nachbarschaftsgebiete einen individuellen Flair zu verleihen. Die gesamte Nachbarschaft wurde diesmal um einiges liebevoller gestaltet als beispielsweise bei Die Sims 4: Nachhaltig leben, und kann vor allem auch durch vielfältige Grundstücke und weitläufige Flächen überzeugen. Meine persönlichen Highlights waren definitiv Yukimatsu mit dem riesigen Schneegebiet voller Wintersportaktivitäten, als auch die japanische Pagode in Senbamachi, umsäumt von diversen Wanderwegen. Der erste Eindruck überzeugt definitiv!

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Mt. Komorebi besteht aus drei kleinen Dörfern im japanischen Stil.

Ran an die Ski, die Piste ruft!

Passend zum namensgebenden Schneeparadies machte ich mich also gleich auf nach Yukimatsu, um mich auf die heißen Pisten zu schwingen. Gleich zu Beginn fiel mir auf, wie viele Sims hier eigentlich unterwegs waren. Während öffentliche Plätze ansonsten in Die Sims 4 oft ausgestorben zu sein schienen, war es hier andersrum: unser Sim musste bei der Winterpiste, sowohl bei der Gondel als auch der eigentlichen Piste, sogar anstehen. Da fragt man sich schon, Social Distancing war da weit und breit nicht zu sehen! Diese Anfangsschwierigkeiten raubten mir aber wirklich den ein oder anderen Nerv. Das Anstehen funktioniert in Die Sims 4 leider einfach eher schlecht als recht, auch wenn sie technisch wohl notwendig ist.

Nachdem mein eigener Sim dann auch noch mehrmals beim längeren Anstehen spontan doch Hunger hatte, weil das Ganze wohl zu anstrengend war, schaffte ich es in den frühen Abendstunden auch mal langsam rauf auf die Spitze von Mt. Komorebi. Einmal am Berg angekommen war es das anfängliche Warten aber definitiv Wert, denn der Ausblick war für Sims 4-Verhältnisse wirklich magisch, speziell zur Nachtzeit! Die Beleuchtung der Piste schafft eine wohlig-warme Atmosphäre, trotz eisiger Temperaturen. Und obwohl das Erweiterungspaket noch viel mehr in petto hat als nur die Winterabfahrten, fiel es mir hier wirklich schwer mich davon zu lösen.

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Der harte Weg nach oben lohnt sich!

Ob Ski, Schlitten, Board oder Klettern – Wintersport für jedermann

Das gesamte Winter-Resort bietet unserem Sim zahlreiche Optionen, sich als Wintersportler auszutoben. Egal ob Ski, Snowboard, Schlitten oder an der Kletterwand, hier wird jeder Winterfreund fündig werden. Etwas klein war jedoch die Auswahl der möglichen Pisten für blutige Anfänger. Hier darf man sich nämlich nicht direkt auf die Pisten an der Spitze schwingen – Grüße gehen hierbei raus an meine mehrstündige Anstehfeier. Nein, zuerst will am Übungshügel eingefahren werden.

Das ist zwar durchaus realistisch, dennoch hätte ich gerade in Die Sims 4 – was doch auch immer wieder mal den Humor der Entwickler zeigt – gerne auch meinen Sim bereits jetzt die schwarze Piste runtergejagt und mich an der vorherrschenden Verzweiflung erfreut. Dann halt nach einigen Stunden harten Trainings! Das Runtersausen der einzelnen Pisten machte dabei viel mehr Spaß, als ich im Vorfeld erwartet hätte. Ich könnte meinem Sim gefühlt Stunden dabei zusehen wie er immer unterschiedlich auf die Nase fällt, und es würde mich trotzdem immer noch viel zu sehr freuen. (Mal ganz ehrlich: wie kann man auch aus einem BODENSCHLITTEN fallen? Manche Dinge sollte man nicht hinterfragen!)

Einmal in Fahrt führen unsere Sims dann aber auch wirklich ansehnliche Kunststücke auf den weißen Schneebahnen auf. Da werden dann auch gerne mal Tricks am Board in der Luft und hohe Rampen zu Boden mit den Skiern mitgenommen. Die Fähigkeiten verbesserten sich dabei wirklich sehr schnell, und eine Handvoll Fahrten später änderte sich das Wintersport-Erlebnis wieder zunehmend. Es brachte also viel mehr Abwechslung mit sich, als man von einem Wintersport-Erweiterungspaket in ersten Zügen erwarten würde. Lediglich das Klettern fiel im Vergleich zum Spaß auf den Pisten eher mau aus und ich konnte trotz einiger Stunden Spielspaß nur wenige Kletterwände finden.

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Ja gut, das üben wir dann lieber nochmal…

Ein beschauliches Leben im japanischen Stil

Eine Besonderheit an der neuen Welt Mt. Komorebi ist nicht nur die Aufteilung oder das Vorhandensein von Wohn- und Mietobjekten, sondern vor allem auch der allseits präsente japanische Stil. Dieser war bisher nur in einzelnen Zügen in Die Sims 4 vorhanden und musste wenn, dann eher mit viel Fantasie erzwungen werden. Als Fan der japanischen Kultur freute ich mich umso mehr nun im Gestalten meines Hauses total aufgehen zu können!

Dabei bietet Die Sims 4: Ab ins Schneeparadies insgesamt 173 Bauobjekte und 134 neue Create-A-Sim Anpassungen zur Verfügung. Dabei warten auf euch viele speziell japanische Elemente, wie beispielsweise Shoji-Türen, Tatami-Matten oder Papierlaternen. Auch Elemente wie das Kochbuch wurden um Gemüsetaschen oder Eier-Ramen ergänzt. Nach einer rasanten Abfahrt können Sims im Zen-Garten oder der winterlichen und heißen Oase entspannen. Auch wenn das namensgebende Schneeparadies sich oft in den Vordergrund drängt, so waren diese abwechslungsreichen Optionen für mich das wahre Herzstück der Erweiterung, und konnten wirklich auf voller Länge überzeugen.

Mehr Persönlichkeit mit den neuen Lebensstilen

Das große Feature der Erweiterung war entgegen erste Erwartungen jedoch nicht (nur) das Winter-Wunderland, sondern auch eine allgemeine Neuerung am System von Die Sims 4. Mit Ab ins Schneeparadies finden nämlich erstmals sogenannte Lebensstile ihren Weg in simlische Gefilde. Lebensstile können nicht, wie die Persönlichkeitsmerkmale, bereits von Beginn an vom Spieler vergeben werden, sondern entwickeln sich allererst im Laufe der Zeit bei jedem einzelnen Sim von selbst. Sie sollen laut Entwickleraussage den Sims mehr Persönlichkeit und Tiefe verleihen.

Dabei ist die Entstehung eines Lebensstils stark von der Steuerung und den Aktivitäten des Spielers abhängig. Lassen wir unseren Sim immer nur fernsehen, wird er sich wohl oder übel zur begeisterten Couch-Potatoe entwickeln. Jagen wir ihn Runden um den Block, lernt er Gefallen am Sport zu finden, wird dafür aber launisch wenn er mal still sitzen soll. Jeder Lebensstil wirkt sich im Laufe des Spiels stärker auf den Alltag unseres Sims aus. Möchten wir unseren Sim beispielsweise zum Workaholic machen, müssen wir bei der Arbeit stets alles geben, und dürfen nie Urlaub nehmen. Dafür sinken nach einiger Zeit unsere Bedürfnisse auf der Arbeit langsamer, umso höher wir jedoch auf der Karriereleiter klettern, desto schwieriger ist es für unseren Sim langfristige Beziehungen einzugehen.

Mir gefielen diese neuen Eingriffe in die Persönlichkeit der Sims wirklich gut. Es ging mir aber einfach irgendwie nicht wirklich schnell genug, dass diese im eigentlichen Spiel auch Wirkung zeigten. Auch waren einige Auswirkungen der Stile vom Spieler sehr schnell “konterbar”. Dein Sim ist angespannt, weil er nicht Arbeiten darf? Ab in die warme Therme, und er ist wieder glücklich. Hier hätte den jeweiligen Stimmungen der Lebensstile noch etwas mehr Gewichtung zugeteilt werden müssen. Den Ansatz finde ich jedoch sehr gut, und hoffe, dass dieser in weiteren Addons verfolgt und verbessert wird!

FAZIT

Nach meinen ersten Abfahrten, Ski-Stürzen und Stunden in der Entspannungsoase fiel mir vor allem eins auf: wie schnell die Zeit eigentlich vergehen kann, wenn man sich wieder mal in der Sims 4-Welt so richtig verlieren kann. Dieses Gefühl kam bei mir schon länger nicht mehr auf und kehrte durch Die Sims 4: Ab ins Schneeparadies in den Anfangszügen definitiv wieder einmal ein. Es machte viel mehr Spaß als erwartet meinen Sims dabei zuzusehen wie sie die Pisten runterdüsen (und dabei ordentlich auf die Nase fallen). Besonders die ganzen japanischen Elemente und Stiloptionen fanden dabei einen ganz eigenen Platz in meinem Spielerherzen und werden ab jetzt in fast keinem Gebäude mehr fehlen.

Die Einführung der Lebensstile fand ich in den Grundzügen gut gelungen, bisher waren mir die Auswirkungen jedoch noch zu gering, und brauchten wirklich viel Zeit bis sie einmal griffen. Hier hätte ich mir etwas schnellere, und vor allem gravierendere Eingriffe in das simlische Leben gewünscht. Auch das Kletter-Feature fiel eher mau aus und vor allem das Anstehen in der Wintersport-Anlage raubt dann doch immer wieder einige Nerven.

Die Sims 4: Ab ins Schneeparadies macht jedoch wirklich wieder Vieles richtig. Es ist ein Erweiterungspaket das von vielen nicht erwartet wurde und sich dennoch einige Plätze in den Herzen der Community sichern kann. Bei mir hat es das auf jeden Fall geschafft und ich freue mich darauf, erneut die Pisten von Mt. Komorebi unsicher zu machen.

Was ist Die Sims 4: Ab ins Schneeparadies? Das zehnte Erweiterungspaket von Die Sims 4 – im winterlichen, japanischen Stil.
Plattformen: PC, PlayStation 4, XBOX One 
Getestet: auf PC, Intel Core i7-6700K, 16GB RAM, NVIDIA GTX 1080
Entwickler/ Publisher: Maxis/ Electronic Arts
Release: 13. November 2020
Link: Offizielle Webseite

Gesamtwertung: 8.4

Einzelwertungen: Grafik: 10 | Sound: 8 | Handling: 8 | Spieldesign: 8 | Motivation: 8

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