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Pokémon-Legenden: Arceus im Test

Das erste Pokémon-Spiel erschien vor rund 25 Jahren. Anlässlich dieses Jubiläums hat sich Nintendo für den neuesten Ableger Pokémon-Legenden: Arceus etwas ganz Besonderes einfallen lassen und erfüllt einige von vielen Fans langersehnte Spielerwünsche: eine offene Spielwelt mit einem aktiveren Kampfsystem. Alles nur leere Versprechungen oder doch die Evolution einer altehrwürdigen Spielreihe?

Pokémon-Legenden: Arceus beginnt auch gleich sehr atypisch, denn unser Charakter wird durch einen Riss im Himmel gezogen und landet direkt am Strand der bereits aus Pokémon Strahlender Diamant und Leuchtende Perle bekannten Sinnoh-Region. Da er dabei jedoch auch in der Zeit zurückgereist ist, gelten in der damals noch Hisui benannten Welt die Pokémon als unerforschte Wesen und Trainer als auch Ligen dementsprechend nicht existent. Die Aufgabe der Spieler*innen ist es nun, sich der Galaktik-Expedition anzuschließen und als deren Mitglied den allerersten Pokédex erstellen, also ein Lexikon über sämtliche Pokémon-Spezies, die sich in der Hisui-Region herumtreiben.

Im Laufe der Handlung reist die Spielerin oder der Spieler also durch die fünf verschiedenen Biome und erhält dabei Unterstützung von zahlreichen Bewohnern. Weil einige ihn aber für den Riss im Raum-Zeit-Gefüge verantwortlich machen, muss er auch jenes Pokémon finden, welches tatsächlich Schuld an diesem Phänomen ist und so ganz nebenbei die komplette Welt vor dem Untergang retten.

Pokémon-Legenden: Arceus Starter-Pokémons

Erkunden statt kämpfen

Mit der Einführung vermittelt Pokémon-Legenden: Arceus gleich zum Start eines sehr deutlich: es stehen nicht mehr das Trainieren der Pokémons und die Kämpfe im Fokus, sondern vielmehr das Erkunden, Einfangen und Dokumentieren der verschiedenen Aufgaben. Das beginnt schon damit, dass die Hisui-Region eine quasi frei begehbare, offene Spielewelt bietet. Das Lager der Galaktik-Expedition befindet sich dabei in der Stadt Jubeldorf, die gleichzeitig auch als Hub für die restlichen Regionen fungiert. Je mehr Aufträge und Aufgaben wir erledigen, desto höher steigen wir im Rang auf und schalten damit neue Gebiete frei. Dazu zählt nicht nur das Vervollständigen des Pokédex, sondern oftmals auch zusätzliche Herausforderungen, etwa Pokémon vorgegebenen Attacken zu besiegen oder zu einer bestimmten Tageszeit.

Die Reise durch Hisui wird durch ein Gerät namens ArceusPhone erleichtert. Dieses dient nicht nur als Karte in der sämtlichen wichtigen Orte eingezeichnet sind, sondern gibt euch stets Auskunft darüber, welche Pokémon und Aufgaben gerade anstehen. Weitere Items, wie etwa Pokébälle oder Rauchkugeln, können darüber hinaus auf einer Werkbank hergestellt werden, vorausgesetzt ihr habt die dazu notwendigen Rohstoffen zuvor eingesammelt oder bei einem Händler gekauft.

Ohne Kampf kein Pokémon

Auf unserem Abenteuer streifen wir also nun meistens wie ein Jäger auf der Suche nach seiner Beute durch die Spielewelt. Haben wir dann ein entsprechendes Exemplar entdeckt, können wir uns entscheiden, ob wir es direkt versuchen zu fangen, uns im hohen Gras anschleichen oder vielleicht doch einen Köder auslegen, um damit die Beute anzulocken. Und natürlich spielt auch hier der Pokéball eine zentrale Rolle, denn nur ein anschließender, geschickter Wurf entscheidet, ob wir einen neuen Eintrag im Pokédex anlegen dürfen. Ganz ohne Kampf geht es aber auch nicht, denn viele Pokémons sind sehr angriffslustig und attackieren euch sofort beim ersten Anblick. Dann könnt ihr es durch geschickte Ausweichrollen zur Erschöpfung treiben bis es aufgibt oder ihr setzt zum Gegenangriff an.

Das Kampfsystem wurde dabei aber grundlegend geändert. Es wird jetzt zwischen Tempo- und Krafttechniken unterschieden. Erstere erhöht die Geschwindigkeit und ermöglicht einen zweiten Angriff, bei zweiterem wird die Angriffsstärke erhöht, es kann aber sein, dass man dadurch eine Runde aussetzen muss. Es gilt also, abhängig von den Fähigkeiten und Statuswerten des in den Kampf entsendeten Pokémons, diese beiden Techniken geschickt einzusetzen. Darüber hinaus trifft man auch auf Elite-Pokémons und Könige, quasi die Bosskämpfe Pokémon-Legenden: Arceus. Die adelige Variante zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie urplötzlich in Rage geraten und euch dann mit mächtigen Angriffen attackieren. Die Aufgabe der Spieler*innen ist es, diese dann mit Ruhegaben wieder zu besänftigen. Dabei handelt es sich meisten um die Lieblingsspeise des Pokémons, welche wir so lange werfen, bis es sich wieder beruhigt hat.

Versprochen und doch gemogelt

Mit seinen veränderten Ansatz und den neuen Mechaniken verspricht Pokémon-Legenden: Arceus grundsätzlich viel Abwechslung, wobei sich diese jedoch über die Spielzeit von 10-12 Stunden zunehmend immer mehr abnutzt. Natürlich gibt es zahlreiche Nebenmissionen und neben dem Crafting-System kann sogar das eigene Zimmer in Jubeldorf möbliert und der eigene Charakter mit verschiedenen Outfits ausgestattet werden, das alles wird aber durch die komplett öde und karge Spielewelt zunichte gemacht. Die versprochene offene Welt entpuppt sich als nicht zusammenhängende Biome mit durchaus überschaubarer Größe, die abseits der eigentlichen Aufgaben nicht viel zu bieten hat.

Zusätzlich zur lieblos gestalteten Spielewelt kommt auch noch eine durchwegs unterdurchschnittliche Optik. Und die technische Limitierung der Nintendo Switch lasse ich hier als Ausrede nicht gelten, denn bereits vor mehr als fünf Jahren hat The Legend of Zelda: Breath of the Wild bereits sehr deutlich gezeigt, was auf dieser Konsole möglich ist.

Zusammenfassung

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