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Razer Basilisk V3 im Test

Die Basilisk V2 ist eine der wohl besten, kabelgebundenen Gaming-Mäuse am Markt. Jetzt bringt Razer nach fast zwei Jahren die Nachfolgerin: Die Basilisk V3. Wenig überraschend fielen die Änderungen dabei eher kosmetisch aus … was gut ist.

Die Geschichte ist voll von großen Rivalitäten. Rapid gegen die Austria, BMW gegen Mercedes, Ali gegen Frazier, Chips gegen Popcorn und natürlich: Razer gegen Logitech. Und in unserem Fall ganz konkret: die Logitech G502 Hero gegen die Razer Basilisk V2. Beide hatten bzw. haben (Logitech hat zum Zeitpunkt dieses Tests noch keinen Nachfolger angekündigt) so ihre ganz eigenen Vorzüge und machten die Entscheidung für die eine oder andere zur Geschmacks- oder auch Budget-Sache. Immerhin war die Logitech G502 etwas günstiger. Nun wird diese Geschichte um ein weiteres Kapitel reicher: Die Razer Basilisk V3 schickt sich an ein für alle Mal die Fronten zu klären und den alleinigen Thron der Rechtshänder-Gaming-Mäuse für sich zu beanspruchen. Wie? Zusammengefasst durch drei Maßnahmen: Neue Scrollrad-Funktionen, die zu denen von Logitech aufschließen, bessere Hardware und deutlich aufgewertete Beleuchtungsfunktionen … und ganz nebenbei eine über die Jahre mehr und mehr gereifte und jetzt einfach tolle Software. Aber dazu später mehr. Packen wir das gute Stück mal aus …

Die Hardware

Optisch hat sich wenig getan. Abgesehen von neuen Oberflächen, die nun jenen des kabellosen Top-Modells von Razer, der Basilisk Ultimate, entsprechen, ist die Grundform eigentlich gleich geblieben. Wir haben es also mit einer Rechtshänder-Maus mit leichten Wölbungen auf den Maustasten zu tun, die somit wohl am besten mit Claw- oder Palmgriff funktioniert (ich persönlich bin übrigens „Palmer“). Handballen-Auflage und Tasten sind dabei aus aufgerautem Kunststoff, während die Daumenauflage gummiert und mit kleinen Noppen versehen ist. Dazwischen teilt ein Hochglanz-schwarzes Hartplastik-Band die Maus und sorgt vor allem optisch für das gewisse Etwas. Prinzipiell liegt die Basilisk V3 somit unverändert gut in der Hand. Auch Materialanmutung und Verarbeitungsqualität geben Razer-typisch keinen Anlass zum Nase-rümpfen. Sie wirkt in jeder Lebenslage stabil und hochwertig. Der Haken an dieser Geschichte ist aber, dass das wohl auch daran liegt, dass sie im Vergleich zu ihrer Vorgängerin schwerer wurde: Sie bringt nun 101 statt zuvor 92 g auf die Waage (jeweils ohne Kabel, versteht sich).

Der Grund dafür liegt wiederum mit hoher Wahrscheinlichkeit am neuen Mausrad, vulgo „HyperScroll Tilt Scroll Wheel“. Dieses kann nach wie vor auch durch Kippen Klicks nach Links und Rechts durchführen, hat nun aber in Sachen Funktionsumfang zu Logitech aufgeschlossen. Deren Killer-Feature in dieser Richtung war nämlich, dass man „on the fly“ zwischen Rastenwiderstand und „freiem Drehen“ umschalten konnte. Das geht bei Razer jetzt auch. Je nach Setting kann das Mausrad also klassisch, ohne jeden Widerstand oder eben im „Smart Reel Mode“ betrieben werden. Heißt: Im regulären Betrieb hat mal ganz normalen, taktilen Widerstand, dreht man allerdings mit ordentlich Schwung am Rad schaltet es automatisch in den „free-spin cycling mode“ und ermöglicht so vor allem abseits des Spielens nützliches, sehr flottes Scrollen durch lange Dokumente … zum Beispiel AGBs in Games, die man bis zum Ende scrollen muss, aber – seien wir uns ehrlich – doch eh niemand liest. Aber ich schweife ab.

Ich persönlich kenne und liebe dieses Feature schon von meiner alten Alltags-Maus, der Logitech MX Master 2S und fühlte mich dementsprechend blitzschnell pudelwohl damit. Und nein: In meinen Augen merkt man die hinzugekommenen 9 Gramm nicht. Zumal die (übrigens 100 % PTFE-freien) Gleitfüße auf meinen getesteten Mousepads (Stoff, Kunststoff und der lackierten Tischplatte selbst, jederzeit einen tollen Job gemacht haben. Ebenso übrigens wie der bekannte, optische Razer Focus+ Sensor, der es hier nun auf eine maximale Auflösung von 26.000 statt zuvor 20.000 DPI bringt. Die anderen Eckdaten, wie die bis zu 650 IPS und 50 G maximale Beschleunigung blieben gleich.

Eine Sache änderte sich an der Hardware aber auch zum vermeintlich schlechteren: Der „Sniper Button“ ist nicht mehr abnehmbar. „Was zum Teufel ist ein Sniper Button“? Gut, dass ihr fragt. Eine feine Sache! Diese Taste am vorderen Ende der Daumenauflage ermöglicht euch, je nach Einstellung, die Maus augenblicklich in ein anderes, in der Regel niedrigeres, DPI-Setting zu werfen. Heißt: Wenn ihr zum normalen Zocken, beispielsweise eines Shooters, eine Auflösung von 16.000 DPI verwendet um schnelle Drehungen hinzubekommen, könnt ihr damit innerhalb von Sekundenbruchteilen beispielsweise auf 1.000 DPI umschalten um beim exakten Zielen auch noch einen Unterschied machen zu können, ob euer Gegner die Kugel jetzt in die Nase oder die Stirn geballert bekommt.  Eine tolle Sache … WENN euer Daumen lang genug oder eben eure Handhaltung „kompatibel“ ist und ihr die Taste somit ohne Umgreifen erreichen könnt. Bei mir erforderte das eine leichte Umgewöhnung meiner Maushaltung (klingt leichter, als es das nach so vielen Jahren ist), funktionierte dann aber tadellos. Warum ich nun anfangs gesagt habe, das sein eine Veränderung zum „vermeintlich schlechteren“? Nun: Ich persönlich sehe keinen Vorteil darin, wenn diese Taste nach wie vor abnehmbar wäre. Durch ihre „entlegene“ Position stört sie absolut nicht, wenn man sie nicht verwenden will. Und wie gesagt: die paar Gramm, die das ausmachen würde, fallen einem nicht auf Top-Niveau spielendem Gamer sicher keineswegs auf … wenn überhaupt.

Der Rest der technischen Details blieb im Grunde gleich: Es kommen nach wie vor die tollen, optischen Switches „Gen-2“ zur Verwendung, es gibt unveränderterweise 10 + 1 Tasten, man kann nach wie vor fünf Profile für Tastenbelegungen und Co. direkt auf der Maus oder in der Cloud speichern und die Polling-Rate liegt unverändert bei 1000 Hz.

Die Software

Zum Launch der Basilisk V2 befand sich Razers Software-Suite, genannt „Synapse“ noch in der Beta-Phase. Seitdem ist viel passiert und die Lösung überaus potent und stabil geworden. In wenig überraschendem Gift-Grün und Schwarz gehalten lassen sich hier sämtliche Funktionen des Nagers verwalten. Aufgeteilt in die Sektionen „Anpassen“ (hier warten Tastenbelegungen und die Scrollrad-Einstellungen), „Leistung“ (Empfindlichkeit und Abtastrate), „Beleuchtung“ (Nomen est Omen) und „Kalibrierung“ (zur Einstellung und Kalibrierung der Tracking-Entfernung) findet man sich für die Settings der Maus schnell zurecht. Unnötig zu erwähnen, dass die Suite natürlich auch sämtliche anderen Razer-Geräte eures Inventars verwalten kann – aber um die geht’s ja hier und heute nicht.

Darüber hinaus warten zudem Links und Implementierungen von noch weiteren Programmen wie etwa dem Studio, in dem dann jede der elf Beleuchtungszonen einzeln mit diversen Effekten und Abhängigkeiten versehen werden kann. So steht einem perfekt individualisiertem Look der Maus wahrlich nichts mehr im Weg. Zudem wartet noch der „Visualizer“, der eigene Leuchteffekte auch beispielsweise beim Launchen gewisser Spiele, die eigene Programme dafür hinterlegt haben, starten kann. Auch hier natürlich wieder nicht nur für die Maus, sondern auch für andere Razer-Geräte.

Und zu guter Letzt ist da noch die Profile-Verwaltung. Bis zu fünf unterschiedliche Profile, die jeweils mit mehreren Games verknüpft werden können, dürfen sowohl auf der Maus, als auch in der Cloud gespeichert werden. So werden Beleuchtung, Leistungs-Einstellung und Tastenbelegung egal wo ihr seid immer automatisch euren Präferenzen angepasst.

Technische Details der Razer Basilisk V3

Ergonomie: Rechtshänder
Sensor: Optisch: Razer Optical Switches Gen-2
Auflösung: 100–16.000 dpi in 50er-Schritten programmierbar
Max. Geschwindigkeit: 10,2 m/s
Max. Beschleunigung: 50 G
USB-Abfragerate: 1.000 Hz
Primärtaster: Razer Optical Switches Gen-2
Anzahl Tasten: 10 + 1
Software: Razer Synapse
Beleuchtung: RGB mit 11 Zonen
Maße: 129 × 62 × 43 mm
Gehäuse: Hartplastik, Beschichtung
Gewicht: 101 Gramm (o. Kabel)
Anschluss: USB-A, 1,80 m, Stoff-umwickelt
UVP: 79,99 Euro

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