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City of Gangsters – Angespielt

Im Amerika der 1920er, dem Beginn der Prohibition, ist die Zeit des Wohlstands angebrochen. Denn nur weil die Menschen keinen Alkohol mehr herstellen und kaufen dürfen, heißt das nicht, dass sie aufhören zu trinken! Der illegale Handel mit Alkohol floriert wie nie, aber um an Gebäude, Käufer, Verkäufer und Utensilien zu kommen, „muss man einen Typen kennen“. In City of Gangsters gilt es dementsprechend ein Verbrechersyndikat aus dem nichts aufzubauen. Dabei konzentrieren sich die Entwickler besonderen auf die Sozialstrukturen. Wo Empire of Sin das Hauptaugenmerk auf den Taktischen Kampf legte, präsentiert sich City of Gangsters als eine rundenbasierte Wirtschaftssimulation.

Die Prohibition als Setting gibt dem Entwickler SomaSim (Project Highrise, 1849) einen engen Zeitrahmen für ein Mafia-Management Spiel vor. Aber trotz des kleinen Zeitfensters oder gerade deswegen, ist jede Entscheidung in City of Gangsters doppelt so wichtig. Die Städte, in denen man spielen kann, sind aktuell Chicago, Detroit und Pittsburgh. Aufgrund der eingeschränkten Auswahl der Städte, wurde scheinbar umso intensiver daran gearbeitet diese so perfekt zu gestalten, wie nur irgend möglich: An jeder Straßenecke ist ein NPC mit dem man interagieren kann. Die Welt wirkt belebt und das Gefühl der 1920er Jahre wird sehr gut eingefangen.

Mafia-Management im Gewand der Rundenstrategie

Im Gegensatz zu ähnlichen Spielen ist der Kampf unspektakulär und unwichtig. City of Gangsters fokussiert sich vielmehr auf die Sozialstrukturen und den Wirtschaftsaspekt hinter einem Verbrechersyndikat. Und es ist gerade dieser Fokus, welcher City of Gangsters ein alleinstellungsmerkmal im großen Pool der Wirtschaftssimulationen verleiht. Es ist auch nicht so, dass körperliche Auseinandersetzungen vollkommen irrelevant wären, sie können einen großen Vorteil bringen, aber die Kämpfe sind nicht animiert, und nur durch sinkende HP-Balken dargestellt. Kampf birgt ein enormes Risiko, und ist damit ein wenig wie ein All-In beim Poker, man kann viel gewinnen aber auch alles verlieren.

Und genau diese Design-Philosophie spürt man als Spieler. Man fühlt sich nicht wie ein schmieriger Geschäftsmann, aber auch nicht wie ein fieser Gangster. Man pflegt seine Verbindungen, spricht mit Leuten, verschiebt Waren von Lagerhaus zu Herstellungsort und verkauft diese Ware dann. Der eigene soziale Stand in der Gemeinschaft ist einer der zentralen Angelpunkte des Spiels, man baut seinen Einflussbereich aus, verdient durch gute Taten in der Gemeinschaft Einfluss und desto positiver die Leute einem gegenüber eingestellt sind, desto mehr Gefallen hat man bei ihnen offen.

Mafia-Micro-Management

Gefallen, Geld und diverse Waren sind die Hauptressourcen in City of Gangsters. Gefallen braucht man eigentlich in jeder Spielrunde, da es neue Möglichkeiten, wie Einkaufskontakte, potenzielle Käufer oder sogar neue Gangmitglieder eröffnet. Sogar um neue Gebäude für sein Handelsimperium zu erwerben, benötigt man neben Geld auch Gefallen bei den richtigen Leuten. Daher muss man sehr vorsichtig sein, wie man sich gibt, jeder Charakter hat Verbindungen zu anderen Charakteren und wenn man zu einem grausam ist, wirkt sich das auch auf alle seine Verbindungen aus. Geld wird benutzt, um Gangmitglieder zu entlohnen, Ware, wie Reinigungsalkohol oder Gläser und Flaschen, einzukaufen und um Gebäude zu verbessern. Man kann Autos kaufen und Lieferketten, die automatisch ausgeführt werden sollen, einrichten.

Gegenspieler in der City of Gangsters

In City of Gangsters spielen wir zwar einen Mafiaboss, überraschenderweise sind unsere größten Gegenspieler dennoch nicht die Polizei oder das Gesetz. Die Polizei kann man schnell, und mit verhältnismäßig wenig Aufwand unter die eigene Kontrolle bringen. Eine kleine Spende an die Polizei und 180 in-game-Tage lang hat man Ruhe vor den Gesetzeshütern. Die anderen Gangs und Gruppierungen sind aber nicht so leicht loszuwerden. Diese kann man entweder mithilfe der Polizei aus ihrem Einflussbereich vertreiben, einen Gangkrieg beginnen und sie auf diesem Wege übernehmen oder einfach den eigenen Einfluss in ihrem Bereich so auszuweiten, dass sie keine Geschäfte mehr führen können und bankrott gehen. Aber was man selbst versuchen kann, versuchen die feindlichen Gangs auch gerne bei einem selbst, wenn man keine Gefallen nutzt, um sich bei ihnen einzuschmeicheln.

Verbrecherbosse sind oft einsam

Die Veröffentlichung ist bisher nur für Windows-PCs geplant, über macOs wird noch nachgedacht. Das Spiel soll ein reines Singleplayer Spiel bleiben und Konsolen Ports sind aufgrund der durchdachten Maus und Tastatursteuerung auch eher unwahrscheinlich. City of Gangsters verliert aber durch den Singleplayer keinen Spielspaß. Zwar wäre es durchaus spannend seine Freunde in Gangkriegen auszuschalten, aber ein solcher Multiplayer würde das entspannte Spielgefühl wahrscheinlich ruinieren.

City of Gangsters soll noch 2021- im dritten Quartal - für PC (Steam) erscheinen.

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