Gamers.at
Konsole Reviews

Neoverse im Test

Vor ungefähr einem Jahr erschien Neoverse auf Steam und kommt dort, glaubt man den unzähligen positiven Nutzer-Reviews, überaus gut an. Also habe ich das Erscheinen der Switch-Version des anscheinend so süchtig machenden Cardbattle-Spiels zum Anlass genommen, die Sache mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Auf den ersten Blick lässt sich kaum erkennen, was dieses Neoverse denn eigentlich sein soll. Drei weibliche Hauptcharaktere, die sich bei jeder Gelegenheit in Fanservice-taugliche Posen werfen, quietschbunte Anime-Optik und eine genauso abstruse wie überflüssige Story, lasen erst mal etwas völlig anderes erwarten. Doch sobald man sich in die erste Schlacht gegen diverse, extra-dimensionale Monstrositäten wirft, vergisst man ganz schnell die anfängliche Skepsis und wird schneller in die Sammelkarten-Suchtspirale gezogen, als einem lieb ist.

Der hier gebotene Mix aus rundenbasiertem Cardbattle Gameplay und einem Roguelike-Aufbau, macht es einem mitunter recht schwer, aufzuhören. Den „ein Run geht noch“-Effekt, kennen wir alle und hier zeigt er sich besonders gerne. Aber beginnen wir ganz am Anfang, eben bei den besagten Damen, die sich an unserer Stelle in den Kampf um das Überleben der Menschheit (oder so) werfen.

Neoverse Charakter Screen 01

Immer ein Ass im Ärmel

Zu Beginn einer neuen Runde wählen wir zuerst eine der drei Ladies aus, die sich angenehm unterschiedlich spielen. So ist etwa Nayas Spezialität Radioaktivität, welche den Gegnern Schaden über mehrere Runden hinweg bescheren kann. Im späteren Verlauf kann man noch aus verschiedenen Startdecks, bereits erbeuteten Gegenständen und freigespielten Outfits wählen und schon wird man ins Getümmel geworfen. Runde um Runde kämpft man sich nun durch unterschiedliche Monsterkombinationen, um nach einer Weile dann bei einem Boss zu landen, dessen Ableben das Ende eines Durchgangs markiert und es uns erlaubt in die nächste (schwerere) Herausforderung aufzusteigen.

Im Kampf selbst gilt es seine Karten klug zu spielen und deren Effekte so gut wie möglich zu kombinieren, um die Gegner zu besiegen. Dabei stehen offensive, defensive sowie Status-beeinflussende Karten zur Verfügung. Ob man sich nun darauf konzentrieren will, sich selbst ein undurchdringliches Schild aufzubauen oder den Feind lieber schnellstmöglich niederringt, bleibt einem hier selbst überlassen. Jedoch bieten sich nicht alle Monster für jede Herangehensweise an. Nach bestandener Runde bekommt man als Belohnung jedenfalls eine neue Karte, die man dem Deck hinzufügen darf, Geld, Skillpunkte und hin und wieder auch Gegenstände. Schließlich darf man sich noch vor dem nächsten Kampf aussuchen, ob man sich einer verschärften Version stellen will, um bei einem Sieg mehr oder bessere Beute einstreifen zu können.

Ohne Fleiß kein Preis!

Die erbeuteten Reichtümer kann man jederzeit (auch mitten im Kampf) im Shop für neue Karten oder Gegenstände ausgeben. Was verfügbar ist, entscheidet der Zufall, jedoch kann das Angebot gegen einen Obolus neu ausgewürfelt werden. Skillpunkte lassen sich dagegen in einem nicht allzu verzweigten Skilltree einsetzten, um Grundwerte zu erhöhen oder passive Fähigkeiten zu erwerben. Was hier aktiviert ist, bleibt einem auch nach dem Game Over erhalten und verstärkt den jeweiligen Charakter dauerhaft. Von den erworbenen Gegenständen, von denen man auch passive Boni erhält, darf man maximal drei im Kampfgeschehen anlegen. Jeder weitere Gegenstand den man bekommt, wandert ins Inventar. Im Falle eines Neustarts kann man darauf zugreifen und denselben gegebenenfalls gleich ausrüsten.

So kämpft man sich Runde um Runde weiter, verbessert Charakter und Deck mit jedem Neustart und verfeinert seine Taktiken und schaltet Charaktere (gleich zu Beginn ist nur eine der drei Damen spielbar) und Outfits frei, bis man irgendwann am Ende der letzten Schlacht angekommen ist und vielleicht den Endboss besiegt. Doch auch dann ist Neoverse noch lange nicht ‘fertig’, denn der zufällige Aufbau der Runden und Belohnungen sowie die teilweise sehr unterschiedlich angelegten Decks, bieten ein sehr hohes Maß an Wiederspielwert.

Schöne Karten hast du da

Die Design-Entscheidung, auf männliche Charaktere zu verzichten und ausschließlich knapp bekleidete Damen zur Verfügung zu stellen, kann man natürlich hinterfragen, auch im Hinblick darauf, dass es keine Spiel- oder Story-relevante Begründung dafür gibt. Gelungen ist die visuelle Präsentation aber zweifelsfrei. Auch wenn manche Gegner und Arenen etwas uninspiriert daherkommen, so bleibt doch ein durchwegs positiver Gesamteindruck. Die Kampfanimationen sind schön gestaltet, die Karten hübsch designt und auch was die Performance angeht gibt es kaum was zu meckern. Einzig die teils winzige Schrift macht einem im Handheld-Modus immer wieder zu schaffen, wenn man wie ich, die Tage des uneingeschränkten Sehvermögens schon ein Weilchen hinter sich hat.

Soundtechnisch hat Neoverse leider kaum etwas Erwähnenswertes zu bieten. Die Hintergrundmusik beschränkt sich auf Fahrstuhl-taugliches Gedudel, fällt somit zumindest nicht negativ auf, da man sie so gut wie nicht bemerkt. Soundeffekte gehen in Ordnung, mehr aber auch schon nicht. Dasselbe kann man auch über die paar Fetzen Sprachausgabe sagen, die im Spiel zu finden sind. Wie wichtig einem das alles aber in einem Spiel dieser Art ist, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden.

Zusammenfassung

Ähnliche Beiträge

Kommentar abgeben

* Du erklärst dich mit der Speicherung und Verarbeitung deiner Daten einverstanden. Alle weiteren Informationen und Widerrufshinweise findest du in unserer Datenschutzerklärung.