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Uncharted: Legacy of Thieves Collection im Test

Ab dem 18. Februar 2022 feiert der Schatzsucher Nathan Drake endlich das von vielen Fans langersehnte Kinoleinwand-Debüt. Bereits jetzt erscheint sein letztes Abenteuer Uncharted 4: A Thief’s End nun auch endlich für die Playstation 5. Nicht nur das, zusammen mit dem Spin-off Uncharted: The Lost Legacy sind diese beiden Titel jetzt gemeinsam als die Legacy of Thieves Collection erhältlich. Können zwei erstklassige Spiele auf einer neuen Plattform noch besser werden? Spoiler: Ja können sie!

Uncharted: Drakes Schicksal aus dem Jahr 2007 legte den Grundstein für eine der erfolgreichsten PlayStation-Spielreihen überhaupt und zählt sicherlich zu den Aushängeschildern von Sonys Entertainment-Sparte. Die Faktoren für diesen Erfolg sind vielschichtig. Einerseits ist es natürlich die technische Umsetzung, welche schon zu Zeiten der PS3 für Begeisterung sorgte, die actiongeladene Inszenierung sowie die spannenden Geschichten, welche uns Spieler*innen an bemerkenswerte Orte rund um den Globus reisen ließ. Eine besonders große Stärke der Reihe liegt aber in der für Action-Adventures ungewöhnlich tiefen Charakterzeichnung der Protagonisten. Mit jedem neuen Teil der Reihe erfährt man etwas mehr und taucht immer tiefer in die Welten und die sehr persönlichen Geschichten der Figuren ein. Die ersten drei Teile wurden bereits gemeinsam in der Nathan Drake Collection veröffentlicht und nun folgt die Uncharted: Legacy of Thieves Collection, in der sowohl Uncharted 4: A Thief’s End, als auch das Spin-off Uncharted: The Lost Legacy gebündelt werden.

A Thief’s End beginnt zunächst mit Rückblick auf Nathans Kindheit, in der er mithilfe seines älteren Bruders Samuel aus dem römisch-katholischen St.-Francis-Waisenhaus  ausbricht. Dieser ist es dann auch, der Nathan aus seinem Ruhestand holt und ihn zur Suche nach dem in Kreuz des Heiligen Dismas überredet. Ihr Abenteuer führt die beiden rund um den Welt, etwa nach Libertalia, dem Piraten-Paradies, das sich tief in den Wäldern von Madagaskar befindet, auf Dschungelinseln, durch Städte und zu schneebedeckten Berggipfeln. Spielerisch bleibt sich auch Teil 4 der Reihe grundsätzlich treu. So steuert ihr Protagonist Nathan Drake aus der Third-Person-Perspektive, klettert und springt durch die abwechslungsreichen Abschnitte. Erstmalig lassen sich nun aber Fahrzeuge durch offenes Gebiet steuern. In unserem Test attestierten wir dem Titel, dass er ein würdiger Abschluss für die Serie zu ist.

Uncharted Legacy of Thieves Collection Nathan Drake Planung

Damenwahl

Im Spin-Off Uncharted: The Lost Legacy erleben wir erstmalig einen Perspektiven-Wechsel und steuern nicht Nathan Drake, sondern erleben einerseits eine Geschichte der weiblichen Antagonisten aus dem vierten Teil, der Söldnerin Nadine Ross, sowie der aus dem zweiten Teil bekannten indisch-australische Schatzsucherin Chloe Frazer. Die Handlung spielt einige Monate nach den Ereignissen von A Thief’s End und dreht sich um ein sagenumwobenes indisches Artefakt, den Stoßzahn der Gottheit Ganesha. Je nachdem welche Spielfigur man steuert, stehen unterschiedliche Faustfeuer- und Langwaffen oder auch Nahkampftechniken zur Verfügung. Die Schleich-Mechaniken wurden weiter ausgebaut, so können nun etwa schallgedämpfte Waffen eingesetzt werden, und erstmalig ist es möglich Schlösser zu knacken. Wie wir in unserem Test bereits bemerkten, viele Neuerungen gibt es nicht, die wenigen vorhandenen kann man aber allemal als Bereicherungen bezeichnen.

Mit etwa sechs Stunden Spielzeit bietet Uncharted: The Lost Legacy zumal nur gerade mal ein Drittel des Umfangs vom Hauptspiel und Entdeckungen abseits der Hauptstory sind eher unbedeutend. Da bietet A Thief’s End deutlich mehr Inhalt und fesselt länger vor den Bildschirm. Trotzdem ist natürlich auch The Lost Legacy unterhaltsam und verspricht abwechslungsreichen Spielspaß auf hohem Niveau.

Neu auf PS5

Wie bei fast allen Remastered-Versionen ist natürlich auch bei Uncharted: Legacy of Thieves Collection das wichtigste Kriterium, inwieweit sich nun die Grafik verbessert hat. In diesem Bereich verfügt das Spiel nun über mehrere Modi mit bestimmten Ausprägungen. Besitzer eines 4K-Bildschirms können etwa „Priorität Qualität“ auswählen und dann in nativer 4K-Auflösung mit einer Bildrate von 30 Bildern pro Sekunde spielen. Oder man wählt „Priorität Leistung“ und bekommt dann ein auf 4K hochskaliertes Bild angezeigt, jedoch mit doppelten FPS. Wer nur einen HD-Fernseher besitzt, der muss sich mit einer 1080p-Auflösung und verbessertem Anti-Aliasing zufriedengeben, welche durch Supersampling von einer 1440p-Basisauflösung erzeugt wird. Und dann gibt es noch den „Leistung+-Modus“, in dem die Spiele mit einer erhöhten Zielbildrate von 120 FPS und einer 1080p-Auflösung angezeigt werden – vorausgesetzt ihr verwendet ein kompatibles Display mit 120 Hz. Die Verbesserungen sind natürlich deutlich optisch sichtbar und mit dem angepriesenen „atemberaubendem Detailreichtum“ hat man dieses Mal nicht zu viel versprochen. Am meisten profitiert die Legacy of Thieves Collection jedoch von der ultraschnellen SSD der Playstation 5. Der Spielfluss wird durch keine größeren Ladezeiten gestört, sodass man sich, zusammen mit der tollen Optik und der spannenden Geschichte, beinahe schon wie in einem interaktiven Hollywood-Blockbuster vorkommt.

Zusätzlich zur verbesserten Grafik gibt es akustisch nun auch 3D-Audio zu hören. Damit soll es beispielsweise nun möglich sein, immer genau zu wissen, woher die Schüsse kommen. Sowohl spielerisch als auch in Sachen Atmosphäre bringt der neue Rundum-Sound aber nur sehr wenig Mehrwert. Und natürlich muss jedes PS5-Spiel auch die Funktionen des DualSense Wireless-Controller unterstützen. In diesem Fall wurde die Steuerung der Figuren für das haptische Feedback und die adaptiven Trigger optimiert, sodass sich jetzt Faustschläge, Sprünge oder das Steuern eines Geländewagens nun noch intensiver anfühlen.

PC Version kommt später

Getestet haben wir ausschließlich die PlayStation 5 Version, ein Releasedatum für die PC-Fassung wurde bislang noch nicht bekannt gegeben, soll aber nicht in diesem Jahr folgen. Besitzer*innen von Uncharted 4: A Thief‘s End oder Uncharted: The Lost Legacy, können übrigens für 10 € ein Upgrade auf die Legacy of Thieves Collection durchführen. Habt ihr die PS4-Disc-Version, so müsst ihr aber die Disc immer in die PS5-Konsole einlegen. Alte Spielstände können übrigens importiert werden, dafür muss man aber auf sämtliche Multiplayer-Modi verzichten, denn diese sind kein Bestandteil der Kollektion.

Zusammenfassung

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