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Assassins Creed: Rogue TEST

„Für den nächsten Teil der Serie, täte Ubisoft jedoch gut daran, nicht nur das Szenario, sondern auch gewisse alt her gebrachte Spielabläufe zu modernisieren und der Reihe dringend benötigte Innovationen nahe zu bringen. Bis dahin dürfen wir aber mit unseren Piraten das schöne Karibikfeeling genießen“. Tja.. das war mein Fazit des vorletzten Teiles, Assassins Creed: Black Flag. Was liefert Ubisoft nun nach dem teilweise umstrittenen Unity, welches schon nicht viele Neuerungen aufwies? AC: Black Flag 1.5.

Dies kann man zumindest sagen, wenn man auf das reine Gameplay und Setting achtet. Passend dazu spielt die Handlung auch Mitte des 18ten Jahrhunderts, zur Zeit des Siebenjährigen Krieges. Somit schließt es auch an die Teile Black Flag sowie Freedom Cry inhaltlich an. Es wird also nicht nur spielerisch viel Bekanntes vorkommen, sondern erfahrene Spieler dürften auch so manchen Charakter wieder erkennen.

Womit wir eigentlich zu dem einzigen Bestandteil des Spieles kommen, der einen Kauf wirklich rechtfertigen könnte (abgesehen von der Begründung, dass man absolut nicht genug von der Assassins Creed Piraterie bekommen kann). Nämlich der Geschichte. Wenn schon nicht vom Gameplay her, dann bringt Ubisoft hier doch endlich genügend Abwechslung, indem Sie uns mit dem Iren Shay Patrick Cormac einen Helden nahe bringen, der erstmalig einen Gesinnungswechsel von den Assassinen weg erlebt. Und dies auch noch zu ihren Erzfeinden den Templern.

Dies wird sogar recht glaubwürdig inszeniert und man kann seine Entscheidung nachvollziehen. Es ist auch lange genug Zeit um seinen Wandel und seine Zweifel verständlich dem Spieler nahe zu bringen. Wer als richtiger Assassins Creed Fan also schon immer einmal für die andere Seite des Konflikts antreten wollte, der kann dies nun guten Gewissens tun. Zwar immer noch in einem zwar bekannten Szenario, aber doch mit frischem Wind.

Dies gibt AC:Rogue eine eher düstere und kalte Atmosphäre, verrät Shay doch seine Freunde und Weggefährten auf gewisse Weise. Da passt es dann natürlich auch ganz gut, dass wir Spieler hier auch in sehr kalten Gefilden unsere Segel setzen können – lange Nächte und düstere Eislandschaften inklusive. Die auf See wichtigen Eisberge sind aber nicht nur zwecks der Atmosphäre da, sondern können auch mittels Kanone zerschossen (hilft ungemein, will man einem „Titanic-Schicksal“ entgehen) oder mittels Eisbrecher Aufsatz einfach „umgefahren“ werden.

Für Shays Schiff, die Morrigan, gibt es dann doch auch einige, kleinere Neuheiten. Zum Beispiel eine „Minikanone“, die man sowohl bei Hafen als auch Seegefechten verwenden kann. Weiters kann man Öl einsetzen, das nach Ausbreiten auf dem Wasser in Brand gesetzt wird. So kann man also seine ganz eigene Variation der „Schlacht von Blackwater“ veranstalten.

Das wären aber leider auch schon großteils alle Neuerungen und hier kann man dann doch von einigem vergeudeten Potential sprechen. Zwar gibt es als Templer die Option Aufträge der Assassinen zu vereiteln, besondere Fähigkeiten oder sonst neue Tätigkeiten bleiben jedoch Mangelware.

FAZIT

Somit bleibt Rogue, trotz interessantem Setting wenig mehr als ein „Black Flag 1,5“ und nur für wirkliche Fans der Serie zu empfehlen, die nicht genug vom Piratendasein bekommen können. Alle anderen können sich entweder mit dem inzwischen gepatchten Unity vergnügen oder auf die bereits bald erscheinenden nächsten Teile der Assassins Creed Reihe den „Chronicles“ warten, welche euch Episoden-weise unter anderem nach China, Indien und Russland führen sollen. Mit deren Veröffentlichung ist „bis Herbst 2015″ zu rechnen, erhältlich auf PC, PlayStation 4 und Xbox One.

Gesamtwertung: 7.2

Einzelwertungen: Grafik: 8 | Sound: 8 | Handling: 6 | Spieldesign: 8 | Motivation: 6

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