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Child of Light – der Test

Child of Light ist ein nettes kleines Spiel aus dem Hause Ubisoft, das mit einer märchenhaften Atmosphäre und einer originellen Optik überzeugt. Dank der Mischung aus Jump ’n‘ Run, Rollenspielelementen, Puzzles und einem Hauch von Taktik ergibt sich ein erfrischender Mix, der für entspannende Spielstunden sorgt.

Märchen im 21. Jahrhundert

Die junge Aurora ist die Tochter eines österreichischen (yay! 😉 ) Herzogs, die wie Dornröschen in einen Tiefschlaf verfällt und in der mystischen Traumwelt Lemuria erwacht. Während ihr Vater um sie trauert, versucht sie einen Weg zurück nach Hause zu finden und muss sich dabei unterschiedlichen Gefahren stellen. Die Königin der Nacht hat Unheil über Lemuria gebracht und die Sonne, den Mond und die Gestirne entwendet. Nun wandeln grausige Kreaturen durch die Lande und Aurora muss den Frieden wieder herstellen, so wie es das Schicksal vorgesehen hat. Nur so kann sie das magische Reich hinter sich lassen und zurück zu ihrer Familie gelangen. Unterstützt wird sie von Igniculus, einem kleinen leuchtenden Wesen, das ihr auf ihrem Weg zur Seite steht und ihr beim Lösen von zugegebenermaßen extrem einfachen Rätseln unter die Arme greift. Aurora trifft auf ihrem Weg auch noch auf andere seltsame Gesellen, die sie im Kampf unterstützen und jeweils ihre eigene Geschichte erzählen. Interessanterweise sprechen die meisten Figuren in Versen und es finden sich auch diverse Anspielungen an Shakespeare und Co. in den Dialogen.

Eine Idylle aus Wasser und Farbe

Die an Aquarelle erinnernde Optik vermittelt eine malerische Atmosphäre, die durch einen melodischen Soundtrack unterstrichen wird. Die idyllischen Hintergründe und die träumerische Umgebung werden dank Ubisofts eigener Engine besonders gut in Szene gesetzt, zuletzt durften wir die Performance der UbiArt Framework im 2D Jump ‘n’ Run Rayman Legends bewundern.

Komplexität mal einfach

Das Kampfsystem vereint rundenbasierte Taktik mit Echtzeit-Elementen und ist innerhalb kürzester Zeit erlernbar. Die Kämpfe finden, wie man es aus vielen japanischen Rollenspielen kennt, in eigenen Arealen statt und werden stets mit zwei Charakteren bestritten, die man beliebig wechseln kann. Child of Light ist streng genommen aber doch nicht wirklich rundenbasiert, sondern arbeitet mit Zeitintervallen – jede Figur bewegt sich auf einer Zeitleiste mit einer bestimmten Geschwindigkeit und kann erst am Ende der Leiste eine Aktion ausführen. Buffs und Debuffs können die Schnelligkeit beeinflussen und auch Auroras treuer Begleiter Igniculus kann Gegner verlangsamen. Die Kämpfe sind zwar taktisch, erfordern aber keine tiefgründige Beschäftigung mit dem Spiel und können auch auf Schwer locker gemeistert werden.

Rollenspielelemente für Einsteiger

Auch das Skillsystem ist recht simpel gestaltet: Statuswerte erhöhen sich beim Levelaufstieg automatisch, Skillpunkte können bei allen Charakteren in drei lineare Talentbäume investiert werden. Rüstungen und Waffen werden mit Juwelen besetzt, die mit einem einfachen Craftingsystem hergestellt werden können. Obgleich es sich vielleicht etwas kompliziert anhören mag, ist Child of Light äußerst einsteigerfreundlich und eignet sich gut für entspannende Spielsessions. Das ist allerdings auch unser Hauptkritikpunkt am Spiel, denn obwohl wir haben bereits nach zehn Minuten auf Schwer umgestellt haben, sind wir nie richtig ins Schwitzen gekommen.

FAZIT

Stimmig, atmosphärisch, anders – so lässt sich Child of Light wohl am besten beschreiben.Die Optik mag vielleicht nicht jedermanns Sache sein, ist aber sehr gut umgesetzt und unterstreicht die Stimmung des Spiels ungemein. Spannend fanden wir die Dialoge, denn Verse liest man immerhin nicht jeden Tag. Die Erzählweise und Präsentation ist stark von Märchen und Dichtungen inspiriert und weiß auch in der Umsetzung zu überzeugen. Wer sich nicht davor scheut in eine Märchenwelt einzutauchen und Spiele hin und wieder auch einfach nur gerne genießt, sollte hier auf jeden Fall zuschlagen. Wer auf der Suche nach einem komplexen und fordernden Spiel ist, wird aber enttäuscht werden, denn Child of Light ist im besten Falle eine Light-Version eines klassischen Rollenspiels und auch die Rätsel sind innerhalb von Sekunden lösbar. Für entspannende Abende das wohl bisher beste Spiel des Jahres.

Ein Gastartikel von Silvia Wipfler

Gesamtwertung: 8.8

Einzelwertungen: Grafik: 10 | Sound: 8 | Handling: 10 | Spieldesign: 6 | Motivation: 10

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