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Indie Neuerscheinungen im Jänner

Noch ein paar Spieleempfehlungen für Indiespiele von etwas außerhalb des üblichen Mainstreams gefällig? Nachdem es zu Jahresanfang wie üblich nur wenige aufregende Neuerscheinungen gab,  sind nun Ende Jänner wieder einige recht gute Spiele auf Steam erschienen. Ich habe sechs Indie Neuerscheinungen des Jänner ausgesucht, mit denen ich während der letzten Wochen jeweils einige vergnügliche Stunden verbracht habe.

Zu meiner Auswahl von Indie Neuerscheinungen im Jänner zählen neben einem klassischen Point & Click Adventure, einem Pixel Art Action-Adventure und einem Adventure in 3D auch ein neues Metroidvania. Dazu gesellen sich noch zwei neue Rollenspiele, die bereits einen hervorragenden Eindruck machen, aber genau genommen beide noch ziemlich unfertig allererst in den Early Access veröffentlicht wurden, weswegen sie streng genommen (noch) keine Indie Neuerscheinungen des Jänner darstellen.

Encodya

Meine erste Kurzvorstellung von Indie Neuerscheinungen im Jänner handelt von einem liebenswerten Point & Click Adventure ganz in der Tradition der alten Lucasfilm Games Klassiker. In Encodya spielt ihr Tina, ein verwaistes neunjähriges Mädchen, das im dystopischen Berlin der nahen Zukunft (fast) alleine auf der Straße leben muss. An Ihrer Seite ist SAM-57, Ihr treuer Roboter, den sie bei ihrer Geburt geschenkt bekommen hat. Ihr könnt jederzeit zwischen den beiden wechseln, um ihre jeweiligen Stärken und Fähigkeiten zu nutzen. SAM kann beispielsweise schwere Sachen heben, während Tina in kleine Löcher greifen kann. Was wie ein ganz normaler Tag für die beiden beginnt, an dem Tina Essen für sich und Öl für ihren Kumpel besorgen muss und außerdem plant, das undichte Plastikdach ihrer Unterkunft zu reparieren, entwickelt sich bald zu einem Abenteuer, das die Zukunft der ganzen Stadt verändern wird.

Ein obdachloses Waisenkind in einer Stadt mit korruptem Bürgermeister und nach Cyberspace süchtigen Menschen ist zwar ein sehr tristes Setting, aber das Spiel ist absolut nicht düster und deprimierend. Es ist bunt, Tina und ihr Roboter sind immer fröhlich, die Bewohner sind meist freundlich und die (ein wenig menschenleeren) Straßen sind sauber.

Die optische Präsentation von Encodya ist absolut top. Man kann mit einem Doppelklick auf einen Ausgang den Raum sofort verlassen oder die Leertaste drücken, um alle Hotspots zu sehen. Die Nutzung des Inventars oder das Agieren mit der Umgebung ist sehr einfach und problemlos. Das Sprachausgabe ist professionell gemacht, die Ladezeiten sind kurz. Es gibt zwei Schwierigkeitsstufen, man kann entweder ohne Hinweise spielen oder eine leichtere Version mit aktivierten Hinweisen wählen.

Alles in allem ist Encodya ein tolles Adventure voller meist objektorientierter Rätsel und mit Multiple-Choice-Dialogen – genau so wie früher die Spiele von Lucasfilm Games. Das Spiel ist seit dem 26. Jänner auf Steam erhältlich und eine von mehreren wirklich spielenswerten Indie Neuerscheinungen im Jänner.

Olija

Meine zweite Spieleempfehlung von Indie Neuerscheinungen im Jänner betrifft Olija, das soeben vom Publisher Devolver Digital veröffentlicht wurde. Ich hatte von dem Spiel zuvor noch nie gehört, hatte also keinerlei Erwartungen, als ich es zum ersten Mal gestartet habe. Drei Tage und einige Spielesitzungen später war es durchgespielt – es ist vielleicht kurz, aber verdammt gut. Olija verwendet Pixel Art für seine Grafik, und zwar extreme Pixel Art. Der Spieletrailer in schön gezeichneter Zeichentrickgrafik passt da irgendwie nicht dazu – davon sieht man im Spiel nämlich nichts. Die Grafik von Olija ist ähnlich wie in Songbringer – man erkennt jeden Pixel, das schaut aus wie einst am Commodore C-64. Man muss diesen Stil mögen, oder man wird Olija nicht mögen. Ich mochte es.

Man spielt Lord Faraday, den Lord von einem völlig verarmten Fischerdorf, der beschließt, sein Volk in eine bessere Zukunft in einem weit entfernten Land zu führen. Er kommt nicht sehr weit. Ein schreckliches Unwetter und ein riesiger Wal versenken das Schiff, die Dorfbewohner ertrinken oder werden von den Eingeborenen gefangen genommen, und Lord Faraday wird von einem alten Mann gerettet und auf eine kleine Insel gebracht, wo er auf einen Haufen verzweifelter Schiffbrüchiger trifft. Hier beginnt das Abenteuer. Der alte Mann mit seinem kleinen Schiff transportiert Faraday zu verschiedenen Inseln, auf denen sich drei magische Schlüssel befinden sollen, mit denen wir ein riesiges Tor öffnen können um in unsere Heimat zurück zu gelangen.

Wir erkunden also die verschiedenen Inseln auf Jump ‘n’ Run Art, Gegner werden mit unserem Säbel (oder anderen Waffen) bekämpft. Sowohl die Sprungeinlagen als auch die Kämpfe und die Rätsel sind von der einfacheren Sorte – man hat fast den Eindruck, dass die Entwickler auch ungeschickteren Spielern unbedingt das Durchspielen der Geschichte ermöglichen wollten. Selbst die Bosskämpfe sind relativ einfach zu schaffen.

Die Inseln werden von seltsamen Kreaturen bewohnt und bergen einige Geheimnisse. Faraday rettet einen Hutmacher, der daraufhin magische Hüte für ihn herstellt (wenn er ihm die benötigten Rohmaterialen besorgt), eine mysteriöse Prinzessin sowie einige der Besatzungsmitglieder von seinem gesunkenen Schiff. Er findet eine verfluchte Harpune, die immer zu ihm zurückkehrt und es ihm ermöglicht, sich blitzartig zu ihr zu teleportieren, was natürlich für ein paar Actionsequenzen benötigt wird. Weitere Waffen wie eine Muskete runden seine Ausrüstung ab. Bald erwacht die Insel mit den Schiffbrüchigen wieder zum Leben und bietet Lord Faraday eine Basis für seine Expeditionen, auf der er sich erholen oder mit neuen Hüten ausrüsten kann.

Was ich an Olija wirklich geliebt habe, waren die ständigen Überraschungen, die immer neuen Entdeckungen, während man die Inseln erkundet. Seltsame Bewohner, gut versteckte Sammelobjekte, ein paar neue Ausrüstungsgegenstände, Story-Wendungen… es wird nie langweilig. Es ist weder extrem herausfordernd noch sehr lang, aber es ist wirklich gut, solange es dauert. Wer also Lust auf ein paar Stunden Pixel Art Jump ‘n’ Run mit dem Fokus auf Erkundung und Story hat, dem kann ich Olija nur empfehlen. Das Spiel ist seit dem 28. Jänner auf Steam erhältlich und es gibt sogar eine kostenlos spielbare Demo.

Call of the Sea

Bei Call of the Sea handelt es sich um ein weiteres Adventure. Allerdings wird die Umgebung nicht in 2D, sondern in wunderschönem 3D dargestellt. Wir spielen Norah, eine junge Frau in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts, die an einer unbekannten Krankheit leidet. Dunkle Flecken auf unseren Händen sind der Grund, warum wir uns nur mit Handschuhen außer Haus bewegen. Und dann wären da noch die schrecklichen, andauernd wiederkehrenden Albträume! Nachdem uns kein Arzt helfen kann, hat sich unser Mann auf die Suche nach einem Heilmittel gemacht. Seit gut einem Jahr haben wir nun aber nichts mehr von ihm gehört. Seine Spur führt uns zu einer unbewohnten Insel im Südpazifik, die von den abergläubischen Einheimischen wie die Pest gemieden wird. Also mieten wir uns ein Boot und machen uns auf den Weg zur Insel. Dort angekommen stellen wir fest, dass wir genau von dieser Insel immer wieder geträumt haben. Sehr seltsam, oder?

Die paradiesisch anmutende Insel ist wohl doch nicht so verlassen. Schon bei der Landung finden wir die Spuren einer Expedition am Strand, unser verschollener Mann war also zweifelsohne hier. Auf seinen Spuren dringen wir immer weiter in das Innere der Insel vor. Dort wartet jedoch noch viel mehr auf uns. Vermisste Schiffe, uralte Tempelanlagen als Zeugen einer untergegangenen Zivilisation, unbekannte Tiere… das Bermuda Dreieck ist ein Erholungsheim dagegen. Es gibt viel zu erforschen und viele Dinge zu finden, wobei Norah meistens einen gesprochenen Kommentar abgibt. So erfahren wir mehr und mehr von der Insel und über unsere Beziehung zu unserem vermissten Mann. Wichtige Hinweise und Rätselnotizen werden von Norah übrigens automatisch in ein Tagebuch eingetragen – sehr komfortabel.

Ich bin eigentlich kein großer Fan von Adventures in 3D, sehr oft spielen sich die eher unübersichtlich und die 3D Ansicht ist eher eine Qual als ein Vorteil. Ganz anders bei Call of the Sea – hier macht das Erkunden der Insel mit ihren unzähligen Geheimnissen wirklich Spaß. Sämtliche Handlungen sind per Mausklick ganz einfach auszuführen, sodass man nur wegen der Rätsel, aber nicht wegen der schlechten Steuerung ins Schwitzen kommt. Die Steuerung funktioniert übrigens sowohl mit der Maus als auch mit einem Controller ohne Probleme.

Abgesehen von der guten Grafik ist das Spiel auch komplett (auf Englisch) vertont, sämtliche Sätze und Gedanken unserer Protagonistin werden von Cissey Jones gesprochen, die mich schon bei der Vertonung von Firewatch beeindruckt hat. Neben einer hervorragenden deutschen Übersetzung der (optionalen) Untertitel bietet das Spiel auch die Möglichkeit, unser Sichtfeld auf 100 Grad zu erweitern. Für mich sehr wichtig ist auch die Möglichkeit, das Kamerawackeln beim Gehen (head bobbing) abzuschalten, weil mir sonst schnell schlecht wird, wie beispielsweise beim eigentlich ganz gut gemachten Adventure Draugen. Wer auf der Suche nach einem grafisch hervorragenden Adventure in 3D, mit einer spannenden Geschichte in sechs langen Kapiteln, verbunden mit nicht allzu schweren, aber unterhaltsamen Rätseln ist, liegt bei Call of the Sea absolut richtig, weswegen es in meiner Vorstellung von Indie Neuerscheinungen im Jänner nicht fehlen darf, wenngleich es bereits im Dezember letzten Jahres auf Steam erschienen ist.

Ender Lilies: Quietus of the Knights

Mit Ender Lilies: Quietus of the Knights ist diese Tage ein erstklassiges Metroidvania im Early Access erschienen, in dem wir wieder einmal eine verfluchte Welt retten müssen. Es handelt sich um ein klassisches Metroidvania von japanischen Entwicklern, mit perfekter Steuerung und einer düsteren Welt zum Erkunden. Kämpfe, Sprungeinlagen, versteckte Objekte, das Verbessern des Charakters… alles dabei! Aus diesem Grund möchte ich es in meiner Vorstellung von Indie Neuerscheinungen im Jänner nicht aussparen.

Manche Metroidvanias mögen hässlich sein, sind aber trotzdem gut – Ender Lilies: Quietus of the Knights ist wunderschön und extrem gut! Es ist nicht nur visuell ansprechend, sondern auch mit einer ansprechenden Rahmenhandlung, die im Verlauf des Spieles erzählt wird – durch Dinge, die man findet oder Leute, die man trifft. Die Spielwelt ist düster und deprimierend. Es regnet die ganze Zeit und der Regen verwandelt die Bewohner in Monster, und wird daher von den Leuten auch als Regen des Todes bezeichnet. Ender Lilies: Quietus of the Knights ruft ein ähnliches Gefühl wie Blasphemous, Dark Souls oder Dark Devotion hervor. Die Bewohner der Welt sind alle gequälte Kreaturen, oftmals unsere ehemaligen Freunde, und wir erlösen sie von ihrem Elend indem wir sie mit dem Schwert durchbohren.

Wir spielen Lily, ein junges Mädchen, das auf einer großen Steinplatte im Keller einer verfallenen Kirche liegt, als der Geist eines ehemaligen Ritters uns wiederbelebt. Er führt uns durch die Katakomben und erzählt uns von der Welt, da wir uns an absolut gar nichts erinnern können. Lily kämpft nicht selbst, sondern sie nutzt verschiedene Geisterwesen, um für sie zu kämpfen. Es sieht cool aus, wenn Lily angreift und der Geist den Angriff im Hintergrund durchführt. Wir können Lily sogar fortbewegen, während einige der Geister ihren Angriff ausführen. Der erste Geist, der uns beisteht, ist der Ritter der uns auch aufgeweckt hat. Bald schon finden wir aber weitere Geister, die für uns kämpfen. Einige können wir nur ein paar Mal beschwören, bevor wir sie wieder aufladen müssen. Wir können bis zu drei Geister ausrüsten, während wir ein weiteres Set mit drei Geistern vorbereiten können, auf das wir bei Knopfdruck wechseln können. Die Geister dienen in Ender Lilies: Quietus of the Knights also einfach als Ersatz für die sonst üblichen Waffen.

Feinde geben ein deutliches Zeichen, bevor sie angreifen, was das Ausweichen oder Blocken erleichtert. Als junges Mädchen ist Lilys Widerstandsfähigkeit gegen Schaden nicht sehr hoch, selbst die Berührung eines Feindes reduziert ihre Lebensenergie. Sie kann sich durch Beten heilen, aber natürlich nur ein paar Mal. Während ihres Abenteuers erwirbt sie Fähigkeiten von besiegten Gegnern, und gefundene Reliquien – wenn sie ausgerüstet sind – stärken sie noch mehr. Die Welt verzweigt sich oft in verschiedene Richtungen. Genretypisch für Metroidvanias sind einige Teile der Welt unmöglich zu erreichen, solange Lily nicht über die nötigen Fähigkeiten verfügt. Zum Glück gibt es eine automatisch mitgezeichnete Karte, so dass man sich nicht so leicht verirren kann. Die Bosse sind visuell beeindruckend, sie erfordern alle unterschiedliche Herangehensweisen um sie zu besiegen.

Ender Lilies: Quietus of the Knights befindet sich noch im Early Access und ist nicht vollständig. Es spielt sich bereits fantastisch, aber es endet nach 3 langen Abschnitten. Laut den Entwicklern sind 5 weitere für die endgültige Fassung geplant. Der Spielstand wird bei Sitzbänken gespeichert, ähnlich wie im fantastischen Hollow Knight. Das Gameplay scheint generell sehr von Hollow Knight inspiriert zu sein, was ja eine gute Sache ist. Sitzbänke dienen auch für die Schnellreise mit dem Pferd und zum Wechseln der Ausrüstung (Reliquien, Geister). Die englische Übersetzung ist nicht schlecht, ganz im Gegensatz zu anderen aktuellen Spielen (wie Kelipot oder Ancient Abyss), und auch die Musik ist überraschend gut. Ich habe meine Zeit in den ersten drei Abschnitten dieses Metroidvanias absolut genossen! Seit dem 21. Jänner ist das Spiel über Steam als Early Access-Version erhältlich und folglich auch Teil meiner Vorstellung von Indie Neuerscheinungen im Jänner.

King Arthur: Knight’s Tale

Neocore Games, die Jungs aus Budapest die uns bereits die Actionspiele Warhammer 40.000: Inquisitor und The Incredible Adventures of Van Helsing gebracht haben, haben ihr neuestes Epos im Early Access veröffentlicht: King Arthur: Knight’s Tale. Diesmal handelt es sich jedoch nicht um ein Action-Rollenspiel, sondern um ein Rollenspiel mit rundenbasierten Kämpfen. Der visuelle Stil und die Atmosphäre sind jedoch sehr ähnlich zu ihren älteren Spielen… dunkel und deprimierend, voller Wahnsinn und Schmerz.

Ihr spielt Sir Mordred. Dieser hat einst mit einer Armee von Untoten und Monstern gegen König Arthur gekämpft, Camelot niedergebrannt, und jeden getötet, der sich ihm in den Weg gestellt hat. Schließlich hat Sir Mordred auch König Arthur selbst in einer letzten Schlacht getötet, wobei er dabei jedoch selbst von Arthur erstochen wurde. König Arthur ist jedoch nicht wirklich tot geblieben, sondern hat sich auf seiner Reise nach Avalon in etwas Böses verwandelt und die Welt in völliges Chaos und Verzweiflung gestürzt.

Um diesen Alptraum zu beenden und König Arthur ein für alle Mal zu töten werden wir von der Lady of the Lake wieder ins Leben zurückgeholt. Wir stellen uns eine Gruppe von Rittern aus König Arthurs ehemaliger Tafelrunde (oder anderen nützlichen Helden, denen wir im Laufe des Spiels begegnen) zusammen, bereisen das zerstörte Land, bauen Schloss Camelot wieder auf, um schließlich König Arthur endgültig zu vernichten. Alles, was wir tun, wird von der Lady of the Lake kommentiert, die unsere Handlungen beobachtet und hofft, dass sie mit unserer Wiederbelebung keinen Fehler begangen hat.

Während der rundenbasierten Kämpfe verwenden wir Aktionspunkte, um unsere Helden zu bewegen und ihre Fähigkeiten zu nutzen. Nachdem wir eine Startposition ausgewählt haben bewegen wir unsere Figuren, greifen Feinde (vorzugsweise von hinten, um mehr Schaden anzurichten) an, setzen Zaubersprüche ein, und so weiter. Wir können heranzoomen, um die blutigen Kämpfe aus nächster Nähe zu genießen, sie sehen wirklich gut aus.

Außerhalb der Kämpfe bewegen wir unsere Gruppe in Echtzeit während wir die Umgebung erkunden. An Rastplätzen können wir entweder Lebenspunkte oder Rüstungspunkte wiederherstellen. Mit der Maus schauen wir uns in alle Richtungen um und zoomen stufenlos, eine automatische Karte verhindert, dass wir uns verirren. Der erste Ritter, den wir nach unserer Wiederbelebung finden, ist Sir Kay, einst ein treuer Diener von König Arthur. Er wird auch unser erster Verbündeter, nachdem wir ihn aus seinem Gefängnis befreit haben. Es scheint, als hätten wir einen gemeinsamen Feind. Unser zweiter Verbündeter wird Sir Balan, wobei ich mir nicht sicher bin, ob er sich uns angeschlossen hätte, wenn ich ihm gesagt hätte, dass wir seinen Vater getötet haben. Später schließt sich eine Dame unserer Gruppe an, die zwar völlig verrückt ist und den Heiligen Gral sucht, aber sehr gut mit ihrem Bogen umgehen kann.

Unsere Basis wird Schloss Camelot, wo wir unsere Verbündeten ausrüsten und sie heilen, wenn sie verletzt oder verflucht von einer Quest zurückkehren. Wir können das von uns einst zerstörte Schloss zu seiner früheren Pracht wieder aufbauen. In Camelot stellen wir unsere Abenteuergruppe zusammen, um auf heldenhafte (oder nicht so heldenhafte) Quests zu gehen. Die Geschichte ist nicht geskriptet, unsere Entscheidungen können in verschiedene Handlungszweige führen. Wir müssen sowohl in den rundenbasierten Kämpfen als auch auf der Abenteuerkarte schwierige Entscheidungen treffen, die sowohl die Geschichte als auch die Loyalität unserer Helden beeinflussen. Wir können alles werden, von einem rechtmäßigen Herrscher bis hin zu einem rücksichtslosen Tyrannen. Verbündete können uns wie schon in Baldur’s Gate verlassen, wenn sie mit unseren Handlungen überhaupt nicht einverstanden sind.

King Arthur: Knight’s Tale ist ein hervorragendes Rollenspiel mit rundenbasierte Kämpfen gegen alptraumhafte Kreaturen. Es erzählt die Sage von König Arthur vollkommen neu, allerdings fehlen aktuell im Early Access noch große Teile der Kampagne. Entwickler Neocore Games plant, diese in den nächsten Monaten einzufügen. Das Grundgerüst eines hervorragenden Spieles steht bereits, sobald die Kampagne vollständig ist wird King Arthur: Knight’s Tale wohl zu einem meiner Lieblingsspiele. Die Early Access-Version ist seit dem 26. Jänner auf Steam spielbar und insofern doch wieder rechtens in meiner Vorstellung von Indie Neuerscheinungen im Jänner vertreten.

The Waylanders

Schlussendlich will ich euch noch The Waylanders vorstellen, ein sehr ehrgeiziges Rollenspiel im Early Access. Eigentlich schon seit einigen Monaten, aber erst am 25. Jänner ist in einem größeren Update auch eine deutsche Lokalisierung hinzugefügt worden. Die spanischen Entwickler von Gato Studio haben mit diesem Spiel ganz klar etwas Großes vor. Die Hintergrundgeschichte wurde von professionellen Autoren geschrieben und spielt in zwei Zeiten, der keltischen Mythologie und dem mittelalterlichen Spanien, wobei unsere Handlungen in der einen Zeit Konsequenzen in der anderen Zeit haben. Zuerst erstellen wir unseren Charakter aus fünf mythischen keltischen Rassen sowie sechs Klassen (Krieger, Heiler, Zauberer, Waldläufer, Schurke, Wächter). Im Laufe des Spieles können sich unserer Gruppe neun vollkommen unterschiedliche Begleiter mit jeweils einer umfangreichen Hintergrundgeschichte anschließen.

The Waylanders bietet riesige Landkarten mit einer Vielzahl von Quests zum Erkunden. In viele Konversationen im Multiple-Choice Verfahren beeinflussen wir die Geschichte. Unsere Figuren haben sechs Hauptattribute (Stärke, Konstitution, Beweglichkeit,…), die verbessert werden können. Jeder Charakter hat seine individuellen Fähigkeiten, die in einem Fertigkeitenbaum freigeschaltet werden. Unser gemeinsames Inventar ist riesig, wobei jeder Charakter fünf Gegenstände ausrüsten kann. Das Spiel legt automatisch eine Landkarte an, notiert den Missionsfortschritt in einem Journal und füllt einen Kodex mit allen Informationen, die wir während unserer Abenteuer lernen. Ganz schön viel zu lesen. Die zahlreichen Kämpfe finden in Echtzeit statt, können aber jederzeit pausiert werden. Unsere Gruppenmitglieder greifen Feinde an, sobald sie sie sehen, solange wir ihnen keine anderen Befehle geben. Mit zunehmender Erfahrung lernen wir auch taktische Formationen für unsere Heldengruppe, die wir im Kampf einsetzen können.

Der Anfang des Spieles ist ein wenig chaotisch. Wir begleiten unseren König auf einer vollkommen friedlichen diplomatischen Mission, um unsere Götter zu treffen. Dazu segeln wir zur Heimat der Götter… und plötzlich ist unser König schwer verwundet und wir kämpfen mit unseren Begleitern gegen angriffslustige Bestien um unser Überleben. Jeder der Beteiligten in unserer Gruppe muss doch zumindest einen Teil des Geschehens mitbekommen haben, aber als Spieler erhalten wir keine Informationen was denn nun so schrecklich schief gegangen ist. Unsere erste Mission besteht darin, den verletzten König zurück an Bord seines königlichen Schiffes zu geleiten. Danach kehren wir in unsere Heimat zurück, in der inzwischen ein brutaler Bürgerkrieg um die Herrschaft ausgebrochen ist. Wir müssen uns wohl für eine Seite entscheiden – und so beginnt die Geschichte.

The Waylanders ist derzeit ein ambitioniertes Fantasy Rollenspiel im Early Access. Leider trüben aktuell noch viele Fehler den guten Gesamteindruck, das Potential für einen Klassiker ist jedoch vorhanden. Die Entwickler haben Neverwinter Nights 2 und Dragon Age: Origins als Quellen ihrer Inspiration genannt – ich bin gespannt, ob das fertige Produkt die dadurch geschürten Erwartungen erfüllen kann. Der Early Acces-Start auf Steam war bereits der Juni des letzten Jahres.

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