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Mario Golf: Super Rush im Test

Mit Mario Golf: Super Rush ist am 25. Juni der mittlerweile sechste Ableger der Golfspiel-Hauptreihe rund um den beliebten schnauzbärtigen Klempner erschienen. Das letzte Mal den Golfschläger schwingen konntet ihr in Mario Sports Superstars, das 2017 für den Nintendo 3DS erschienen ist. Und nun, endlich wieder ein Spiel für die Konsole, seit dem Release von Mario Golf: Toadstool Tour für den GameCube im Jahr 2004. Und welche Konsole eignet sich besser für interaktive Golfschläge als die Nintendo Switch? Also Schleife ums Handgelenk, und ab ins Abenteuer!

In Mario Golf: Super Rush liegt der Fokus natürlich auf dem Golf-Spiel, das in unterschiedlichen Varianten vertreten ist. Im Klassik-Modus wählt ihr eure Figur aus einem Roster, das zwar ein wenig unübersichtlich ausgefallen ist, die verschiedenen Golfer*innen jedoch immerhin mit individuellen Fähigkeiten glänzen lässt. Anschließend wählt ihr einen Schauplatz (mehr Orte lassen sich mit steigendem Fortschritt freischalten) und auch die Anzahl der zu spielenden Löcher könnt ihr frei festlegen. Vor dem Start werden nochmal grundlegende Aktionen erklärt, und dann könnt ihr schon (wahlweise mit Tasten- oder Bewegungssteuerung) loslegen. Ich persönlich bevorzuge die Steuerung per Tastendruck, da sich die Bewegungssteuerung mit den JoyCons für mich ein wenig zu schwammig und unverlässlich angefühlt hat. Vor einem Abschlag gibt es einige Dinge zu beachten – wie weit ist das Grün entfernt, welchen Schläger verwende ich, gibt es ein Gefälle oder einen Anstieg und wird das Wetter meinen Schlag beeinträchtigen? Mario Golf: Super Rush fällt also deutlich komplexer aus, als es auf den ersten Anblick vermuten lässt. Gerade bei jüngeren Kindern kann ich mir gut vorstellen, dass bei diesen am Anfang ein wenig Frust aufkommen könnte, bei der Flut an Fachbegriffen und Dingen, die es beim Abschlag zu beachten gilt! Im Menü des Spiels befindet sich aber zum Glück ein Golfratgeber, in dem ihr die Steuerung oder das Fachjargon nachschlagen könnt.

Unkonventioneller Golfrausch

Doch ganz so konventionell geht es auf den Kursen nicht zu, immerhin haben wir es mit Mario Golf zu tun. Zwischen den Abschlägen seid ihr nicht mit einem Caddie unterwegs, sondern lauft zu Fuß so schnell wie möglich zu eurem Ball. Ein Ausdauerbalken zeigt euch an, wie lange ihr noch sprinten könnt und zudem sind Herzen verteilt, die euch nach dem Einsammeln wieder neue Kraft für einen weiteren Spurt schenken. Um euch einen weiteren Vorsprung zu verschaffen, könnt ihr eure Gegner*innen auch rempeln oder ihren Windschatten für eine höhere Schnelligkeit nutzen. Den Ball im Klassik-Modus einfach nur so effizient wie möglich ins Loch zu bekommen, reicht euch nicht aus? Dann gilt es einen Blick auf den Speed- und Battlegolf-Modus zu werfen. Beim Speed-Golf schlagen alle Teilnehmer*innen gleichzeitig ab und es geht darum den Ball als erste*r im Loch zu versenken. In diesem Modus könnt ihr spezielle Sprints und Spezial-Schläge nutzen, um euch einen Vorteil zu sichern. Im Battle-Golf, das eine besondere Variante des Speed-Golfs ist, geht es darum, wer trotz Hindernissen und Angriffen seiner Kontrahent*innen als erste*s drei Löcher schafft. Für mich definitiv der Modus mit dem größten Spaßpotential bei einem netten Abend mit Freund*innen.

Mario Golf: Super Rush - Golfoutfits

Abenteuer Golf

Neben den verschiedenen Schnellspiel-Varianten gibt es in Mario Golf: Super Rush auch einen Abenteuermodus, bei dem ihr in die Haut eines Mii schlüpft, auf dem Weg von der Platzreife zum ganz großen Erfolg. Aber Achtung: Hierbei lässt sich die Bewegungssteuerung nicht nutzen! Für mich persönlich nicht weiter schlimm, da ich ohnehin den Knopfdruck bevorzuge, aber prinzipiell eine für mich nicht nachvollziehbare Entscheidung, die Bewegungssteuerung im Abenteuermodus auszuklammern. Zu Beginn wählt ihr entweder das vorgegebene Mii, importiert eines von einem amiibo, oder aber erstellt einen komplett neuen Avatar. Schade, dass wir nicht in die Haut einer aus den Super Mario Spielen bekannten Figuren schlüpfen dürfen, denn ich finde die Mii-Avatare sehen einfach gruselig aus und brechen zu sehr mit dem eigentlichen Grafikstil des Titels. Bei der Erstellung des Mii gibt es übrigens keine Live-Ansicht der gewählten Optionen, ihr müsst also jedes Paar Augen, Frisuren oder sonstige Merkmale einzeln anwählen, um es auch ansehen zu können.

Im kleinen Dörfchen Grünbüschel beginnt euer Weg nach oben, und nach eurer Ankunft geht es auch schon mit den Tutorial-Übungen los. Die Steuerung wird zwar erklärt, könnte jedoch klarer ausfallen. Auch die Reihenfolge der verschiedenen Basic-Schläge, die erlernt werden können, wirkt ein wenig verwirrend, und Dinge, wie riskante Bereiche bei eurem Schlagbalken, werden nur am Rande während eines Ladescreens erklärt oder fallen kurz in einer Konversation. Für meinen Geschmack hätten die Tutorials ein wenig ausführlicher gestaltet sein können. Als ich beispielsweise meine Platzreife erhalten habe, und dann am Qualifikations-Spiel für das große Turnier teilgenommen habe, hat sich das Golfen komplett anders angefühlt als in den Tutorial-Übungen zuvor. Die Golf-Mechaniken an sich fallen gut aus, und hat man die Steuerung erstmals verinnerlicht, spielt sich der Titel deutlich besser. Doch bringt ein wenig Geduld mit auf den Platz, denn Mario Golf ist Learning by Doing! Insgesamt gilt es Wettbewerbe in sechs verschiedenen Regionen zu gewinnen, vom ruhigen Grünbüschel, dem windigen Schroffstein bis hin zu feurigen Matches im explosiven Bowser-Vulkan. Bei erfolgreichen Leistungen erhaltet ihr Erfahrungspunkte, die euer Level ansteigen lassen. Für den absolvierten Levelaufstieg erhaltet ihr wiederum Skillpunkte, die ihr auf eure verschiedenen Fähigkeiten aufteilen könnt.

Irgendetwas fehlt doch

So aufregend ich den Abenteuermodus am Anfang gefunden habe, umso ernüchternder hat es sich nach einiger Zeit herausgestellt. Die Umgebungen wie das Dorf in Grünbüschel sind nett gestaltet, die Kurse selbst jedoch wirken grafisch ein wenig leer und lieblos. Im Abenteuermodus steckt sehr viel ungenütztes Potential, Häuser sind nicht begehbar, hier hätte man vielleicht kleine Nebenquests oder Minispiele verstecken können, um ein wenig mehr Action in den Modus zu bringen. Die Grafik sieht für einen Nintendo Switch Titel zeitweise hervorragend aus, wie einige besonders scharfe und ausgeprägte Bodentexturen auf den Kursen, und in anderen Bereichen dominiert das Kantenflimmern. Weniger auffällig sind diese grafischen Mankos im Handheld-Modus, beim Spielen auf dem Fernseher lassen sich diese jedoch nicht abstreiten. Die verschiedenen Golf-Kurse sind zwar unterschiedlich gestaltet und verfügen über ein wenig Abwechslung, aber auch hier wäre noch ein wenig Luft nach oben gewesen, um den Arealen ein wenig mehr Liebe einzuhauchen. Auch beim Battle-Golf hätten ruhig mehr Items oder Fähigkeiten, wie beispielsweise in Mario Kart, verfügbar sein dürfen.

Weitaus gravierender waren jedoch die ab und zu auftretenden Bugs. Einer meiner NPC Gegner ist beispielsweise hoffnungslos an der steinigen Kante eines Abhangs hängen geblieben und musste dort verwirrt hin und her laufen, bis das Spiel zu Ende war. Ein Nachteil für meinen Gegner kann ich gut verkraften, doch umso ärgerlicher war es, wenn es darum ging den Ball mit einem kleinen letzten Schlag einzulochen. Dafür sollte eine Taste kurz getippt werden, und es ist leider immer wieder vorgekommen, dass meine Figur daraufhin den Driver ausgepackt und mit voller Wucht auf den Ball geschlagen hat. Lobenswert zu erwähnen ist die Musik, die das Spiel mit netten Melodien untermalt.

Zusammenfassung

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