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Assassin’s Creed Valhalla: Die Belagerung von Paris im Test

Am 12. August ist mit Die Belagerung von Paris die neueste Erweiterung zum aktuellen Assassin’s Creed Teil rund um Wikingerin Eivor erschienen. Diesmal seid ihr auf einer außenpolitischen Mission in das kriegsgebeutelte Frankreich unterwegs, um euren Clan in England vor einer möglichen französischen Invasion zu sichern.

In Frankreich regiert Karl der Dicke und steht mit den neu angekommenen Wikingern im Konflikt um das Land. Nachdem Eivor von der jungen Wikingerin Toka und ihrem Clan um Beistand im Kampf gegen den französischen Herrscher gebeten wird, macht ihr euch sofort auf den Weg, um zu helfen, denn der machthungrige König könnte seiner Finger über den kurzen Seeweg auch nach England strecken und eurer Wikingerfamilie schaden wollen. Um Die Belagerung von Paris starten zu können, müsst ihr bereits in England eure Siedlung errichtet und zumindest eine regionale Saga erledigt haben!

Bienvenue á Paris

In Frankreich angekommen zeigt sich ein erschütterndes Bild – brennende Häuser, karge zerstörte Siedlungen und viele feindliche Truppen. Karl der Dicke regiert mit großer Gewaltbereitschaft und das wirkt sich auf das pittoreske fränkische Land aus. Um den Konflikt zwischen den neu angesiedelten Wikingern, ihrem Wunsch nach Blutrache und dem wohl genährten Herrscher zu lösen, könnt ihr verschiedene Wege einschlagen. Anders als im Hauptspiel und der ersten Erweiterung Der Zorn der Druiden müsst ihr keine geheimen Ordensmitglieder aufspüren, sondern arbeitet diese in einer relativ spannenden, aber auch sehr politischen Questreihe ab. Mir kommt dieser Wechsel sehr gelegen, denn ich muss sagen mein Hunger nach mysteriösen Kultmitgliedern, die ich mittels vager Hinweise suchen muss, ist mittlerweile mehr als gesättigt. Die Open-World fällt überschaubar aus, ist jedoch mit Aktivitäten und besonders hübschen Umgebungen befüllt. Es erwarten euch weite Felder mit leuchtenden Mohnblumen, Trauerweiden an den Ufern von Teichen oder Bächen, in denen sich kleine Schildkröten und Frösche tummeln oder aber auch weitläufige Sandstrände, an denen sich Robben sonnen lassen. Optisch wird hier richtig schönes Eye-Candy geboten und ich habe mich seit Langem wieder dabei ertappt lieber durch die schönen Landschaften zu reiten, als die Schnellreisepunkte zu nutzen. Um die Schönheit Frankreichs einzufangen, steht euch auch weiterhin der Fotomodus zur Verfügung.

Auf den Dächern von Paris wartet übrigens eine flauschige Überraschung auf euch – Katzenliebhaber*innen werden ihren Streifzug durch die Stadt besonders genießen, denn so viele Fellnasen habe ich noch nie an einem Ort gesehen. Unter den Straßen der Stadt wartet jedoch eine andere zwar nicht weniger flauschige, aber dafür umso bissigere Überraschung. Offensichtlich inspiriert von A Plague Tale: Innocence lauern im Untergrund nun Rattenschwärme, die euch das Leben schwer machen. Die kleinen Biester attackieren mit einer wahnsinnig hohen Geschwindigkeit und können ganz schön stressen. Ihr könnt sie nicht töten, sondern lediglich in die nächste Öffnung oder Ritze vertreiben und habt dann ein wenig Ruhe. Wenn ihr Glück habt, befindet sich ein Objekt in der Nähe, dass ihr zum Blockieren der Rattenzugänge verwenden könnt. Doch nicht immer habt ihr solch einen Luxus zur Verfügung, bei einigen Quests bzw. Schatzsuchen müsst ihr eure Angriffe gut timen, um dann im richtigen Moment eine Truhe öffnen zu können. Die Rattenschwärme sind meiner Meinung jedoch unverhältnismäßig stark im Vergleich zu anderen Gegner*innen des Spiels ausgefallen und haben sich für mich als weniger tolle Innovation herausgestellt. Ich empfehle euch an dieser Stelle eine schnelle, einhändige Waffe und eure Ausdauer im Blick zu haben, wenn ihr die kleinen Biester trefft.

Same, same but different

Wie auch schon im Hauptspiel und der letzten Erweiterung gibt es keine klassischen Nebenquests, sondern ein paar Geheimnisse, wie Altare, Stein-Rätsel, sowie Schätze oder eben nicht für die Main-Story relevante „Mini-Quests“. In Zorn der Druiden habt ihr Handelsposten erbaut und so neues Equipment bekommen, in Die Belagerung von Paris könnt ihr die Rebellen im Kampf gegen Karl den Dicken unterstützen und leider sehr belanglose „Töte folgende Personen“ entweder allein oder gemeinsam mit KI-Gefährt*innen erledigen. Bei diesen Missionen müsst ihr für einen erfolgreichen Abschluss direkt zu den Questgeber*innen zurückkehren. Durch das Erfüllen dieser Rebellen-Missionen erhaltet ihr Zugang zu neuen Waffen und Rüstungen und könnt eure KI-Kämpfer*innen auch aufmotzen. Falls ihr Fashionistas seid: es gibt natürlich auch neue Tattoo-Sets und Frisuren, die ihr entweder käuflich erwerben oder in der Open World finden könnt. Besonders angetan hat es mir das Karolinger Tattoo-Set, bei dem ihr euren Körper mit einer Kombination aus goldenen Kreuzen und floralen Elementen schmücken könnt.

Besonders spannend finde ich ja immer, wenn es darum geht, mehr über die Bruderschaft der Assassinen herauszufinden, doch leider gibt es bis auf ein altes Büro, das ihr entdecken könnt, keine wichtigen Infos diesbezüglich. Hier wäre noch Luft nach oben gewesen, um den DLC ein wenig mehr in das Hauptspiel integrieren zu können. Neu hinzugekommen sind besondere Attentate, um Hauptbosse zu erledigen. Generell stehen euch immer unterschiedliche Lösungswege zur Verfügung, entweder still und leise, um euch gut nähern zu können und dadurch eine spezielle Attentats-Sequenz freizuschalten, oder einfach klassisch im Zweikampf. Die Geschichte der Erweiterung ist zwar relativ spannend ausgefallen, doch ich hatte nie wirklich das Gefühl, dass die Reise nach Frankreich und Eingreifen Eivors wirklich nötig gewesen wäre. Jegliche Entscheidungen hatten gefühlt wenig bis gar keinen Impact und am Ende läuft es immer auf die Belagerung von Paris hinaus. Auch Gameplay-technisch gibt es kaum Neuerungen und die wohl größte Innovation, die Rattenschwärme, sind mir eher negativ im Gedächtnis geblieben.

Ein neuer DLC bedeutet natürlich auch neue Fertigkeiten, Skills (am erwähnenswertesten ist hierbei die Fähigkeit Ratten für eine Zeit mittels Köder wegzulocken, was jedoch in der Ausführung bei mir weniger gut funktioniert hat) und für mich immer am freudigsten: ein neues Reittier! Dieses Mal bekommt ihr einen Bären zur Verfügung gestellt, auf dessen Rücken ihr die neue Map durchstreifen könnt. Ich persönliche finde ja die Bären-Modelle im Spiel im Vergleich zu anderen Tieren außerordentlich gut gelungen, denn obwohl einige herausragend und Next-Gen animiert und modelliert sind, erinnern einige kleinere Lebewesen, eher an die Tauben von Novigrad aus The Witcher 3. Und wenn man kein Fotomodus-Süchtiger ist, der bei allen möglichen Tieren in Spielen für ein gutes Foto so nah wie möglich heranzoomt, würde das auch nicht weiter auffallen. Doch ich finde es einfach schade, dass hier Potato-Mode Frösche, Fledermäuse oder insbesondere Ratten, die ja in dieser Erweiterung eine größere Rolle einnehmen, neben großartigen Models, wie Bären, Schildkröten oder Eichhörnchen, durch die Gegend wuseln.

Zusammenfassung

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