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Far Cry 6 im Test

Hola, Amigos! Ich melde mich heute bei euch aus dem sonnigen Yara, in dem ich die letzten Tage verweilen durfte. In der Preview konnte ich ja bereits einen Blick auf Far Cry 6 werfen, und nun war es endlich soweit, ein wenig tiefer in die zerrüttete karibische Insel unter der Diktatur Antón Castillos vorzudringen.

Viva Libertad!

In Far Cry 6 schlüpft ihr in die Haut von Dani Rojas, wahlweise männlich oder weiblich, und schließt euch dem Widerstand auf Yara an. El Presidente Castillo ist nämlich kein besonders freundlicher Zeitgenosse, denn auch wenn er ein Wundermittel gegen Krebs gefunden hat, wird dieses unter human inakzeptablen Umständen hergestellt. Im speziellen gentechnisch veränderten Tabak schlummert ein Mittel, dass das Wachstum der Krebszellen praktisch gänzlich verhindert, doch die Sklaven, die er beim Anbau „beschäftigt“, werden krank von den Chemikalien, misshandelt, gefoltert und getötet. Das grausame Regime hat seine Spuren im Land hinterlassen, und nun liegt es an euch, Yara in die Freiheit zu führen.

Sentimiento Cinematográfico

Far Cry 6 hat ein unglaublich cineastisches Feeling, allein die Intro-Sequenz wirkt regelrecht wie der Beginn eines Blockbusters. Im Vergleich zu Far Cry 5 oder New Dawn wurde der filmische Faktor deutlich nach oben geschraubt und das Spiel wirkt dadurch um einiges epischer. Insgesamt finde ich, dass die Story über den Spielverlauf hinweg sehr gut aufgebaut wird und spannend gestaltet ist. Die Charaktere verfügen über deutlich mehr Tiefgang als im Vorgänger und passen gut in die Geschichte. Far Cry 6 ist zwar ein spaßiges Spiel, das mit vielen humoristischen Elementen aufwartet, beschäftigt sich jedoch grundlegend mit einer ernsten Materie. Der Titel schafft es aber stets eine gute Balance zu finden. Diese Mischung aus Dramatik und Komik trifft bei mir jedenfalls voll ins Schwarze und ich habe mich prächtig unterhalten gefühlt – auch von unerwarteten Twists. Und auch die verschiedenen Missionen wechseln zwischen ernsthaften Auseinandersetzungen und witzigen Aufgaben. Die Qualität der Dialoge ist gut ausgefallen und an der englischen Vertonung lässt sich nichts aussetzen. Besonders lobenswert ist Giancarlo Esposito, der es einfach schafft mir mit seiner Stimme Gänsehaut zu bekommen. Und auch die wunderbare Nisa Gunduz, welche die weibliche Dani Rojas spricht, schafft es immer genau den richtigen Ton zu treffen. Nach wie vor habe ich leider ein kleines Problem mit den Cutscenes, denn die Gesichtsanimationen, besonders bei Antón Castillo, wirken manchmal ein wenig off und unflüssig – vielleicht wird der Day One Patch hier jedoch Besserung bringen. Dieses kleine Manko stört die Story aber nicht im Geringsten, denn die Qualität und besonders das Directing in den Zwischenequenzen schaffen es eine ganz besondere filmische Atmosphäre zu kreieren.

Explosivo

Was wäre die Far Cry-Reihe ohne ihre herrlichen Waffen? Und dieses Mal habt ihr ein derart wunderbares Arsenal zu eurer Verfügung, soviel könnt ihr gar nicht kaputt machen! Bereits New Dawn ist kreative Wege beim Waffendesign gegangen, und hat uns Schmankerl wie den Sägeblattwerfer beschert. Der Titel spielt in der Postapokalypse und Ressourcen sind knapp – und diese Materialknappheit bekommt aufgrund der Handelssperren des Diktators auch zu spüren. Improvisation lautet die Devise auf Yara und so eröffnet sich eine neue Welt an destruktivem Spielzeug. Die größte Neuheit bilden ganz klar die neuen Waffenrucksäcke, Supremos genannt, mit denen ihr eine große Menge an Schaden anrichten könnt. Supremos können in verschiedenen Variationen erworben werden, es gibt einen, der euch Raketen verschießen lässt, was besonders nützlich bei nervigen Hubschrauberattacken ist, oder einen auf Heilung spezialisierten, der euch im Kampf nicht so schnell sterben lässt oder auch einen, der euch elektro-magnetische Pulse ausstoßen lässt, um feindliche Technik außer Kraft zu setzen – und mehr! Und dann gibt es auch noch die aus Schrott und alten Materialien hergestellten Impro-Waffen, beispielsweise einen Flammenwerfer oder eine Nagelschusspistole. Diese Waffen könnt ihr bei Spezialhändlern gegen Uran, das ihr bei Fliegerbasen findet, eintauschen, optisch mittels Sprühdosen aufwerten und mit Mods versehen.

In Far Cry 6 levelt ihr nicht, sondern steigt im Rang auf, was wiederum neue Impro-Waffen und Supremos für euch verfügbar macht. Doch auch in der Spielwelt findet ihr exotisches Spielzeug, einer meiner besonderen Lieblinge ist „Kimme und Popcorn“, ein leichtes MG, das mit seinem Design an alte Kinos erinnert und der Patronenbehälter wie eine Popcornschachtel aussieht. Es fühlt sich einfach herzerwärmend an seine Gegner mit diesem kleinen Schmuckstück wegzuballern. Alle Waffen lassen sich auf eurer Werkbank aufmotzen und im Design anpassen. Und zusätzlich könnt ihr Mods einbauen, wie beispielsweise Schalldämpfer, Hilfsmittel oder Boni im Kampf. Haltet eure Augen also immer offen nach Ressourcen, die ihr einsammeln könnt, denn so lassen sich eure Spielzeuge immer wieder verbessern oder anpassen. Zudem könnt ihr auch verschiedenste Ausrüstung finden, die ihr nach Belieben und Spielsituation auswählen könnt, von den feuerfesten Handschuhen bis hin zur Tarnhose habt ihr auch hier einiges an Auswahl. Gefällt euch ein Teil so gar nicht, dann könnt ihr im Menü, wie in AC: Valhalla beispielsweise die Kopfbedeckung ausblenden, oder das optische Design des Teils mit einem anderen in eurem Besitz austauschen. Um eure Waffe noch ein bisschen mehr zu personalisieren, könnt ihr in der Spielwelt kleine Anhänger, wie einen Rettungsring oder ein Krokodil, finden die sich seitlich an eurem Schießeisen anbringen lassen.

Es gibt viel zu tun

Far Cry 6 verfügt über eine große Map, die randvoll mit Aktivitäten gefüllt ist. Neben feindlichen Arealen, die nur darauf warten, von euch eingenommen zu werden, lauern natürlich auch ein paar Fun-Activities. Wieder mit dabei sind Rennen und Schatzsuchen, bei denen ihr Equipment und Ausrüstung erhaltet. In der Spielwelt findet ihr verschiedenste Fahrzeuge, Hubschrauber, Flugzeuge oder Boote mit denen ihr die Insel und die umliegenden Gewässer erkunden könnt. Eure Wägen lassen sich individualisieren, im Verlauf des Spiels findet ihr Farben oder Spiegeldeko, um eurem Gefährt einen eigenen Touch zu verleihen. Eurem Hauptauto könnt ihr zudem auch mit Spielzeug wie Rammbock oder Geschütz versehen. Bei den neu hinzugekommenen Pferden könnt ihr übrigens die Fellfarbe vor dem Rufen auswählen. Und zu meiner Freude ist auch wieder der Wingsuit mit von der Partie, um ganz entspannt über die Gipfel und Baumkronen zu segeln. In euren Basis-Lagern, die sich ausbauen und mit weiteren Gebäuden versehen lassen, warten auch weitere Aktivitäten, wie Schwarzmarkt-Missionen, bei denen ihr in schwer erreichbaren Gegenden Chemikalien stehlen und unbeschädigt heraustransportieren müsst oder Los Bandidos-Missionen, bei denen ihr wie in einem Browser-Game Truppen entsendet und nach einer gewissen Wartezeit dann Befehle gebt. In der Spielwelt befreite Geiseln schließen sich eurer Bewegung an und sind fortan als Rekruten in den Missionen verfügbar. Diese Missionen sind ein netter Zeitvertreib zwischendurch und bringen nette Belohnungen ein. Und wenn euch nach nichts von alledem ist, dann könnt ihr im Camp eine Runde Domino spielen, eine Runde angeln oder einen eurer Hähne im Kampf antreten lassen. Das war eine der größten Überraschungen für mich, denn als besonders tierliebe Person, war ich erst ein wenig abgeschreckt davon. Doch dann der Twist: der Hahnenkampf ist ein Minispiel, bei dem ihr euch in klassischer Kampf-Spiel Manier mit eurem gegenüber duelliert. Das war ein wirklich herrlich absurder Moment, der für ordentlich Lacher bei mir gesorgt hat. In der Spielwelt könnt ihr verschiedene Hähne finden, um euer Ro(o)ster auszubauen.

Um immer den Überblick zu behalten könnt ihr eure Umgebung mit dem Handy scannen, und so neue Fahrzeuge oder Pferde freischalten oder aber auch Gegner*innen markieren. Ein  nettes Detail ist, dass die Kamera des verwendeten Handys deutlich schlechter ist, und mir so wirklich das Gefühl gibt, ein Handy zu verwenden. Überhaupt wirkt Yara sehr detailverliebt und an jeder Ecke lauert etwas, das man am Liebsten mit dem Fotomodus einfangen möchte. Das Kameratool funktioniert ähnlich wie im Vorgänger, ihr könnt Unschärfe, Tageszeit oder Wetter einstellen und eure Pose, sowie Gesichtsausdruck der Situation anpassen. Leider gibt es immer noch eine orbitale Kamera und die Zoomfunktion lässt einen nicht gerade sehr nahe an das zu fotografierende Objekt heran. Besonders süß finde ich, dass es nun eigene Posen gemeinsam mit euren Amigos gibt. Und wo wir gerade bei den tierischen Begleitern sind, die sind dieses mal wieder besonders ulkig ausgefallen. Chorizo, der kleine Dackelhund im Rollstuhl hat ja schon in den ersten Trailern mein Herz gestohlen, doch auch Kroko-Buddy Guapo zerlegt Gegner*innen mit Stil. In der Spielwelt könnt ihr unterschiedliche Mitglieder eures tierischen Teams finden oder erhaltet sie in Storymissionen. Und es wartet auch ein ganz besonderesr Amigo auf euch, bei dessen Anblick ich mich wahnsinnig gefreut habe (ich verrate euch aber der Überraschung wegen nicht, um wen es sich handelt ;)).

Schattenseiten von Yara

So wunderschön die Spielwelt auch ist, und es ist wirklich absoltes Eye-Candy – so lauern in der Spielwelt doch noch ein paar Tücken. Ähnlich wie Hexer Geralt, ist Dani kein Fan von Höhen und kratzt dann leider schnell mal ab, obwohl die Distanz nicht so hoch war. Und wenn ihr eine Runde schwimmen seid, dann müsst ihr einen flachen Abschnitt finden, um auch wieder aus dem Wasser herauszukommen, denn ein kleiner Felsen ist eine zu große Hürde für euren Protagonisten. Wie in AC: Valhalla habe ich auch bei Far Cry 6 immer wieder Probleme mit fehlenden Tonspuren gehabt und so mancher Character wollte überhaupt nicht mit mir sprechen und hat so den Missionsfortschritt blockiert. Doch keines der Probleme war noch vorhanden, nachdem ich das Spiel entweder neu geladen oder mich selbst in die Luft gesprengt habe. Auch die beiden Schwierigkeitsgrade sind in meinen Augen zu wenig, denn der Actionmodus heizt euch wirklich im wahrsten Sinne des Wortes ein, während der angenehmere Storymodus manchmal wiederum zu leicht ausfällt – hier wäre ein Mittelmaß schön gewesen. Und ähnlich wie die Polizei in Cyberpunk 2077 ist das Militär in Yara sehr spawn-wütig und überrascht euch in den unerwartetsten Moment. Gute Nachrichten gibt es aber für Personen, die auf Accessibility-Features angewiesen sind, denn im Titel stehen eine ganze Reihe an Optionen zur Auswahl, um das Spiel zugänglicher zu gestalten.

Zusammenfassung

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