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EA SPORTS FC™ 27 im Test

Alle Jahre wieder rollt der virtuelle Ball, denn EA Sports FC 27 lockt uns erneut auf den digitalen Rasen und verspricht natürlich einmal mehr das bislang authentischste, realistischste und vermutlich auch emotionalste Fußballerlebnis der Reihe. Die entscheidende Frage lautet daher: Hat sich wirklich genug verändert, um erneut die Fußballschuhe zu schnüren, oder bekommen wir lediglich das bekannte Spiel im frisch gebügelten Trikot? Wir haben FC 27 genauer unter die Lupe genommen und versuchen, genau diese Frage zu beantworten.

Ein kleiner Disclaimer vorweg: Die FIFA– beziehungsweise mittlerweile EA-Sports-FC-Reihe zählt seit jeher zu meinen persönlichen Guilty Pleasures. Dabei bin ich alles andere als ein virtueller Fußballprofi. Kompetitive Online-Turniere, Clubs oder Football Ultimate Team (FUT) interessieren mich herzlich wenig und auch die verschiedenen Karrieremodi fristen bei mir meist nur ein Dasein als nettes Beiwerk, in das ich allenfalls gelegentlich hineinschnuppere. Aber kaum ein Zockerabend mit Freunden vergeht ohne eine Partie FIFA beziehungsweise FC gespielt zu haben.

Während Electronic Arts in den vergangenen Jahren mit wohlklingenden Marketingbegriffen wie HyperMotionV oder AI True Flight Ball Physics vor allem den technischen Fortschritt in den Vordergrund rückte, markierte FC 26 eine spielerische Neuausrichtung. Schnellere Reaktionen, ein direkteres Passspiel und zahlreiche automatische Hilfestellungen machten den virtuellen Fußball insbesondere für Gelegenheitsspieler wie mich zugänglicher. Zwar war auch hier längst nicht alles Gold, was auf dem digitalen Rasen glänzte, doch zumindest fühlte sich das Geschehen über weite Strecken angenehm unkompliziert an.

Allerdings stießen nicht alle Gameplay-Neuerungen auf Begeisterung und sorgten innerhalb der Community für reichlich Diskussionen und Kritik. Electronic Arts reagierte darauf mit zahlreichen Patches und schraubte im Laufe der Saison am Passspiel, an der KI-Verteidigung und an der Effektivität bestimmter Spezialfähigkeiten. Die Folge: Das Spielgefühl veränderte sich immer wieder und selbst bewährte Strategien, wie das schnelle Tiki-Taka-Kombinationsspiel, funktionierten plötzlich nicht mehr wie gewohnt. Mit EA Sports FC 27 scheint Electronic Arts diesen Kurs nun konsequent fortzusetzen.

Weniger KI mehr Kontrolle

Weniger KI-Unterstützung, mehr manuelle Kontrolle und ein stärkerer Fokus auf individuelles Können sollen das Spielerlebnis von EA FC 27 auf ein neues Niveau heben. Vor allem in der Defensive hat sich einiges verändert: Während computergesteuerte Mitspieler im Vorgänger noch kräftig beim Verteidigen mithalfen, müssen Spieler nun häufiger selbst eingreifen und Zweikämpfe gezielt führen. Auch im Angriff gibt es Neuerungen: Intelligentere Laufwege, überarbeitete Flanken und Eckbälle sorgen für mehr Möglichkeiten vor dem gegnerischen Tor, während das Passspiel durch reduzierte KI-Unterstützung mehr Präzision erfordert. Darüber hinaus hat EA zahlreiche PlayStyles angepasst, damit einzelne Spezialfähigkeiten nicht mehr zu mächtig sind und die individuellen Stärken der Fußballprofis wieder stärker zur Geltung kommen.

Auch abseits des eigentlichen Spielgeschehens hat Electronic Arts an den bekannten Spielmodi geschraubt. Besonders der Karrieremodus profitiert von einigen Neuerungen: Ein überarbeiteter Transfermarkt mit realistischeren Spielerwerten und aktiven Angeboten anderer Vereine soll für mehr Dynamik sorgen, während selbst erstellte Herausforderungen und neue Rivalitäten in der Profikarriere zusätzliche Abwechslung versprechen. In Football Ultimate Team (FUT) halten unter anderem eine neue Kartengalerie, erweiterte Entwicklungsmöglichkeiten für Spieler sowie zusätzliche Einzelspieler-Events Einzug. Wer hingegen einfach nur eine schnelle Partie mit Freunden bestreiten möchte, darf aufatmen: Der klassische Anstoßmodus bleibt weitgehend unverändert. Insgesamt setzt EA bei den etablierten Spielmodi somit eher auf gezielte Verbesserungen und zusätzliche Inhalte als auf grundlegende Neuerfindungen.

Von der Straße ins Stadion

Die wohl größte Neuerung von EA Sports FC 27 nennt sich The Grounds. Dahinter versteckt sich eine offene Spielwelt, in der ihr mit eurem selbst erstellten Fußballprofi durch verschiedene Stadtviertel streift, andere Spieler trefft und euch bei diversen Aktivitäten die Zeit vertreiben könnt. Neben klassischen Minispielen dürft ihr euch auch beim Straßenfußball im 1-gegen-1, 2-gegen-2 oder 3-gegen-3 austoben oder bei einer schnellen Runde Rush euer Können unter Beweis stellen. Klingt ein wenig nach NBA 2K, nur eben mit Fußballschuhen statt Basketball. Gleichzeitig dient The Grounds als neue Heimat für den bekannten Clubs-Modus, in dem ihr gemeinsam mit Freunden einen eigenen Verein gründet und gegen andere Teams antretet. Neu sind unter anderem zusätzliche Club-Turniere mit wechselnden Regeln und Herausforderungen. Grundsätzlich eine durchaus interessante Idee, schließlich soll der virtuelle Fußball nicht nur auf dem Platz, sondern auch abseits davon für Unterhaltung sorgen. Ob es dafür allerdings tatsächlich eine eigene offene Spielwelt gebraucht hätte oder das Ganze letztlich nur eine aufwendig inszenierte Lobby mit ein paar zusätzlichen Beschäftigungsmöglichkeiten ist, darüber lässt sich durchaus streiten.

Nicht ganz ohne Fouls

Auch technisch läuft auf bei EA Sports FC 27 längst nicht alles rund. So sorgen gelegentliche KI-Aussetzer, fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen und ein mitunter eigenwilliges Stellungsspiel immer wieder für Kopfschütteln. Besonders ärgerlich wird es, wenn die eigene Abwehr plötzlich sämtliche taktischen Vorgaben vergisst oder der Gegner unmittelbar nach dem Anstoß nahezu ungehindert aufs Tor zumarschiert. Abseits des Spielfelds sieht es nicht unbedingt besser aus: Träge Menüs, fehlerhafte Ladebildschirme und gelegentliche Verbindungsprobleme trüben das Spielerlebnis. Auch das Matchmaking im neuen The Grounds-Modus hat noch seine Macken. Während auf den beliebten Kleinfeldplätzen reger Betrieb herrscht, wartet man bei manchen Freizeitaktivitäten gefühlt länger auf Mitspieler als auf den nächsten FIFA-Ableger.

Besonders ärgerlich ist allerdings, dass einige dieser Probleme keineswegs neu sind, sondern die Spielreihe schon seit Jahren begleiten. Da darf man sich durchaus fragen, warum Electronic Arts manche Kinderkrankheiten einfach nicht in den Griff bekommt und stattdessen mit jedem neuen Ableger gleich noch ein paar zusätzliche dazukommen.

Zusammenfassung

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