Asobo Studio hat den dritten Teil aus der A Plague Tale-Reihe für PC und Konsolen veröffentlicht. In Resonance: A Plague Tale Legacy steuert ihr erstmals Sophia auf ihrer Suche nach dem Geheimnis eines antiken Labyrinths.
Asobo Studios aus Frankreich hat uns 2019 das herrlich rattenverseuchte A Plague Tale: Innocence beschert, das mit dem 2022 erschienenen und mit noch mehr Ratten bevölkerten A Plague Tale: Requiem dann einen sehr emotionalen Abschluss gefunden hat. Nun ist das neue Resonance: A Plague Tale Legacy erschienen… ein dritter Teil? Nunja, nicht wirklich, sondern story-mäßig ein Spin-Off der Serie. Zeitlich angesiedelt ist die neue Geschichte ein gutes Jahrzehnt vor dem zweiten Teil der Hauptstory und mit einem parallelen Story-Strang in der Antike.
Die Hauptfigur spielt Sophia, ein Nebencharakter der Vorgänger. Und die Ratten… die gibt es nicht mehr. Asobo Studios war unheimlich Stolz auf ihre Engine, die tausende Ratten berechnen und bewegen konnte. Diese Engine ist inzwischen weiterentwickelt worden – und offensichtlich auch super geeignet, um eine größere Menge an (völlig unterschiedlichen) Menschen darzustellen. Natürlich nicht tausende, aber in einigen Sequenzen tummeln sich schon ordentlich viele Menschen, was eine recht realistische Atmosphäre erzeugt. Der Karnival in Venedig beispielsweise, oder die Szenen zu Beginn in Sophia’s Heimatdorf sind wirklich gut gelungen.

Der Schlüssel zur Insel
Sophia hat ein massives Kindheitstrauma. Das ist auch kein Wunder, denn sie wurde in einem Kloster festgehalten, wo die Nonnen brutale Experimente mit dem kleinen Kind durchgeführt haben. Ihr wurde regelmäßig eine dunkle Flüssigkeit injiziert, die zu schrecklichen Visionen geführt hat. Diese Visionen musste die kleine Sophia dann in einem Notizbuch aufzeichnen. Aus dem Kloster wurde Sophia dann von ihrem Vater, dem Anführer einer Insel von Piraten, befreit. Lange hat die glückliche Zeit mit ihrem Vater aber nicht angedauert, denn der Vater ist kurz danach von einer Expedition – auf der Suche nach der Quelle der Visionen von Sophia – nicht mehr lebend zurückgekehrt. Danach wurde Sophia von Faro, der rechten Hand ihres Vaters, aufgezogen, der sich zwar um sie gekümmert hat… aber vor allem ein Interesse an ihren Visionen (und ihrem Notizbuch) hatte. Warum sucht jeder den Schlüssel zur Insel? Welche Insel?
Im zweiten Kapitel geht dann die Story so richtig los. Sophia ist inzwischen erwachsen und zu einer geschickten Kämpferin trainiert worden. Faro ist immer noch wie besessen vom Schlüssel zur Insel und verwendet alle Ressourcen des Dorfes, um dieses Ding zu finden. Sophie nimmt an der Suche teil und hilft mit, jeden brutal niederzumetzeln, der sich Faro in den Weg stellt. Ein wirklicher Sympathieträger ist sie also nicht gerade. Sophia findet den Schlüssel zur Insel schließlich – und zwar zur Insel des Minotauren. Das ist in der griechischen Mythologie die Insel Kreta, auf der König Minos herrschte. In dem berühmten Labyrinth unter dem Palast von Knossos lebte der Minotaurus – ein Ungeheuer mit einem Stierkopf und einem menschlichen Körper, das schließlich von Theseus besiegt wurde. So ganz hält sich Resonance: A Plague Tale Legacy allerdings nicht an diese Geschichte… Sophia ist verliebt in Leni, eine geschickte Diebin, und mit ihr erkundet sie die geheimnisvolle Insel, während sie immer wieder Visionen aus einer früheren Zeit hat.

Kampf, Parkour, Rätsel
Der Schwerpunkt im Gameplay von Resonance: A Plague Tale Legacy liegt im Nahkampf. Sophia ist mit einem Schwert und einem Dolch ausgerüstet und metzelt im Laufe des Spieles unzählige Gegner nieder. Dazu kommt ein wenig Klettern und Parkour, wo Sophia mit Hilfe eines Greifhakens über Abgründe schwingt. Hier sind mir dann auch einige Fehler aufgefallen – sobald sich Sophia vom vorgesehenen Weg entfernt, fällt sie oft durch die Welt hindurch in den Tod. Bleibt am vorgesehenen Weg, und das Spiel schaut großartig aus… aber natürlich ist der manchmal schwer zu erkennen. Auf der Insel sind dann auch einige Rätsel zu lösen. Sophia kann in ihrem Notizbuch nachschauen, da stehen oft Hinweise zur Lösung des Rätsels. Erinnert ein wenig an Uncharted, und ist ganz nett gemacht.
Bei den Kämpfen kann Sophia zuschlagen, ausweichen und vor allem im richtigen Moment blocken und dann einen Gegenangriff durchführen. Mit einem Fußtritt zerstört sie die defensive Haltung von vorsichtigen Feinden, mit ihrem Greifhaken zieht sie Gegner zu sich heran. Sie kann sprinten, sich ducken, springen und klettert geschickt über kleine Hindernisse. Sophia läuft wie eine Modepuppe durch die Gegend. Armbänder, Schmuckketten, Haarschmuck und diverse andere Schmuckstücke sind nicht nur hübsch anzusehen, sondern haben auch unterschiedliche positive Effekte. Mit gefundenen Resonance-Punkten können neue Fähigkeiten erlernt werden. Neue Schwerter erlauben neue Kampfstile, Artefakte dienen als Sammelobjekte.
Technik
Gespeichert wird automatisch, Speicherstände in der Cloud werden angelegt. Gamepad wird unterstützt, Ultrawidescreen auch. Generell ist das Game technisch in einem guten Zustand – keine Bugs mit Ausnahme von einer ganzen Menge an Clipping-Fehler, wenn ihr den vorgegebenen Weg verlasst. Was die Bildrate angeht, hatte ich eine super Performance auf meiner RTX 5070. Ich habe Resonance: A Plague Tale Legacy natürlich auch auf meinem Lenovo Legion Go S Handheld ausprobiert – und war sehr positiv vom Ergebnis überrascht. Das Spiel läuft nicht nur, sondern ist auch gut spielbar. Am PC werden 16 GB Speicher benötig, die Grafikkarte muss jedoch nicht unbedingt das leistungsfähigste Modell sein – eine Nvidia GeForce GTX 1060 oder AMD Radeon RX 5500 XT tut es auch bereits.
Resonance: A Plague Tale Legacy ist erhältlich für den PC (Steam, Epic Store), die PlayStation 5, den Xbox Game Pass sowie die Xbox X|S.
Zusammenfassung
FAZIT
Resonance: A Plague Tale Legacy ist ein tolles Action-Adventure. Es erinnert an Spiele wie Uncharted oder auch die neueren Tomb Raider-Teile. Woran es mich eher weniger erinnert hat, sind die beiden Vorgänger. Die waren vor allem von der Atmosphäre her ganz anders – wesentlich emotionaler, und außerdem – voller Ratten. Das neue Spiel geht mehr in Richtung Mainstream – bekämpft Gegner mit dem Schwert, absolviert kleinere Parkoureinlagen, löst ein paar Rätsel und genießt die regelmäßigen Zwischensequenzen – der (anpassbare) Schwierigkeitsgrad ist durchaus moderat (auf normalem Schwierigkeitsgrad), und die knapp 25 Stunden dauernde Geschichte ist spannend erzählt, selbst wenn die Hauptfigur auf einer Insel voller mordender Piraten aufgewachsen ist und daher für mich nicht sonderlich sympathisch war. Abgesehen davon hatte ich aber meinen Spaß im Labyrinth des Minotauren und kann das Spiel jedem empfehlen, der auf der Suche nach einem guten Action-Adventure ist.
