Vernichtet in Truxton Extreme, einem neuen vertikal scrollenden Shoot ’em up für PC und Konsolen, eine Angriffswelle feindlicher Aliens nach der anderen. Weicht dabei unzähligen Schüssen aus, oder ihr werdet nicht alt.
Das erste Truxton wurde vor 38 Jahren für die Spielhalle veröffentlicht. Es ist 1988 von Toaplan entwickelt und von Taito veröffentlicht worden und ihr musstet wie so oft irgendwelche Aliens von der Eroberung irgendeines Planeten abhalten. Vier Jahre später gab es mit Truxton 2 einen ganz brauchbaren Nachfolger, aber seit damals kamen keine neuen Truxton-Spiele mehr heraus – abgesehen von den Konvertierungen der ersten beiden Teile. Der Kopf hinter Truxton war damals ein gewisser Masahiro Yuge – und der ist auch heute wieder mit dabei.
Nun ist es also so weit – ein neues Truxton unter der Beteiligung des ursprünglichen Erschaffers Masahiro Yuge. Ich bin gespannt, ob der Mann es noch immer drauf hat!

Tutorial?
Bei ersten Start beginnt gleich das (überspringbare) Tutorial. Ein Tutorial für ein Shmup? Nunja, ja, es gibt ein paar Kleinigkeiten, die ihr zusätzlich zum üblichen Ballern und Ausweichen-Spielprinzip vielleicht wissen solltet. Zerstört Kisten, und ihr findet Power-Ups. Sammelt drei Ps, und euere Schussstärke erhöht sich. Die roten Lichter im HUD zeigen an, wie viele ihr bereits gesammelt habt. P1, P2, usw. ist der aktuelle Status der Schussstärke. Blaue, grüne, rosa, weiße oder rote Extras sind die verschiedenen Waffen. Mit S erhöht sich die Geschwindigkeit eures Schiffes, wobei die aktuelle Geschwindigkeit (zwischen 1 bis 6) permanent im HUD angezeigt wird. Ihr könnt den Speed eures Raumschiffes auch reduzieren (bzw. danach wieder erhöhen) – durch Druck auf Y. Das ist allerdings in der Hitze des Gefechtes ein wenig mühsam. Sammelt ihr Totenköpfe, gibt es eine Bombe. Die Anzahl der verfügbaren Bomben seht ihr links unten. Verwendet ihr diese (mit B), nehmen alle Feinde am Bildschirm ordentlich Schaden. Wenn ihr Feinde tötet, steigt eure Erfahrung, wie im HUD in der EX-Leiste angezeigt. Mit X feuert ihr einen besonderen Schuss, der die EX Leiste reduziert, aber zerstörte Gegner lassen nun Juwelen für extra Punkte fallen. Für Dauerfeuer müsst ihr den A Knopf am Gamepad nur gedrückt halten.
Nach dem kurzen Tutorial geht es los. Grundsätzlich ist das Gameplay nicht sonderlich überraschend. Ihr ballert euch durch sechs zunehmend anspruchsvoller werdende Level, an deren Ende jeweils ein riesiger Bossgegner auf euch wartet. Was jedoch überraschend für mich war, ist die überaus hohe Qualität des Spieles. Ich arbeite gerade an einem Steam Curator (Shmups Heaven), bei dem ich alle verfügbaren Shmups auflisten will. Dementsprechend habe ich in den letzten Monaten viele hunderte Shmups gespielt – und nur sehr selten derart hohe Production Values gesehen. Vom User Interface über das butterweiche Scrolling bis hin zur tollen Grafik und natürlich – das ist der wichtigste Punkt – dem ausgefeilten Gameplay passt hier fast alles. Die Geschichte wird in umfangreichen Zwischensequenzen in Comicform erzählt, wer das nicht will kann aber auch im reinen Arcade-Modus spielen. Frei geschaltene Comicsequenzen könnt ihr euch jederzeit in Ruhe anschauen. Am Ende eines jeden Levels werden euch detaillierte Statistiken über euer Spiel gezeigt.
Schwierigkeit
Der Schwierigkeitsgrad ist gesalzen – ohne Auswendiglernen der gegnerischen Angriffe kommt ihr nicht weit. Truxton Extreme ist ein vertikal scrollendes Shmup. Allerdings wird, im Gegensatz zu sehr vielen klassischen Vertretern des Genres, der gesamte Bildschirm genützt. Schaut toll aus, allerdings macht das euer Leben trotz der größeren Spielfläche nicht leichter. Ihr müsst nun nämlich auch einen wesentlich größeren Bereich permanent in Beobachtung halten.
Viele modernere Shmup machen Spielern das Leben leicht. Natürlich gibt es immer schwierigere Modi, aber oft sind unbeschränkte Continues oder sonstige massive Erleichterungen nur eine Spieleinstellung entfernt. Ganz nett, um sich das Spiel anzusehen… aber das tötet natürlich auch die Herausforderung. Truxton Extreme spielt da nicht mit. Ihr habt drei Leben (können auf 5 erhöht werden, dann gibt es aber keine Online Leaderboards mehr), und das war es. Ok, im Story Modus könnt ihr bei dem bereits erreichten Level mit den drei Leben starten, ihr müsst also nicht das ganze Game mit nur drei Leben durchspielen. Und ja, ihr könnt euch noch ein paar zusätzliche Bomben geben. Aber Continues bleiben Fehlanzeige, ebenso wie ein EASY-Modus. Für Anfänger gibt es einen kurzen Übungsmodus (genannt Heart Starter) für den ersten Level, bei dem ihr unbegrenzt viele Leben habt. Truxton Extreme beinhaltet auch einen kooperativen lokalen 2 Spieler Modus, bei dem Leben und Bomben von beiden Spielern gemeinsam verwendet werden. Dafür ist es möglich, dass ihr euch gegenseitig wiederbelebt, so lange eine Bombe vorhanden ist.
Die Hardwareanforderungen an euren PC sind überschaubar, abgesehen von den 16 GB RAM. Dafür muss die Grafikkarte kein Monster sein. Ein Gamepad wird selbstverständlich unterstützt. Die Gamepad-Belegung kann jederzeit angepasst werden. Es ist Steam Deck Verified, sollte also auf dem Ding problemlos laufen. Auf meinem Lenovo Legion Go S Handheld gab es jedenfalls keine Probleme. Truxton Extreme ist neben dem PC (Steam oder GOG) auch für PlayStation, Xbox X|S und für die Nintendo Switch 2 verfügbar.
Zusammenfassung
FAZIT
Truxton Extreme bietet klassisches, anspruchsvolles Shoot em up Gameplay in moderner Technik. In den letzten Monaten sind ein paar wirklich gute Vertreter des Genres herausgekommen, und Truxton Extreme reiht sich hier nahtlos ein. Es ist kein Remake/Remaster eines alten Klassikers, sondern ein völlig neues Spiel, das unter Beteiligung des in Würde ergrauten Masahiro Yuge (der schon beim Original dabei war und nun mit seiner Firma Tatsujin einen Arcade-Klassiker nach dem anderen wiederbelebt) produziert wurde. Von mir aus kann er auch gerne noch das eine oder andere völlig neue Game mit entwickeln, wenn das Ergebnis so gut wie bei Truxton Extreme ist.
