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Sennheiser Momentum 5 Wireless Kopfhörer im Test

Sennheiser, die deutsche Traditionsmarke für qualitativ hochwertige Kopfhörer, bringt mit dem Hi-Res Audio zertifizierten MOMENTUM 5 gerade ihr neuestes Produkt auf den Markt. Kann man das Ding denn auch zum Zocken verwenden?

Sennheiser hat uns ein Exemplar ihres neuesten Modells, den MOMENTUM 5 Wireless Kopfhörer, zur Verfügung gestellt. Der Nachfolger des schon ein paar Jahre alten MOMENTUM 4 soll vor allem in einem Bereich absolute Spitzenklasse sein: ANC (active noise cancelling, also aktive Geräuschunterdrückung). Damit sind natürlich von außen kommende Nebengeräusche gemeint, und nicht der Sound aus dem Kopfhörer selbst. Das ANC beim MOMENTUM 5 soll wesentlich effektiver als beim Vorgänger sein, und außerdem soll die Akkulaufzeit auch bei aktivem ANC (was normalerweise ein extremer Stromfresser ist) fast 60 Stunden betragen. Das wäre ein ziemlicher Spitzenwert.

Die Beschreibung auf der Box lautet Engineered for serious listeners. Da steht nichts von „für PC & Playstation“ oder so. Gamer sind also nicht das primäre Zielpublikum. Aber das ist ja egal – ich will den Sound meiner Spiele in toller Qualität erleben, und dazu brauche ich nicht unbedingt einen speziell für Gamer entwickelten Kopfhörer. Blinkende Lichter am Kopfhörer gehen mir sicher nicht ab. Der MOMENTUM 5 kommt optisch recht bider daher – klassischer Look, das könnte ein beliebiger Over-Ear-Kopfhörer sein, wenn da nicht das Sennheiser Logo auf beiden Seiten am Bügel glänzen würde. Der Fachmann erkennt daran – das sind Premium-Kopfhörer. Ich bin ja in einer Zeit groß geworden, in der ich auf meinen kabelgebundenen Schaumstoff-Kopfhörer vom SONY Walkman stolz war – diese 40 g schweren Dinger sind vermutlich Schuld an meinen heutigen Hörschäden, oder möglicherweise sind es auch nur die Reste der zerbröselten Schaumstoff-Ohrpolster, die noch in meinem Gehörgang stecken. Dagegen ist der knapp 300 g schwere MOMENTUM 5 mit all seiner Technik und seinen Funktionen ein absolutes Wunderwerk.

Starten wir also den Test. Der MOMENTUM 5 sitzt jedenfalls schon einmal sehr angenehm am Kopf. Eine eigene Bügelpolsterung für Tragekomfort, atmungsaktive Ohrpolster mit Memory Foam damit ihr nicht schwitzt, klar gekennzeichnete linke und rechte Ohrmuscheln (nichts ist peinlicher, als den Kopfhörer verkehrt aufzusetzen…), verstellbare (und auch in der eingestellten Position bleibende) Kopfbügel. Sämtliche Bedienelemente befinden sich direkt am Kopfhörer – und das sind erstaunlich wenige. Ein Knopf zum Einschalten… und das war es auch schon. Dazu eine 2,5 mm Buchse für das mitgelieferte Audiokabel zum optionalen kabelgebundenen Anschluss von Geräten, und ein USB-C Port zum Laden des Akkus. Durch langen Druck auf den Einschaltknopf geht der Kopfhörer in den Kopplungsmodus – und sofort fragen alle meine Kollegen, wem denn der MOMENTUM 5 Kopfhörer gehört, der auf ihrem Handy aufpoppt. Die Verbindung mit meinem Handy klappt problemlos, und sofort wird die Firmware meines Kopfhörers auf den aktuellen Stand gebracht.

Aber wie steuere ich das Gerät nun, so ganz ohne offensichtliche Bedienelemente? Dieses Thema hat der MOMENTUM 5 super gelöst – über Wischgesten! Berührt mit eurem Finger die flache Seite des rechten Kopfhörers – und ihr steuert damit das Gerät. Tappen, doppelt tappen, länger drücken, nach rechts, links, oben oder unten ziehen – wie auf einem Handy. Einmal berühren, und die Musik startet/pausiert, nach rechts ziehen für das nächste Lied, nach oben ziehen um die Lautstärke zu erhöhen… auch Anrufe werden ähnlich gesteuert – von abheben bis auflegen. Mit zwei Fingern schaltet ihr Dolby Atmos ein oder aus, und mit dem Power Knopf aktiviert ihr Siri bzw. den Google Assistant auf einem Android Handy. Mit ein wenig Übung gehen die relevanten Kommandos flott von der Hand.

Technische Daten Sennheiser Momentum 5 Wireless Kopfhörer

  • 2 Verbindungsmöglichkeiten: Bluetooth 5.4 oder 3,5 mm Klinkenstecker
  • Frequenzbereich: 6 Hz bis 40.000 Hz
  • Impedanz: 520 Ω
  • Empfindlichkeit: 108 dB SPL bei 1 kHz / 0 dB FS
  • Klirrfaktor: < 0,2 Prozent bei 1 kHz / 100 dB SPL
  • acht (!) Mikrofone für ANC und Gesprächswiedergabe
  • Mikrofon-Frequenzbereich: 20 Hz bis 15 kHz
  • Batterielaufzeit laut Hersteller: 57 Stunden bei aktiviertem ANC
  • Vollständige Ladezeit des Akkus in 2 Stunden
  • Kabellänge (Audio): 1,25 m
  • Gewicht: 292 Gramm
  • Preis (UVP): € 399,99.-

Die technischen Daten des MOMENTUM 5 überzeugen – schauen wir einmal, ob der 42mm-Treiber im Kopfhörer auch einen tollen Klang liefert.

Soundqualität

Der Sound klingt großartig – er ist absolut frei von Verzerrungen, dynamisch und außerdem fühlt er sich im Raum natürlich an. Hier hat Sennheiser beim Marketing nicht gelogen – der 42‑mm‑Treiber steht wirklich für totale Präzision: klare Höhen, natürliche Mitten, saubere Details. Meine Ohren durften in den letzten Jahren schon ein paar wirklich gute Kopfhörer genießen – und der MOMENTUM 5 braucht sich vor seinem Mitbewerb definitv nicht zu verstecken!

Schauen wir uns nun die App zur Steuerung des MOMENTUM 5 am PC an… und werden enttäuscht. Es gibt nämlich kein Steuerungs-Programm für Windows. Aber natürlich geht heute nichts mehr ohne App, und für den MOMENTUM 5 erfolgt die App-Steuerung ausschließlich über Android/iOS. Mit der Sennheiser Smart Control Plus App am Handy regelt ihr eine Vielzahl an Einstellungen. Die App informiert euch über den Akkustand, zeigt euch die verbundenen Geräte an und hat umfangreiche Geräusch-Einstellungen. Über einen Schiebregler steuert ihr die Intensität von ANC – von 100% ANC bis hin zu 100% Transparenz. Eine Option reduziert die Windgeräusche (über ANC), mit einer Option schaltet ihr einen immersiven 3D-Audioklang (optimiert für Quellen mit Dolby Atmos) hinzu. Die App bietet eine ganze Menge von vorgefertigten Profilen, beispielsweise für Podcasts oder Filme sowie unterschiedliche Musikstile (Pop, Klassik, Hip-Hop, Rock, Dance, Jazz). Profile für Spiele gibt es keine, aber Musikliebhaber werden es lieben. In der App könnt ihr die Steuerung über die Wischgesten am Kopfhörer deaktivieren. Es ist auch möglich, dem Kopfhörer einen Namen zu geben – meine Frau hat ihn gleich „mein Kopfhörer“ genannt.

Der MOMENTUM 5 kann sich gleichzeitig mit zwei Geräten verbinden. Ihr spielt also am PC, während euer Handy auch verbunden bleibt. Ruft euch jemand am Handy an, kriegt ihr das sofort mit und könnt den Anruf gleich annehmen. Ohne Verbindung mit dem Handy und mit aktiviertem ANC kann es leicht sein, dass ihr den Anruf überhört – die aktive Geräuschunterdrückung ist nämlich (auf der Einstellung 100%) wirklich effektiv. Ganze acht digitale Mikrofone hören ununterbrochen die Umgebung ab, um unerwünschte Geräusche herauszufiltern. Laut Sennheiser ist damit die Geräuschunterdrückung dreimal so stark wie beim Vorgänger. Das kann ich zwar mangels Vorgängermodell nicht beurteilen, aber dass sie gut funktioniert habe ich in den vergangenen Tagen regelmäßig bemerkt. Kollegen können sich völlig unbemerkt von hinten an euch annähern, eure Kinder können euch vom Nebenzimmer rufen – ihr bekommt es einfach nicht mehr mit und habt eure Ruhe.

Wofür ist der Kopfhörer nun ideal? Nunja, vor allem wenn ihr unterwegs seid. Ich habe ihn natürlich mit dem Handy gekoppelt um damit Spotify am Weg ins Büro zu hören, ich habe ihn aber auch mit meinem Arbeitslaptop im Büro verbunden, um bei Teams-Meetings teilzunehmen oder um bei der Arbeit Musik zu hören. Auch jetzt spielt gerade ein Album der Beatles, während ich meine Erfahrungen niederschreibe. Zum Spielen habe ich ihn mit dem Lenovo Legion Go und mit dem MSI Claw gekoppelt – so gut haben die beiden Handhelds noch nie geklungen. Wirklich toll ist auch das Feature, dass der Kopfhörer automatisch des Lied/den Podcast pausiert, sobald ihr ihn abnehmt oder auch nur vom Kopf auf den Hals herunterzieht. Klingt unspektakulär, ist aber höchst praktisch, wenn ihr gezwungenermaßen doch mit jemandem kommunizieren müßt. Die Alternative wäre die totale Abschaltung von ANC – dann bekommt ihr nämlich alles von eurer Umgebung mit und könnt auch mit aufgesetztem Kopfhörer Gespräche führen.

Zubehör

Was ist alles in der Verpackung? Das Wichtigste ist der kabellose Kopfhörer, in meinem Fall in schickem beige (auch erhältlich in schwarz und blau). Im Lieferumfang enthalten ist auch eine handliche und extrem stabile (harte) Transporttasche mit Zippverschluss, Trageschlaufe, zwei internen Befestigungen für die beiden Kabel (sogar beschriftet) und einem kleinen Abteil zum Transport von Kleinteilen. Wirklich edel, so eine aufwändige Transporttasche habe ich lange nicht gesehen. Dazu kommt ein 1,20 m langes USB-C auf USB-C Kabel (zum Aufladen des Akkus) und ein 1,25 m langes Audiokabel – Klinke mit 2,5 mm für den Kopfhörer und 3,5 mm zum Anschluss eines Zubringers. Das funktioniert mit unzähligen Geräten aus den letzten Jahrzehnten, allerdings haben einige neuere Handys keinen Klinkenstecker mehr. Alle Teile sind farblich gut aufeinander abgestimmt – schaut super aus.

Im Kopfhörer befindet sich ein Akku (Lithium-Ionen, 3.7 V, 700 mAh), der nicht felsenfest verklebt ist, sondern vom Benutzer ausgetauscht werden kann. Allerdings geht das nicht ganz so einfach von der Hand wie bei manchen neuen Konkurrenzprodukten, sondern erfordert das Aufschrauben mit einem Schraubenzieher. Zusätzlich ist noch eine mehrsprachige Kurzanleitung mit 13 Seiten und vielen Illustrationen dabei. In der Anleitung wird auch im Detail beschrieben, wie ihr den Kopfhörer öffnet, um den Akku auszutauschen. Gedruckte Sicherheitshinweise und ein Compliance Zettel vervollständigen den Inhalt. Ok, ein kleiner Sack mit Silica-Gel (Kieselgel) zum Schutz vor Feuchtigkeit liegt auch noch bei. Fehlt eigentlich etwas? Man sieht kein Mikrofon – die Mikrofone sind in der Ohrmuschel fest verbaut.

Nachhaltig? Nachteile?

Die meisten Premium-Kopfhörer sind so konzipiert, dass sie irgendwann weggeworfen werden. Das neueste Modell von Sennheiser ist hingegen auf Langlebigkeit ausgelegt. Der Akku ist nämlich austauschbar. Entfernt die Polsterung der linken Ohrmuschel, entfernt vier Schrauben mit einem PH 0 Schraubenzieher, und ihr erlangt Zugriff auf den BA 500 Akku. Vorsicht, dabei nicht das Verbindungskabel zur Elektronik zu zerstören. Danach wieder Zusammenschrauben, die Polsterung mit Klick wieder befestigen – das war es auch schon. Das ist echt geil, denn in den letzten Jahren hatten quasi alle teuren Kopfhörer ein Verfalldatum. Da sie mit einem Akku betrieben werden, geben sie irgendwann den Geist auf. Alle Lithium-Ionen-Akkus verlieren mit jedem Ladevorgang ein wenig an Leistung, und nach einigen Jahren täglicher Nutzung habt ihr einen Kopfhörer, der zwar noch technisch einwandfrei funktioniert, aber bei dem der Akku nicht mehr lange genug durchhält, um ihn noch sinnvoll zu verwenden. Für die Hersteller ist das super – denn die erwarten nun, dass ihr einen neuen Kopfhörer kauft. Nicht so Sennheiser (oder auch bereits ein paar weitere Premium-Hersteller bei ihren besseren Produkten) – hier tauscht ihr den Akku einfach aus. Finde ich super, dass Sennheiser das bereits jetzt ermöglicht – auch wenn es ab Februar 2027 verpflichtend für (fast) alle neuen Geräte in der EU sein wird.

Hat der MOMENTUM 5 auch Nachteile? Nunja, er ist kein spezieller Gaming Kopfhörer. Er blinkt nicht. Eine Verbindung über einen 2,4 MHz Dongle ist nicht möglich – ihr müsst also Bluetooth benutzen. Das verwendete Bluetooth 5.4 ist übrigens abwärtskompatibel mit älteren Versionen. Die acht Mikrofone sind fest im Kopfhörer verborgen, ihr könnt es euch also nicht direkt vor den Mund halten und so eine ASMR (Autonomous Sensory Meridian Response) Show abziehen. Ihr klingt daher generell ein wenig weiter weg als bei Verwendung eines ausklappbaren Mikrofons – abgesehen davon wird eure Stimme aber glasklar übertragen. Es fehlen spielerspezifische Funktionen wie bereits optimierte Soundprofile für ausgewählte Spiele. Dafür passen aber alle wesentlichen Eigenschaften des Headsets – Soundqualität, Tragekomfort, Laufzeit des Akkus, besonders bei aktiviertem ANC – alles Top.

Zusammenfassung

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