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Masters of Albion im Early Access Test

Erschafft eine Stadt nach euren Wünschen in der neuen Götter-Simulation von Programmierer-Legende Peter Molyneux. Das Spiel ist eben im Early Access für den PC erschienen – wird das ein neues Meisterwerk?

Der Name Masters of Albion ist nicht sonderlich gut gewählt, finde ich. Albion (erschienen 1996) ist nämlich mein Lieblings-Rollenspiel von Blue Byte (ok, es ist auch das einzige Rollenspiel von Blue Byte), und damit hat das neue Masters of Albion überhaupt nichts zu tun. Ebensowenig wie mit Albion Online, einem populären MMORPG von 2017. Auch Ruins of Albion ist etwas völlig anderes. Oder Welcome to Albion!. Egal, vermutlich weil die Fantasywelt von Fable, eines früheren Spieles von Peter Molyneux, Albion geheissen hat, nennt sich sein neuestes Werk nun eben Masters of Albion. Wobei dieses Albion nicht das Albion aus Fable ist.

Ich bin ein großer Fan von Peter Molyneux, er hat das Genre der Göttersimulation mehr oder weniger erfunden. Sein Populous (Bullfrog, 1989) war eines meiner ersten Original-Spiele, die Box hat noch heute einen Ehrenplatz in meinem Spielregal, gleich neben Populous II, Powermonger, Theme Park, Syndicate, Dungeon Keeper und Black & White. Auch Fable, Fable III und The Movies gehören zu meinen Lieblingsspielen – alle große Erfolge und mehr oder weniger maßgeblich von Peter Molyneux beeinflusst. Der Mann war wirklich gut, auch wenn er manchmal vor Erscheinen seiner Spiele in Interviews ein wenig zu hohe Erwartungen geschürt hat, die dann vom Spiel nicht so ganz erfüllt wurden. Aber so sind eben große Visionäre – manchmal werden sie von der Realität dann doch eingeholt. Anyway, Peter Molyneux hat mit seinen Werken zweifellos die Spiele-Branche massiv beeinflusst und überaus innovative Kreationen erschaffen. Inzwischen ist er Mitte 60 und denkt darüber nach, sich zur Ruhe zu setzen. Masters of Albion soll sein letztes Spiel werden – mal schauen, wie es ihm gelungen ist. Auf den ersten Blick erinnert es an die Göttersimulation Black & White.

Die Hand Gottes

Wir steuern das Spiel mit unserer Hand. Und  damit meine ich nicht die Hand an der Maus, sondern eine Hand im Spiel. Mit der können wir Dinge aufheben, beispielsweise herumliegende Felsen, die wir dann auf herumlaufende Zombies werfen können, um sie zu erschlagen. Schaut aus wie die Hand aus Black & White, und funktioniert auch ähnlich. Es handelt sich dabei um unsere abgehackte Hand. Das lernt man aus dem  Intro (englisch, ohne Untertitel). Wir sind der Auserwählte, der einer mysteriösen Stimme in eine verfallenes Dorf mit Namen Oakridge gefolgt ist, um sich dort in einer unterirdischen Halle auf den verlassenen Thron zu setzen. Der Thron hat uns daraufhin an sich gefesselt, und außerdem unsere Hand abgehackt, mit der wir nun die Welt außerhalb erkunden können.

Wir klicken von Grünzeug überwucherte Gebäude an, um sie freizulegen, wir nehmen herumliegende Häuserteile und bauen wie mit Lego Häuser zusammen. Viel Kreativität wird dabei aber nicht benötigt, da die Teile alle nur auf eine bestimmte Art zusammen passen. Wir bauen eine Farm, eine Mühle, eine Fabrik, reinigen das Wohnhaus und die Taverne, ziehen Dorfbewohner von der Taverne zu den Produktionsgebäuden – und schon tut sich etwas in Oakridge. Plötzlich ist aus den herumliegenden Ruinen ein kleines Dorf samt Bewohnern entstanden. Sehr seltsam. Unsere Beraterin sagt uns (wieder ohne Untertitel), was zu tun ist. Ein anfliegender Heißluftballon bringt eine Bestellung – sechs Sandwiches – und wir müssen in der Fabrik das Sandwich designen. Käse, oder eine tote Ratte als Füllung? Wenn die bestellte Menge produziert wurde, wird sie automatisch in den Ballon gebracht und zum Käufer verschifft. Wenn wir auf die Produktionsgebäude klicken, arbeiten sie schneller. Im Arcanium kauft ihr Zaubersprüche (Feuerball, Blitz, Flammenwand uvm) für eure Hand.

Das Spiel schreitet tageweise voran. Tagsüber baut ihr Gebäude, produziert Waren, platziert Verteidigungsanlagen – und bereitet euch auf die Nacht vor. Jede Nacht wird eure Siedlung von bösartigen Kreaturen angegriffen, die bis zum unterirdischen Thron vordringen wollen. Tötet sie, oder das Spiel ist vorbei. Wenn ihr sie alle umbringt, beginnt der nächste Tag. Und da müsst ihr wieder Essen designen (die Aufgaben werden immer komplexer – und ihr bekommt nur vage Hinweise, wie das Essen sein soll) und produzieren und euch auf die Nacht vorbereiten. Bald habt ihr auch Einheiten, um die Kreaturen der Nacht zu bekämpfen, und ihr könnt sogar von ihnen Besitz ergreifen und sie direkt steuern… und mit Mausklick angreifen. Sehr komplex. Anfangs ist eure Stadt noch sehr klein, aber Tag für Tag wird eine größere Fläche nutzbar.

Early Access

Masters of Albion ist noch nicht fertig – die Entwickler rechnen damit, dass sich das Spiel noch mindestens ein Jahr im Early Access befinden wird. Derzeit ist das erste Kapitel vollständig spielbar – wie viele Kapitel das Spiel schlussendlich aber haben soll, steht zumindest nicht auf Steam. Der Preis von aktuell € 25,49 soll sich nach Ende der Early Access Phase erhöhen. Wenn ihr das Spiel aktuell spielt, merkt man nicht auf den ersten Blick, dass es sich noch im Early Access befindet. Es schaut eigentlich ganz gut aus und spielt sich auch fehlerfrei, aber die Entwickler haben noch einiges vor. Neben der Fertigstellung der Story wird am Kampfgefühl und der allgemeinen Schwierigkeitsbalance gearbeitet, ebenso an der Charakterentwicklung und wie sich die Entscheidungen des Spielers darauf auswirken, auch die Übersichtlichkeit und Benutzerfreundlichkeit der Benutzeroberfläche wird noch überarbeitet. Zusätzliche optionale Quests und Aktivitäten sollen eingebaut werden, die Handwerks-, und Produktionssysteme erweitert werden. Kurz – da wird noch ordentlich am Spiel gefeilt, die Liste der vorgesehenen Verbesserungen ist lang. Immerhin gibt es auf Steam bereits Sammelkarten, Abzeichen, Emoticons und Profilhintergründe.

Masters of Albion gibt es aktuell nur für den PC. Als Mindestanfdorderung nennen die Entwickler eine NVIDIA GeForce RTX 2060 oder GTX 1660 Super Grafikkarte, eine AMD Radeon RX 5600 XT reicht auch, ebenso nur 8 GB RAM. Ein Gamepad wird nicht unterstützt.

Zusammenfassung

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