Sichert euch der Unterstützung der blutrünstigen Götter der Azteken in der neusten Erweiterung für Age of Mythology: Retold. Age of Mythology: Retold – Obsidian Mirror bringt ein neues Volk und eine neue Kampagne für das ohnehin bereits sehr umfangreiche Echtzeitstrategie-Epos für PC, Xbox und PlayStation 5.
Das ursprüngliche Age of Mythology wurde bereits zur Hochzeit der Echtzeitstrategiespiele im Jahr 2002 veröffentlicht. In Computerspieljahren ist es also uralt. Als Spin-Off der extrem erfolgreichen Age of Empires-Serie hat das von Bruce Shelley und den Ensemble Studios (Publisher Microsoft Game Studios) entwickelte Spiel den Fokus auf die Götter der Antike gelegt – Griechen, Ägypter, Wikinger – und natürlich Atlantis haben für stundenlangen Spielspaß gesorgt.
Nach über 20 Jahren ist das Spiel dann für moderne Rechner aktualisiert worden – das 2024 erschienene Age of Mythology: Retold hat Grafik, Sound und Benutzerführung aufpoliert, im Kern aber das fantastische Spiel von 2002 wieder auf den Markt gebracht. Und die Fans waren begeistert – aktuell steht es bei knapp 20,000 Reviews und einer Wertung von „Very Positive“ auf Steam. Das spricht für die Qualität des Spieles – auch über 20 Jahre nach Erscheinen macht es immer noch Spaß. Auch finanziell hat es sich offensichtlich für die Xbox Game Studios gelohnt, und wurde daher mit neuen Inhalten versorgt. Age of Mythology: Retold – Immortal Pillars hat die chinesische Mythologie ins Spiel gebracht, in der Erweiterung Age of Mythology: Retold – Heavenly Spear kamen japanische Götter hinzu. Nun ist die dritte große Erweiterung erschienen, diesmal nicht mit Göttern aus dem Fernen Osten, sondern aus Zentralamerika. In Age of Mythology: Retold – Obsidian Mirror könnt ihr die Azteken spielen und eure Macht durch Blutopfer erhöhen.

Obsidian Mirror
Die Kernspielmechaniken von Age of Mythology: Retold haben sich in Obsidian Mirror nicht verändert – baut eure Siedlung, erforscht neue Technologien, produziert Truppeneinheiten und vernichtet mit der Unterstützung der Götter eure Feinde. Trotzdem spielt sich die Erweiterung erstaunlich frisch – denn die Azteken bringen natürlich lauter neue Gebäude und Einheiten mit ins Spiel. Die Götter der Azteken benötigen Tonalli, die Essenz des Lebens, die im Kampf freigesetzt wird. Jeder gefallene Krieger stärkt die göttliche Gunst, verleiht deinen Göttern Kraft und treibt deine Zivilisation voran. Selbst deine Dorfbewohner können ihre Lebenskraft opfern, wenn größere Macht benötigt wird.
Auch die unaussprechlichen drei neuen Gottheiten sorgen mit ihren Fähigkeiten für frischen Wind – nutzt die Unterstützung von Quetzalcoatl, Tezcatlipoca oder Huitzilopochtli. Die drei Götter sind Brüder – und kämpfen gegeneinander um die Vorherrschaft, selbst wenn sie dabei unzählige Menschen töten müssen. Quetzalcoatl ist der Gott des Windes, der Kunst und der Weisheit. Die Einheiten aus der Adeligenschule sind stärker und haben eine höhere Reichweite. Tezcatlipoca ist der Gott der Dunkelheit und Zauberei. Er beherrscht mächtige Zaubersprüche, um Gegner zu verwirren. Türme und Fallen werden schneller errichtet und verursachen mehr Schaden – defensive Spieler sollten ihn anbeten. Huitzilopochtli ist der Gott des Krieges und der Sonne und verlangt Opfer, um dafür die Offensivkraft eurer Armee zu verbessern. Er ist der Gott der Eroberung und Expansion und für agressive Spielweisen gedacht. Dazu kommen noch neun kleinere Götter hinzu, die jeweils ihre eigenen Boni und Zaubersprüche mit sich bringen.
Aztec-Power
Kriegerpriester, Tlamahni-Speerkämpfer, Tequihua-Bogenschützen, Chaneque, Quimichin-Spion, Ozelot-Krieger, Adlerkrieger, Jaguar-Reiter und Coyote-Krieger… das dauert ein wenig, bis ihr euch mit den neuen Einheiten angefreundet habt. Von den Dämonen mit Namen wie Tzizimil oder mit noch unaussprechlicheren Namen will ich gar nicht erst reden. Upgrades mit Namen wie Gefiederte Schilde und den Geist des alten Coyoten zur Verbesserung von Waffen und Einheiten – das Spielprinzip ist wie eh und je in Age of Empires, aber die Details sind gewöhnungsbedürftig. Die Azteken haben keine Mauern aus Stein und keine Pferde – aber sehr schnelle Fußsoldaten und mächtige Priester. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen – meine ersten Mehrspielerpartien gegen Gegner aus dem Hauptspiel waren nicht sonderlich erfolgreich.
Ihr könnt das Spiel mit Maus und Tastatur spielen – oder auch am PC mit einem Gamepad. Die Texte sind alle auf Deutsch übersetzt worden, die Sprachausgabe ist aber nur auf Englisch verfügbar. Die Systemanforderungen an euren PC entsprechen dem Hauptspiel und sich relativ moderat – 8 GB RAM, dazu zumindest eine (uralte) NVIDIA GeForce GTX 645. Um im Multiplayermodus mitspielen zu können, muss euer Rechner sich aber zuerst einem Benchmark unterziehen und einen Mindestwert erzielen – leistungsschwache Rechner werden damit (zum Wohle der anderen Spieler) von Mehrspielergefechten ausgeschlossen. Dafür ist es problemlos möglich, Partien zwischen jeder unterstützen Plattform zu spielen – ihr könnt also am PC gegen einen (oder mehrere) Gegner mit Konsolen zocken. Kaufen könnt ihr es für den PC auf Steam oder im Microsoft Store, und für Konsole natürlich im Xbox und im PlayStation Store.
Zusammenfassung
FAZIT
Age of Mythology: Retold – Obsidian Mirror ist eine tolle Erweiterung für Fans des Hauptspieles. Zwölf neue Missionen beschäftigen euch einige Stunden, auch wenn manche Karten mehrfach verwendet werden und ihr ein paar Mal vor allem in der Verteidigung gefordert werdet, um anstürmende Gegnerhorden abzuwehren. Und das, ohne mächtige (Stein-)Mauern bauen zu können. Die Kampagne spielt übrigens sogar in Europa, was mich dann doch ein wenig überrascht hat. Der Kampf zwischen den aztekischen Gottheiten oder die Zerstörung der sagenumwobenen Stadt Aztlan ist irgendwie passend, aber die Suche nach Verbündeten in Europa? Die Azteken spielen sich schnell – die meisten Einheiten fügen ordentlich Schaden zu, halten aber dafür auch nicht viel aus. Baut Fallen, schleicht euch an, nutzt die Geschwindigkeit der Aztekenkrieger, um eure Gegner zu vernichten. Das macht Spaß, vor allem wenn eure (menschlichen) Gegner die Stärken (und Schwächen) der neuen Zivilisation noch nicht kennen.
