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Aphelion im Test

Das neue Action-Adventure der Life Is Strange-Macher Don’t Nod ist erschienen. Spielt in Aphelion auf PC und Konsolen zwei auf einem eisigen Planeten gestrandete Astronauten, auf einer lebensgefährlichen Mission um das Aussterben der Menschheit zu verhindern.

Das Erstlingswerk des Pariser Studios Don’t Nod war das 2013 erschienene dystopische Action-Adventure Remember Me, und bereits mit ihrem nächsten Werk, dem in mehreren Episoden erschienenen Life Is Strange, haben sie einen Welterfolg gelandet. Neben Fortsetzungen von Life Is Strange wurden auch weitere Spiele in Zusammenarbeit mit mehreren Publishern, wie Vampyr, Twin Mirror, Jusant oder Lost Records: Bloom & Rage produziert oder Spiele von Drittherstellern herausgebracht. Nun ist ihr neuestes Werk erschienen – das in Zusammenarbeit mit der ESA (European Space Agency) entwickelte Sci-Fi Action-Adventure Aphelion. Wird das endlich einmal ein realistisches Sci-Fi Spiel?

Lost on Persephone

Das habe ich wieder notwendig gehabt. Da bin ich, Dr. Ariane Montclair, Astrobiologe, auf einer Mission im All, um das Überleben der Menschheit zu ermöglichen, und dann fange ich mir etwas mit meinem Kollegen Thomas Cross an. Dummerweise ist er das einzige andere Crewmitglied, und wir sind schon ein paar Jahre im All unterwegs. Naja, so schlecht schaut er eigentlich eh nicht aus. Es ist 2062, die Erde ist aufgrund des Klimawandels praktisch unbewohnbar, aber die Entdeckung des Planeten Persephone gibt Hoffnung. Unsere Mission lautet, den Planeten zu erforschen und abzuklären, ob die Menschen hier überleben können. Da ist keine Zeit für Sex – wir haben eine Mission, und die geht vor. Dummerweise sieht Thomas das anders.

Lange können wir über das Thema aber nicht diskutieren, denn unser riesiges Raumschiff stürzt auf Persephone ab. Die Hitzeschilder halten beim Eintritt in die Atmosphäre, Thomas versucht noch eine Notlandung, aber es wird ein ziemlich harter Aufschlag. Ich habe ihn recht gut überstanden, klettere durch das Wrack unseres brennenden Raumschiffes, springe über Abgründe, klettere an der Wand entlang, balanciere mich über dünne Planken und entkomme gerade noch, bevor ein Teil des Raumschiffes in einen tiefen Abgrund stürzt. Thomas ist nicht auffindbar, und ich bin ganz alleine auf einem eisigen Planeten am Rand unseres Sonnensystems. Ganz toll.

Also suche ich mir einen höhergelegenen Punkt, um mich ein wenig umzusehen. Und da ist ja auch schon der Rest unseres Raumschiffes – auf ein paar Quadratkilometer verteilt. Hoffentlich hat Thomas das irgendwie überstanden. Ich klettere durch die Wrackteile, rutsche fast bei jedem Sprung ab, krieche am kalten Boden entlang, zwänge mich durch enge Spalten. Mit meiner Seilwinde kann ich mich an manchen Stellen nach oben ziehen. Ich finde den zerstörten Maschinenraum – kein Thomas, aber Blutspuren am Boden. Scheinbar hat es Thomas bis zu einer Rettungskapsel geschafft. Und ich habe es auch gerade noch in letzter Sekunde geschafft, bevor das Feuer auch diesen Teil des abgestürzten Raumschiffes vernichtet hat. Was mache ich nun auf dem Planeten? Irgendwo gibt es hier eine Energiequelle. Und ich höre unverständliche Gesprächsschnipseln über Funk. Das muss doch Thomas sein, der mich zu kontaktieren versucht. Ganz sicher!

Ice, baby

Im weiteren Verlauf erforscht ihr den eisigen Planeten, überquert vorsichtig zugefrorene Eisplatten, versucht euch in der trostlosen Landschaft nicht zu verlaufen. Scheinbar scheint das Eis zu schmelzen. Und dann sind dann noch gigantische Magnetfelder. Später spielt ihr dann auch Thomas – und werdet herausfinden, dass Persephone vielleicht doch nicht ganz so unbewohnt und zugefroren ist, wie vermutet wurde… Thomas ist verletzt und daher nicht ganz so agil wie Ariane, außerdem ist sein Sauerstofftank beschädigt, also braucht er regelmäßig neuen Sauerstoff. Er spielt sich ein wenig anders als Ariane, aber im Kern muss er – wie zuvor seine Kollegin – die Umgebung untersuchen und herausfinden, wo es weitergeht. Die Blocker im Spielfortschritt sind weniger unüberwindliche Action-Sequenzen oder komplexe Rätsel, als schlichtweg nicht zu erkennen, wo es in den mehr oder weniger linearen Umgebungen vorangeht.

Aphelion sollte mit einem Gamepad gespielt werden. Das Spiel – überwiegend die Selbstgespräche der beiden Protagonisten – ist voll vertont. Es speichert regelmäßig automatisch, allerdings ist nur ein einziger Speicherstand verfügbar. Stirbt Amelia, wird der Speicherstand geladen und Amelia kann es noch einmal versuchen. Meistens ist nicht viel verloren, da bei fast jedem kleinen Fortschritt gespeichert wird. Die Hardwareanforderungen am PC sind überschaubar, eine NVIDIA GeForce GTX 1060 reicht für stabile 30 FPS aus. Um die Qualität hochzudrehen, sollte es aber schon zumindest eine RTX 3060 oder AMD Radeon RX 6800 XT sein. Der Speicher muss mindestens 8 GB RAM betragen, besser wären aber 16 GB. Ich habe das Spiel auch am Lenovo Legion Go S probiert – läuft, aber ruckelt auch auf niedrigsten Einstellungen. Kann ich nicht empfehlen. Auf meinem vollwertigen Gaming-PC ist es jedoch auch in 4K problemlos gelaufen. Neben dem PC ist Aphelion auch für die PlayStation 5 und Xbox erschienen.

Zusammenfassung

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