Das Elgato Wave:3 MK.2 erweitert das bekannte USB-Mikrofon um integrierte Signalverarbeitung, Clipguard 2.0 und VST-Einbindung. Im Test überzeugt vor allem die Kombination aus einfacher Bedienung, sauberer Sprachaufnahme und flexibler Wave-Link-Software.
Mit dem Wave:3 MK.2 überarbeitet Elgato eines seiner bekanntesten USB-Mikrofone und richtet sich weiterhin klar an Streamer, Podcaster, Creator und Spieler, die ohne XLR-Interface eine bessere Sprachqualität erreichen wollen. Für diesen Test lag uns die neue MK2-Version als Testmuster vor. Der grundsätzliche Ansatz bleibt vertraut: Mikrofon auspacken, per USB-C anschließen, Pegel einstellen und über Wave Link bei Bedarf deutlich tiefer ins Audio-Routing einsteigen.
Technische Daten
- Produkt: Elgato Wave:3 MK.2
- Typ: USB-Kondensatormikrofon
- Richtcharakteristik: Niere
- Kapsel: 16 mm Kondensator
- Auflösung: 24 Bit
- Abtastrate: 48 kHz
- Frequenzbereich: 70 Hz bis 20 kHz
- Maximaler Schalldruck: 130 dB SPL
- Dynamikumfang: 110 dB
- Anschlüsse: USB-C, 3,5-mm-Kopfhörerausgang
- Software: Wave Link
- Besonderheiten: Wave FX Processor, Clipguard 2.0, Onboard-DSP, VST Inserts, Auto Gain
- Zielgruppe: Streamer, Podcaster, Content Creator, Voice-over, Gaming-Setups
- Preis: 169,99 Euro UVP
Schlichtes Design, klare Bedienung
Äußerlich bleibt Elgato seiner bisherigen Linie treu. Das Wave:3 MK.2 wirkt auf dem Schreibtisch schlicht, sauber verarbeitet und funktional. Der mitgelieferte Tischständer ist stabil genug für den Einstieg, in einem dauerhaften Streaming- oder Podcast-Setup empfiehlt sich aber weiterhin ein Mikrofonarm. Das liegt weniger an der Qualität des Ständers als an der typischen Aufnahmepraxis: Je näher und gezielter das Mikrofon vor dem Mund positioniert ist, desto besser lassen sich Raumhall, Tastaturgeräusche und unnötig hoher Gain vermeiden.
Technisch setzt das Wave:3 MK.2 auf eine 16-mm-Kondensatorkapsel mit Nierencharakteristik, 24 Bit Auflösung, 48 kHz Abtastrate, einen Frequenzbereich von 70 Hz bis 20 kHz, 130 dB SPL und 110 dB Dynamikumfang. Angeschlossen wird es über USB-C, zusätzlich steht ein 3,5-mm-Kopfhörerausgang für direktes Monitoring bereit. Zum Lieferumfang gehören das Mikrofon, ein Tischständer, ein 250 cm langes USB-C-Kabel sowie 5/8- und 3/8-Zoll-Adapter.
Mehr Kontrolle für Streamer und Creator
Im praktischen Einsatz liefert das Wave:3 MK.2 eine klare, präsente und gut verständliche Sprachaufnahme. Stimmen werden direkt abgebildet, ohne künstlich aufgeblasen zu wirken. Für klassische Gaming-Streams, Discord-Kommunikation, Voice-over-Aufnahmen und Podcasts reicht die Grundqualität problemlos aus. Wie bei vielen Kondensatormikrofonen gilt aber: Der Raum hört mit. Hallige Zimmer, laute Tastaturen oder Lüfter verschwinden nicht automatisch. Wer das Mikrofon zu weit entfernt aufstellt und den Gain entsprechend hochdreht, verschenkt Klangqualität.
Die wichtigste Neuerung gegenüber dem ursprünglichen Wave:3 ist der Wave FX Processor. Elgato kombiniert damit Hardware- und Softwareverarbeitung in einem Signalweg. Dazu zählen Onboard-DSP, Clipguard 2.0 und die Möglichkeit, VST-Effekte direkt in den Mikrofonweg einzubinden. In der Praxis bedeutet das: Stimmeffekte, Klangbearbeitung und Schutz vor Übersteuerung hängen weniger stark von einem komplizierten virtuellen Routing ab und können konsistenter über verschiedene Anwendungen hinweg genutzt werden.
Clipguard 2.0 als Sicherheitsnetz
Clipguard 2.0 ist im Test besonders für Streamer relevant. Wer im Spiel plötzlich lauter wird, ärgert sich bei vielen Mikrofonen schnell über verzerrte Spitzen. Elgato beschreibt die neue Version als mehrstufiges System mit gestapelten ADCs, interner 32-Bit-Floating-Point-Verarbeitung und digitalen Limitern. Im Vergleich zum ursprünglichen Clipguard 1.0 greift die neue Variante also früher und umfassender gegen Übersteuerung ein. In der Praxis ersetzt das keine saubere Pegelung, reduziert aber das Risiko unschöner Ausreißer deutlich.
Sehr gut gefällt uns auch die Bedienung am Gerät. Der Multifunktionsregler steuert je nach Auswahl unter anderem Gain, Voice Tune, Kopfhörerlautstärke und Monitor-Mix. Die Quick-Start-Anleitung nennt außerdem eine lange Betätigung des Reglers für Auto Gain. Die LEDs zeigen die jeweils aktive Funktion und Pegelzustände an, wodurch das Mikrofon im Alltag verständlicher wirkt als viele minimalistische USB-Alternativen. Die Mute-Funktion auf der Oberseite bleibt praktisch, weil sie ohne störendes mechanisches Klicken auskommt.
Wave Link bleibt der größte Vorteil
Wave Link bleibt ein zentrales Argument für das Mikrofon. Die Software erlaubt getrennte Mischungen für unterschiedliche Zwecke, etwa Stream, Aufnahme, Monitoring oder Calls. Laut Elgato unterstützt Wave Link beim Wave:3 MK.2 bis zu fünf Mixes, App-Routing, App-Gruppierung, VST-Effekte und die Einbindung über Stream Deck. Gerade im Streaming-Alltag ist das ein echter Mehrwert: Spielsound, Voice-Chat, Musik, Browser und Mikrofon lassen sich sauber voneinander trennen, ohne sofort zu komplexer Studiotechnik greifen zu müssen.
Aber nicht alles ist perfekt. Das Wave:3 MK.2 ist weiterhin ein Kondensatormikrofon und damit nicht die beste Wahl für jede Umgebung. In unbehandelten Räumen oder direkt neben einer lauten mechanischen Tastatur kann ein dynamisches Mikrofon unter Umständen kontrollierter klingen. Auch Zubehör bleibt ein Thema: Mikrofonarm und Shock Mount sind für ein sauberes Setup fast Pflicht, werden aber nicht automatisch Teil des Standardpakets. Wer das Mikrofon nur auf den Tisch stellt, bekommt zwar ein funktionierendes Ergebnis, schöpft das Potenzial aber nicht vollständig aus.
Gegenüber dem Vorgänger ist die MK2-Version vor allem dann interessant, wenn die integrierte Signalverarbeitung tatsächlich genutzt wird. Wer nur ein simples USB-Mikrofon für gelegentliche Calls sucht, findet günstigere Alternativen. Wer hingegen streamt, regelmäßig Inhalte produziert oder mehrere Audioquellen kontrollieren möchte, profitiert klar vom Zusammenspiel aus Hardware, Wave FX Processor, Clipguard 2.0 und Wave Link. Genau hier wirkt das Wave:3 MK.2 weniger wie ein einzelnes Mikrofon und mehr wie ein kompakter Einstieg in ein Creator-Audio-System.
Zusammenfassung
FAZIT
Das Elgato Wave:3 MK.2 ist ein überzeugendes USB-Mikrofon für Creator, die gute Sprachqualität, unkomplizierte Einrichtung und flexible Software-Steuerung in einem Gerät suchen. Die Aufnahmequalität ist sauber, die Bedienung direkt verständlich und Clipguard 2.0 nimmt vor allem Streamern ein Stück Unsicherheit bei lauten Momenten.
Der größte Vorteil liegt aber im Gesamtpaket. Wave Link, Onboard-DSP, VST-Integration und Auto Gain machen das Mikrofon vielseitiger als viele klassische USB-Modelle. Mit (optionalem) Mikrofonarm, sinnvoller Positionierung und etwas Feintuning liefert das Wave:3 MK.2 ein sehr starkes Ergebnis. Damit hat sich das Mikro auf jeden Fall eine Empfehlung der Redaktion und somit unseren Award verdient.



