Im neuen Metroidvania Barbarian Saga: The Beastmaster spielt ihr einen Beastmaster. Und zwar den letzten seiner Art. Bindet die Seelen der Bestien an euch, schaltet mächtige Fähigkeiten frei und kämpft darum, das Schicksal von Arborea zu bestimmen. Ab sofort auf PC, PlayStation, Xbox und Switch erhältlich.
Auf Amazon Prime war gerade der (gar nicht so schlechte) Masters of the Universe Film die Nummer 1 in Österreich. Der Kampf von He-Man gegen Trantor mag zwar kindisch sein, aber ich bin nun einmal damit aufgewachsen. Wenn ihr ein Kind der 80er seid, kennt ihr auch Conan der Barbar, einen der ersten Schwarzenegger-Filme. Ihr habt dann wohl auch Barbarian: The Ultimate Warrior (Palace Software, 1987), bei dem ihr eurem Gegner den Kopf abschlagen konntet, gespielt. Herrliche Kindheitserinnerungen!
Dormidin Studio, ein kleines Spielestudio aus Málaga, Spanien, schlägt nun mit ihrem neuen Spiel Barbarian Saga: The Beastmaster in genau diese nostalgische Kerbe. Muskelbepackte Helden, leichtbekleidete Frauen mit großen… Schwertern und dazu fiese Zauberer, und schon ist die Fantasy-Welt perfekt. Schauen wir einmal, ob auch das Spiel perfekt geworden ist.

Krieg in Arborea
In der Fantasy-Welt von Arborea herrscht Krieg. König Rohamit IV von Imperia ist (ohne Fremdeinwirkung, ganz sicher…) gestorben, der neue König bekämpft alle nicht-menschlichen Mitbürger… Wir spielen Ren, einen Gladiator, der sich mit einem verfluchten Schwert in der Hand auf den Weg macht, für Ordnung im Land zu sorgen. Die Hintergrundgeschichte wird zwar im Spiel erzählt, allerdings sehr bruchstückhaft und verwirrend. Keine Ahnung, ob ich zur Einleitung eine Kurzgeschichte hätte lesen sollen – ich finde das gedruckte Handbuch gerade nicht. Die Zwischensequenzen und Gespräche mit den NPCs haben mich jedenfalls mehr verwirrt als mir Hintergrundwissen gegeben. Zum Glück ist das ja beim eigentlichen Spiel egal, da das Spielprinzip so einfach ist, dass es auch ein geistig zurückgebliebener Barbar (oder ich) versteht – Gegner – töten. Dafür haben wir ja unser großes Schwert. Tötet ihr einen Gegner, löst er sich auf. Schaut irgendwie komisch aus. Abgesehen davon ist die Grafik/Animation aber ganz gut und fängt das typische Barbarian-Flair super ein. Die meisten getöteten Gegner lassen (zumindest) Goldmünzen zurück. Wenn ihr einen Gegner berührt, nehmt ihr Schaden.
Die Steuerung ist relativ simpel: A um zu springen, B um zu blocken, X um anzugreifen und Y für den Spezialangriff. Ihr könnt auf eine automatisch mitgezeichnete Karte zugreifen, euer Inventar öffnen und bestimmte Gegenstände (z.B. Heiltränke) verwenden. Auf Tastendruck verwandelt ihr euch in eine tierische Form – das Spiel heißt ja nicht ohne Grund The Beastmaster. Unter magischen Bäumen könnt ihr das Spiel speichern, euch vollständig heilen und außerdem dienen die Bäume zur Schnellreise durch das Land von Arborea. Verlasst ihr einen Raum und betretet ihn noch einmal, sind die bereits getöteten Gegner wieder da – ganz Metroidvania eben. Die Gegnervielfalt ist übrigens relativ hoch, zumindest grafisch. Nach 1-2 Treffern sind die meisten Gegner (natürlich nicht die Bosse) trotzdem im Regelfall tot. Findet magische Ringe, die euch bestimmte Vorteile gewähren. Abgesehen davon könnt ihr an eurem Charakter nicht so viel herumspielen – das Aussehen ist vorgegeben, ebenso eure Waffe. Natürlich lernt ihr im Laufe des Spieles ein paar besondere Fähigkeiten und findet story-relevante Gegenstände, aber das war es dann auch schon. Im Kern geht es darum, immer die nächste benötigte Fähigkeit zu finden/erlernen, um die Karte weiter erforschen zu können – wie in jedem Metroidvania. Wenn eure Lebensleiste aufgebraucht ist, erwacht ihr beim letzten Baum wieder – inklusive eures gesamten bis zum Tod eingesammelten Goldes.
Geringe Technikanforderungen
Speicherstände in der Cloud werden nicht unterstützt, das Gamepad natürlich schon. Insgesamt könnt ihr (lokal) drei Spielstände anlegen. Verschiedene Schwierigkeitsgrade gibt es nicht. Leider ist es im Spiel direkt nicht möglich, die Tastenbelegung zu ändern. Versierte PC-Benutzer können das natürlich dennoch, auf den Konsolen könnte das aber schwieriger werden. Die Hardwareanforderungen am PC sollten auf jedem Spielerechner erfüllt werden – 8 GB RAM und eine (ältere) Grafikkarte wie die Nvidia GTX 970 oder AMD RX 750. Auf meinem Lenovo Legion Go S Handheld hat es super funktioniert.
Kaufen könnt ihr Barbarian Saga: The Beastmaster für den PC, die PlayStation 5, Xbox und Nintendo Switch.
Zusammenfassung
FAZIT
Barbarian Saga: The Beastmaster ist ein tolles Retro-Metroidvania. Genießt brutale, handgezeichnete 2D-Action mit rasanten Kämpfen (die Gegnervielfalt ist hoch) und Verwandlungen in mystische Bestien, während ihr die verwinkelte Welt von Arborea erforscht. Backtracking, versteckte Bereiche, ein paar neue Fähigkeiten (nicht nur Verwandlungen in Tiere) für euren Helden, das alles in einer von klassischen Fantasy-Filmen inspirierten Grafik. Genaue Sprünge, exakte Angriffe, die Orientierung auf der Karte – das Gameplay ist simpel – aber manchmal braucht man ja genau solche Spiele. Hauptsache das Spiel macht Spaß – und das macht Barbarian Saga: The Beastmaster.
