Ungeheuer direkt aus der Hölle überrennen das Land, und nur einer kann sie stoppen – nämlich wir! Nehmt euer Samurai-Schwert, zieht den magischen Oni-Handschuh über und schnetzelt euch auf PC und Konsolen durch durch den nächsten Teil der berühmten Onimusha-Reihe von CAPCOM.
Onimusha ist eine der größeren Serien von Capcom. Der erste Teil, Onimusha Warlords, ist schon 2001 auf der PlayStation 2 erschienen, danach kam Onimusha: Samurai’s Destiny (2002, PS2) und Onimusha 3: Demon Siege (2004) für PlayStation 2 und auch den PC. Seit Onimusha: Dawn of Dreams (nur für PlayStation 2) aus dem Jahr 2006 war aber Ruhe – außer einem Handyspiel, einem VR-Ableger und dem Remaster der ersten beiden Teile gab es 20 Jahre lang kein neues Onimusha-Spiel. Damit ist nun endlich Schluss – mit Onimusha: Way of the Sword ist nun der fünfte Teil (exklusive Nebentiteln) erschienen. Ich bin gespannt, ob die Serie jetzt ein Revival erlebt, oder es wieder 20 Jahre bis zum nächsten Teil dauert.
Onimusha ist eine Schwertkampf-Serie. Die Geschichte von historischen Figuren aus Japan wird neu erzählt, und dabei um ein paar übernatürliche Elemente angereichert. In den ersten drei Teilen wurde Nobunaga zum bösen Höllenfürst, der Samurai Samanosuke Akechi stoppte ihn. Teil 4 hatte neue Figuren, und in Teil 5 spielen wir wieder einen neuen Charakter. Auch unser Gegner ist nicht mehr der bereits im dritten Teil endgültig vernichtete Nobunaga.
Onimusha bedeutet in etwa Krieger der Oni. Die Onis sind in der japanischen Folklore Monster mit übernatürlichen Kräften, und außerdem nicht gerade von der netten Sorte. In der Serie erhalten wir als Mensch die Kräfte der Oni, um damit gegen die Gemna – Höllenmoster – zu kämpfen. Teil 5 spielt in Kyoto, der alten Kaiserstadt voller Tempel und Festungsanlagen – das passt mir ganz hervorragend, nachdem ich Anfang Oktober ein paar Tage dort auf Urlaub bin. Mal sehen, ob ich einige der im Spiel vorkommenden Orte in der Realität wiedererkennen werde.

Genma
Das Spiel handelt in den letzten Jahren der Sengoku-Zeit im feudalen Japan, also im japanischen Mittelalter so um die 1600. Wir spielen den Samurai Miyamoto Musashi, der durch das Land zieht und dessen Lebensinhalt darin besteht, dass er berühmte Schwertkämpfer zum Duell herausfordert und besiegt – um selbst der beste Schwertkämpfer zu werden. In der Nähe von Kyoto besiegt er den Lehrer einer berühmten Schwertkampfschule, nur um dann von den erbosten Schülern des Meisters gejagt zu werden. Wir entkommen zwar – und dieses Tutorial ist extrem gut gemacht – witzige, aufwändige Zwischensequenzen während ihr die Grundlagen des Spiels erlernt – aber kurz darauf werden wir von Genma (eine Dämonenrasse und die Erzfeinde der Oni) überfallen und getötet. Gegen diese Monster hilft auch unsere Schwertkampfkunst nicht viel. Auf dem Weg in den Höllenschlund (so eine Art japanischer Hades) werden wir aber aufgehalten – ein mysteriöser Mann mit weißer Kleidung verpasst uns einen magischen Handschuh der Oni und schickt uns in die Welt der Lebenden zurück. Nun verfügen wir über übernatürliche Kräfte, und der Handschuh spricht zu uns und gibt uns unseren ersten Auftrag. Nachdem wir den Handschuh nicht mehr ausziehen können, machen wir uns eben widerwillig auf den Weg…
Unsere Aufgabe besteht im Spiel vor allem darin, die Genma aufzuhalten. Die erscheinen über Portale direkt aus der Hölle, und wir müssen zuerst an ihren Einfallspunkten alle Genma töten und danach die Portale schließen. Das können wir mit unserem Handschuh. Der saugt die Lebensenergie der toten Genma auf und zerstört danach das Portal. Bald erfahren wir auch, wer in unserem Handschuh eingesperrt ist…

Schwertkampf
Nach der üblichen Shader-Generierung geht es los – ihr wählt zwischen dem einfacheren Story- oder dem mehr auf den Kampf fokussierten Action-Schwierigkeitsgrad. Das Land verfault, die Leute hungern, Leichen schwimmen im Fluss – und wir bekämpfen unsere Gegner. Leichter Angriff, schwerer Angriff von oben, blocken, Gegenangriff, Kombos, ausweichen, Gegner markieren, mit unserem magischen Bogen schießen, Gegenstände aus der Umgebung auf Gegner werfen, sprinten… der Schwertkampf gegen kleinere Gruppen von Feinden ist das Kernspielelement von Onimusha: Way of the Sword. Wir töten Monster, saugen ihre Seelen auf, reinigen dadurch die Tempel in der Umgebung von den Genma, um so das Land zu heilen und das große Tor zur Hölle geschlossen zu halten – damit diese Monster nicht ganz Japan überrennen können. Über Spirit Mirrors reisen wir durch das Land und schicken Gegenstände zurück in unser Lager, mit Heilkräutern stellen wir unsere Gesundheit wieder her. Durch das Tragen spezieller Glücksbringer verbessern wir unseren Charakter, wir sammeln alle Gegenstände auf, die irgendwo frei oder in Kisten herumliegen. Ein besonderer Genuss sind die Bosskämpfe, die in mehrere Abschnitte unterteilt sind und mit aufwendigen Zwischensequenzen dargestellt werden. Der Schwierigkeitsgrad ist – im Storymodus – sehr überschaubar, euch wird angezeigt, welche Taste ihr am Gamepad betätigen sollt. Bewaffnete Angriffe (mit Schwert oder Pfeile von Bogenschützen) wehrt ihr mit LB ab, unbewaffneten Angriffen weicht ihr mit B aus. Wollt ihr ein wenig anspruchsvollere Kämpfe, wechselt unbedingt auf den Action-Spielmodus. Wenn ihr sterbt, könnt ihr den letzten verlorenen Kampf neu starten. Gespeichert wird automatisch – aber regelmäßig.
Technik
Am PC benötigt Onimusha: Way of the Sword mindestens eine GeForce GTX 1660 oder Radeon RX 5500 XT Grafikkarte, ebenso mindestens 16 GB Hauptspeicher. Die Steuerung mit dem Gamepad funktioniert ohne Probleme, ich habe mit meinem PlayStation 5 Controller gespielt. Cloud-Saves werden unterstützt, aber leider nur ein einziger Spielstand. Wollt ihr das Spiel neu starten (wenn zB eure Frau auch von Anfang an spielen will), wird der alte Spielstand überschrieben. Hier wäre es schon nett gewesen, wenn das Game zumindest drei Spielstände anlegen könnte. Bei meinem Test mit dem Lenovo Legion Go S Handheld bin ich auf keinerlei Probleme gestoßen – das Spiel hat auch auf diesem kleinen Ding hervorragend funktioniert.
Kaufen könnt ihr Onimusha: Way of the Sword für den PC, die PlayStation oder die Xbox.
Zusammenfassung
FAZIT
Onimusha: Way of the Sword besteht aus intensiven Schwertkämpfen, einer dramatischen Geschichte, tollen Zwischensequenzen, brutalen Tötungsanimationen, aber auch regelmäßig ein wenig Humor, der an die alten Bud Spencer & Terrence Hill Filme erinnert und sich selbst nicht so ganz Ernst nimmt. Wer auf der Suche nach einem modernen Hack and Slash Spiel ist, dessen Steuerung an die typischen Soulslikes angelehnt ist, aber nicht ganz so unverzeihlich schwierig ist, der liegt bei Onimusha: Way of the Sword richtig. Technisch hervorragend, toll inszeniert, gut spielbar auch für Gelegenheitsspieler.
