Das ohnehin bereits recht umfangreiche S.T.A.L.K.E.R. 2: Heart of Chornobyl hat eine große Story-Erweiterung bekommen – Cost of Hope. Zieht euch noch mehr S.T.A.L.K.E.R. 2 am PC oder auf eurer Konsole rein und zeigt es den Mutanten!
S.T.A.L.K.E.R. ist eine schon etwas länger laufende Shooter-Serie der ukrainischen Entwickler GSC. Die drei alten S.T.A.L.K.E.R.-Spiele spielen in der Zone rund um das zerstörte Atomkraftwerk von Tschernobyl. Dort gibt es nach einer zweiten Explosion giftige Strahlung, gefährliche Monster und magische Schätze, die man Artefakte nennt. Im ersten Teil, S.T.A.L.K.E.R.: Shadow of Chernobyl (2007) spielt ihr einen Typen, der unbedingt Strelok töten will und sich dafür bis ins Epizentrum der Zone vorkämpft, in S.T.A.L.K.E.R.: Clear Sky (2008) wird die Vorgeschichte zum ersten Teil erzählt, während die Handlung in S.T.A.L.K.E.R.: Call of Pripyat (2009) nach dem ersten Teil weitergeht. Die original S.T.A.L.K.E.R. -Spiele werden oft als Teil bzw. (gemeinsam mit den Metro-Spielen) als Krönung der in den Nullerjahren erschienenen Slavjank-Shooter bezeichnet. Darunter versteht man skurrile, aber auch äußerst atmosphärische Shooter aus Russland und anderen ehemaligen Sowjetrepubliken, die sich durch ambitionierte Ideen, sehr raue Ecken und Kanten sowie viele oft heftige Bugs auszeichnen. Alle Teile der S.T.A.L.K.E.R. Trilogie wurden letztes Jahr in einer verbesserten Version veröffentlicht und sind auch auf aktuellen Rechner gut spielbar. Ihr Alter merkt man ihnen aber dennoch an.
Wollt ihr ein moderneres S.T.A.L.K.E.R. spielen, bietet sich das 2024 erschienene S.T.A.L.K.E.R. 2: Heart of Chornobyl an. Ich habe mir 2024 auf der Gamescom das Demo angeschaut und war sofort begeistert. Nicht nur ich war von dem Open World Game sehr angetan, immerhin wurde es bis heute über 6 Millionen mal verkauft. Es spielt immer noch in der Zone, aber ihr spielt einen völlig neuen Charakter mit dem Namen Skif , der eigentlich nur herausfinden will, was es mit dem Artefakt auf sich hat, das sein Zuhause (außerhalb der Zone) zerstört hat. In der Zone lernt er aber nicht nur Strelok, sondern auch zwei neue Fraktionen, die sich unerbittlich bekämpfen, kennen. Je nachdem, welche Entscheidungen ihr trefft, gibt es mehrere völlig unterschiedliche Enden. Technisch ist S.T.A.L.K.E.R. 2: Heart of Chornobyl auf dem aktuellen Stand, vor allem seit dem im August erschienen riesigen Update auf die Version 2.0. Und auf diese Grundlage setzt nun der neue DLC auf – S.T.A.L.K.E.R. 2: Cost of Hope.

Neustart oder nur die neuen Missionen?
Die Story von Cost of Hope ist eingebettet in die Hauptstory, in der beide verfeindete Parteien (Duty und Freedom) auf der Suche nach einer mysteriösen, verborgenen Technologie im Zentrum der Zone sind. Die eine will die Technologie unter Verschluss halten um die Menschheit zu schützen, während die andere sie zum Nutzen der restlichen Welt verwenden will. Und wir, Skif (Yevhen Martynenko mit vollem Namen) sind mittendrin – und müssen uns für eine Seite entscheiden. Die andere Seite wird dadurch natürlich unser Todfeind.
Die Erweiterung ist direkt in das Hauptspiel integriert und ist in zwei Teile aufgeteilt. Zuerst kommt eine Reihe von Missionen, die schon relativ bald spielbar werden. Sobald die Mission Answers come at a price freigeschalten ist, kann die Questreihe Terra Incognita gestartet werden. Der größere Teil des Cost of Hope DLCs wird allerdings erst deutlich später spielbar, sobald die Mission A Minor Incident abgeschlossen wurde. Wirklich sinnvoll ist es, einfach ein komplett neues Spiel zu starten und die ganze – nun um rund 15 Stunden längere – Story noch einmal durchzuspielen. Solltet ihr gerade mitten im Spiel sein, schaut einfach, ob die Missionen für euch bereits zugänglich sind – wenn ihr bereits im Endgame seid, könnt ihr nicht mehr zurück um auf die neuen Inhalte zuzugreifen – dann hilft nur ein Neustart. Bei einem Neustart könnt ihr auch gleich zu den neuen Missionen vorspulen – mit Early Start zum ersten Teil, mit Advanced Start zum zweiten Teil der neuen Inhalte.
Die neue Gebiete beinhalten das Epizentrum der ganzen Zone – das legendäre Kernkraftwerk Tschernobyl mit seinen verwitterten Gebäuden, Verwaltungsblöcken und Maschinenhallen. Dazu kommt der Eisenwald, ein Labyrinth voller unzähliger neuer Anomalien und schließlich noch ein erkundbarer Teil der SIRCAA-Anlage, des streng gesicherten wissenschaftlichen Hauptquartiers. Es gibt auch neue Waffen, die oft gut versteckt in den DLC-Missionen auf euch warten. Beispielsweise liegt ein AKM-9B – ein stark modifiziertes Sturmgewehr – in einem Safe im Eisenwald. Oder ihr bekommt die Clapper – eine schallgedämpfte neue Pistole, wenn ihr während einer Mission eine bestimmte Entscheidung trefft. Es ist nicht möglich, alle neuen Waffen in einem Spieldurchgang zu erhalten, da manche Waffen bestimmte Entscheidungen voraussetzen. Auch mehrere neue Artefakte, wie das Arch Artifact Heart of Shadow Chimera können im DLC gefunden werden – wenn ihr gut seid. Im Fall des Heart of Shadow Chimera müsst ihr nur die Schatten-Chimäre töten (und ausweiden)…
200 GB Platz auf der SSD
Die technischen Anforderungen an euren PC sind natürlich weitgehend ident mit dem Grundspiel S.T.A.L.K.E.R. 2: Heart of Chornobyl. 16 GB RAM, eine flotte CPU und zumindest eine GeForce GTX 1060 oder AMD Radeon RX 580 ist notwendig, damit es läuft. Wollt ihr es auch in hoher Auflösung und in hohem Detailgrad genießen, würde ich euch aber eine massiv schnellere GPU nahelegen. Mit der Unreal Engine 5 entwickelte Spiele laufen selten gut auf altersschwachen Rechnern. All das gilt auch für Cost of Hope – und hier kommt noch zusätzlich der deutlich erhöhte Speicherplatz hinzu – inklusive der Deluxe und Ultimate Upgrades liegt der benötigte Festplattenspeicher bei beinahe 200 GB.
Erschienen ist der DLC wie das Hauptspiel für den PC, die Xbox Series X|S und die PlayStation 5.
Zusammenfassung
FAZIT
Neue Regionen, neue Waffen und Artefakte, neue Charaktere, eine neue Geschichte aus der Zone direkt eingebettet in das Hauptspiel. Wer mehr von S.T.A.L.K.E.R. 2 will, bekommt es mit S.T.A.L.K.E.R. 2: Cost of Hope. Der DLC ist für Fans des Hauptspieles – wer das nicht mag, wird natürlich auch mit Cost of Hope nicht warm werden. Vorsicht – der Schwierigkeitsgrad hat ein wenig angezogen, Gelegenheitsspieler sollten jedenfalls die Finger davon lassen, aber die sind ja vermutlich eh bereits beim Hauptspiel frustriert ausgestiegen. In Cost of Hope sind einige der Sprungpassagen nichts für schwache Nerven, die Bosskämpfe solltet ihr nur mit guter Vorbereitung starten. Wenn ihr aber genau das sucht – S.T.A.L.K.E.R. 2 für Anspruchsvolle – dann seid ihr hier richtig! Wenn ihr S.T.A.L.K.E.R. 2 noch gar nicht kennt, ist jetzt aber auch ohne DLC ein guter Zeitpunkt, denn mit dem 2.0 Upgrade ist das Spiel noch um einiges besser als die Release-Version vor 2 Jahren geworden.
