Star Wars: Galactic Racer verbindet temporeiche Arcade-Rennen mit einer Kampagne aus aufeinanderfolgenden Rennläufen, Fahrzeug-Upgrades und Duellen im Online-Modus. Im Mittelpunkt stehen eine verzweigte Kampagne, unterschiedlich ausgerüstete Repulsorfahrzeuge und Rennen auf mehreren Planeten.
Das ist Rennsport im Outer Rim
Nach dem Sturz des Imperiums organisiert die Galactic League illegale Rennen in der Star-Wars-Galaxis. Die Kampagne folgt der Figur Shade, die sich mit Kestar Bool und dessen einflussreicher Familie anlegt. Die Handlung umrahmt die Wettbewerbe mit Rivalitäten, Gesprächen im Fahrerlager und gelegentlichen Entscheidungen. Es geht also eigentlich in der Story um Ruhm und Rache, die Rennen bilden dabei aber natürlich das Zentrum des Gameplays.
Das Spiel ist für PlayStation 5, Xbox Series X|S und PC erhältlich und bietet sowohl einen Modus für den Single-Player, als auch Online-PvP und einen plattformübergreifenden Mehrspielerbetrieb. Eine deutsche Oberfläche und deutsche Untertitel sind vorhanden; die Sprachausgabe ist allerdings nur auf Englisch vorhanden.

Eine Kampagne in verschiedenen Rennläufen
Die Kampagne von Star Wars: Galactic Racer ist als wiederholbare Roguelite-Tour aufgebaut. In drei Akten wählen sich Spielerinnen und Spieler durch verzweigte Rennfolgen, die neben klassischen Rennen auch Eliminationsduelle, Prüfungen und besondere Begegnungen enthalten. Jede Entscheidung beeinflusst dabei den weiteren Verlauf, die möglichen Belohnungen und das Risiko des jeweiligen Laufs. Niederlagen kosten Liga-Marken und können einen Neustart des aktuellen Akts erzwingen, gleichzeitig bleiben freigeschaltete Teile, passive Fähigkeiten und Verbesserungen für spätere Versuche erhalten. Dadurch entsteht ein stetiger Wechsel aus Rückschlägen, Anpassung und Fortschritt. Das System passt gut zum schnellen Arcade-Spielprinzip, weil nicht nur die reine Platzierung zählt, sondern auch der Aufbau eines passenden Fahrzeugs und der bewusste Umgang mit Schäden, Ressourcen und Streckenbedingungen.
Zwischen den Events lassen sich Fahrzeuge mit Bauteilen, aktiven Fähigkeiten und optischen Varianten anpassen. Schub, Hitze und Energie müssen im Rennen gegeneinander abgewogen werden. Zusätzliche Effekte und Gefahren auf der Strecke beeinflussen die Wahl von Ausrüstung und Route. Karambolagen mit Konkurrenten können zu Takedowns führen. Damit verbindet das Spiel die Ideale eines Rennspiels mit einem auf kurzfristige Builds ausgerichteten Fortschrittssystem.
Was gibt es an Fahrzeugen, Strecken und Modi
Die Fahrzeugauswahl von Star Wars: Galactic Racer fällt überschaubar, aber spielerisch abwechslungsreich aus. Landspeeder sind vergleichsweise stabil und eignen sich gut für kontrollierte Drifts, Speeder-Bikes punkten mit Beschleunigung und Wendigkeit, verlangen in engen Kurven aber deutlich mehr Präzision. Skim-Speeder können sich seitlich neigen und dadurch besondere Ideallinien nutzen, während die ikonischen Podracer vor allem in eigenen Wettbewerben zum Einsatz kommen. Durch Bauteile, Upgrades und verschiedene Boni lassen sich die Fahrzeuge zusätzlich auf Geschwindigkeit, Boost, Kurvenverhalten oder Widerstandsfähigkeit spezialisieren. Die Strecken führen durch sehr unterschiedliche Umgebungen wie die Wüsten von Tatooine und Jakku, die Eislandschaften von Crait oder die bewaldeten und vulkanischen Gebiete von Lantaana. Umweltbedingungen sind dabei mehr als reine Kulisse: Lava und Säure erhitzen die Fahrzeuge, Wasser kühlt sie ab und extreme Kälte kann die Leistung beeinträchtigen. Zusammen mit Abkürzungen, wechselnden Streckenverläufen, engen Tunneln und gefährlichen Hindernissen entsteht ein abwechslungsreicher Parcours, bei dem die Wahl des passenden Renngefährts und die Beherrschung der jeweiligen Umgebung entscheidend sind.
Die Mehrspielermodi konzentrieren sich auf schnelle Online-Rennen und die mehrteilige Tour. In Quick Races geht es direkt auf die Strecke, während die Tour mehrere Wettbewerbe zu einer gemeinsamen Serie verbindet und bis zu zwölf Speeder gegeneinander antreten können. Für Podracer-Rennen gelten kleinere Teilnehmerfelder. Zwischen den Veranstaltungen sammeln die Fahrzeuge Teile und Verbesserungen, wodurch sich im Verlauf einer Tour unterschiedliche Builds entwickeln. Das sorgt für zusätzliche taktische Entscheidungen und macht aus den Rennen mehr als reine Zeit- oder Positionsduelle. Zusammen mit Rempeleien, Boosts und Spezialfähigkeiten entsteht ein bewusst chaotischer, aber gut kontrollierbarer Mehrspielerablauf. Eine lokale Splitscreen-Option fehlt allerdings, und einfache benutzerdefinierte Offline-Rennen wären ebenfalls eine sinnvolle Ergänzung gewesen.
Welche Technik und Ausstattung benötigt es
Die PC-Fassung verlangt mindestens 12 GB Arbeitsspeicher, eine SSD mit 50 GB freiem Speicher und als Grafikkarte etwa eine GeForce RTX 2060. Die PC-Version konnte uns technisch auf jeden Fall voll überzeugen, die auf Unreal Engine 5.7.4 basierende Umsetzung nutzt dabei Lumen-Beleuchtung und Nanite-Geometrie, wodurch die abwechslungsreichen Planeten, detaillierten Fahrzeuge und weitläufigen Rennstrecken ohne auffällige Pop-ins dargestellt werden. Gleichzeitig bietet das Spiel zahlreiche Einstellmöglichkeiten für Reflexionen, Vegetation, Schatten, Texturen und Sichtweite sowie Unterstützung für DLSS 4.5, AMD FSR 4 und Intel XeSS 2.1.Wir haben die Raserei auf einem schon etwas betagterem Intel Core i9-9900K mit 32 GB RAM und einer nVidia Geforce 4070 mittels 4K-Auflösung getestet und haben dabei sehr gute 50-60 fps erzielt.
Auch akustisch gibt’s einiges auf die Ohren, der von Gordy Haabs eigens komponierter Soundtrack orientiert sich deutlich an John Williams’ orchestraler Star-Wars-Musik, entwickelt aber zugleich eine eigene, treibende Identität für die Hochgeschwindigkeitsrennen. Besonders wirkungsvoll ist die dynamische Einbindung der Musik, so steigert sich die Dramatik des Sounds in entscheidenden Rennphasen, etwa in der letzten Runde, das erhöht den Adrenalinkick ordentlich. Ergänzt wird das durch prägnante Motorengeräusche, die den unterschiedlichen Fahrzeugklassen einen eigenen Charakter geben – vom aggressiven Klang von Sebulbas Podracer bis zum mechanischen Dröhnen der Speeder. Auch Boosts, Kollisionen, Waffen und Streckenobjekte sind klar voneinander unterscheidbar und sorgen gemeinsam mit der hohen Renngeschwindigkeit für ein dichtes Klangbild.
Zusammenfassung
FAZIT
Star Wars: Galactic Racer, ein Rennspiel im Star Wars-Universum, funktioniert das, lockt das die Rennspielfans an oder erleidet der Titel eine schwere Karambolage? Das Rennspiel verbindet rasante Arcade-Rennen mit einer überraschend motivierenden Roguelite-Struktur. Die hohe Geschwindigkeit, das wuchtige Fahrgefühl und die abwechslungsreichen Fahrzeugklassen sorgen dafür, dass sich jeder Lauf intensiv anfühlt. Dazu kommen eine starke audiovisuelle Präsentation, atmosphärische Planeten und ein umfangreiches Aufrüstungs- und Anpassungssystem. Die Kampagne verlangt allerdings auch gute Nerven, da durch Niederlagen ganze Abschnitte wiederholt werden müssen und sich dadurch einzelne Prüfungen mit der Zeit abnutzen. Auch fehlende lokale Mehrspieleroptionen und kleinere Aussetzer bei der Gegner-KI verhindern den ganz großen Rundumschlag. Trotzdem liefert Galactic Racer ein unterhaltsames Star-Wars-Rennspiel ab und zeigt, wie gut klassische Arcade-Action mit modernen Fortschrittssystemen funktionieren kann.
