Gamers.at
GamingKonsolePCReviews

Minecraft Dungeons II im Test

Minecraft Dungeons II baut den zugänglichen Dungeon-Crawler seines Vorgängers aus: Eine zusammenhängende Oberwelt, die neue Dimension Sift und zusätzliche Ausrüstungsoptionen geben dem kunterbunten Abenteuer mehr Raum. Der Ausbau macht die Kämpfe abwechslungsreicher, doch beim Storytelling und im späteren Spielverlauf bleibt noch Luft nach oben.

Eine Oberwelt statt einzelner Missionen

Die auffälligste Änderung gegenüber dem ersten Minecraft Dungeons zeigt sich schon bei der Erkundung. Statt einzelne Missionen von einer Karte aus aufzurufen, durchqueren die Held:innen nun eine zusammenhängende Oberwelt. Dungeons, Nebenaufgaben, Truhen und stärkere Gegner liegen abseits der Hauptroute und laden dazu ein, vom direkten Weg abzuweichen. Dazu kommen Schnellreisepunkte, die längere Strecken verkürzen.

Mit dem Sift führt das Spiel eine neue Dimension ein, die über Risse in der Oberwelt erreichbar ist. Sie ergänzt die bekannten Minecraft-Schauplätze um eine fremdartige Umgebung mit eigenen Gegnern und visueller Identität. Die Grafik ist hier in knalligen Neofarben gestaltet und bietet optisch und auch von den Gegnern eine willkommene Abwechslung zu den bekannten Regionen. Apropos Gegner, diese leisten sich immer wieder mal KI-Aussetzer, bleiben wo hängen oder verhalten sich nicht besonders strategisch. Die Dimension ist zugleich Ausgangspunkt der Geschichte: Der Illager-Hochrat will ihre Kräfte für seine eigenen Ziele nutzen. Die Handlung erfüllt damit vor allem eine verbindende Funktion für die Erkundung und die Kämpfe.

Der erzählerische Rahmen bleibt allerdings recht simpel. Die Figuren sprechen kaum, und ein Großteil der Geschichte wird über Text und einzelne Erzählpassagen vermittelt. Das passt zum unkomplizierten Charakter des Spiels, verleiht den Figuren aber wenig Persönlichkeit. Wer vor allem wegen einer vielschichtigen Geschichte einsteigt, dürfte hier wenig davon finden. Die Erkundung der neuen Welt und die Aussicht auf Beute stehen hier klar im Vordergrund.

Beweglichere Kämpfe und mehr Ausrüstung

Auch die Kämpfe erhalten neue Möglichkeiten. Erstmals können die Figuren springen. Das hilft beim Ausweichen, eröffnet kleinere Plattforming-Passagen und bringt Angriffe aus der Luft ins Spiel. Zusammen mit einer größeren Auswahl an Nahkampfwaffen, Bögen und Artefakten entsteht mehr Bewegung im Gefecht als im Vorgänger. Die isometrische Perspektive bleibt erhalten; Kämpfe sind dadurch weiterhin gut zugänglich, auch wenn sich Gegnergruppen gelegentlich unübersichtlich zusammendrängen.

Das Ausrüstungssystem bietet ebenfalls mehr Stellschrauben. Rüstungsteile sind nun auf mehrere Körperbereiche verteilt und lassen sich mit Verzauberungen anpassen. Waffen, Talismane und Artefakte ergänzen den eigenen Spielstil um zusätzliche Effekte. Eine feste Klassenwahl gibt es nicht: Die Ausrüstung bestimmt, ob ein Charakter eher auf Nahkampf, Fernangriffe, defensive Boni oder besondere Fähigkeiten setzt.

Das sorgt für flexible Zusammenstellungen, kann den Fortschritt aber auch weniger zielgerichtet wirken lassen. Wer auf eine bestimmte Spielweise hinarbeitet, ist auf passende Beute und Werte angewiesen. Neue Gegenstände können bisherige Entscheidungen schnell verdrängen, während das Verbessern und Verzaubern Zeit in Menüs beansprucht. Der Reiz liegt darin, verschiedene Kombinationen auszuprobieren; wer eine klar geführte Klassenentwicklung erwartet, könnte das System aber auch als beliebig empfinden.

Einen einstellbaren Schwierigkeitsgrad gibt es auch, sollten die Gegner zu übermächtig sein. Die Steuerung der von uns getesteten PC-Version mittels Xbox-Controller funktionierte einwandfrei und alle Aktionen wie Springen, Angriff und Ausweichen konnten tadellos ausgeführt werden.

Solide Grundlage für gemeinsames Spielen

Minecraft Dungeons II lässt sich allein oder mit bis zu vier Personen spielen. Lokal, online und in gemischten Gruppen ist ein gemeinsames Spielen möglich, der Titel unterstützt auch plattformübergreifenden Koop. Die leichte Zugänglichkeit bleibt dabei ein Pluspunkt: Neue Mitspieler:innen können sich auf Angriffe, Ausrüstung und Fähigkeiten konzentrieren, ohne zunächst komplexe Rollen oder Talentbäume lernen zu müssen.

Was allerdings etwas ärgerlich ist, das man denselben Helden nicht für das Offline- als auch das Onlinespiel verwenden kann, hier gilt es 2 eigenständige Figuren anzulegen, mit der einen kann online, mit der anderen offline gespielt werden.

Zusammenfassung

Ähnliche Beiträge

Kommentar abgeben

Secret Link