Das Stream Deck + erweitert Elgatos bekannte Makro-Konsole um vier Drehregler und ein Touch-Display. Dadurch rückt das Gerät stärker in Richtung Audio-, Streaming- und Workflow-Steuerung. Gerade für Creator und Nutzer mit vielen wiederkehrenden Abläufen kann das im Alltag aber einen echten Mehrwert bringen.
Mit dem Stream Deck + setzt Elgato nicht mehr allein auf frei belegbare LCD-Tasten. Das Modell kombiniert acht anpassbare Tasten mit vier drückbaren Endlosreglern und einem schmalen LCD-Touchpanel. Die Bedienkonsole ist für Windows und macOS ausgelegt, wird per USB-C angebunden und lässt sich über die Stream-Deck-Software mit Plugins, Profilen, Multi Actions, Ordnern und Seiten an unterschiedliche Anwendungen anpassen. Von Seiten des Herstellers gibt es eine enge Verzahnung mit dem eigenen Audio-Ökosystem rund um Wave Link.
Features
- Hersteller: Elgato
- Produkt: Stream Deck +
- Eingaben: 8 LCD-Tasten, 4 drückbare Endlosregler, LCD-Touchpanel
- Anschluss: USB-C
- Abmessungen: 140 × 138 × 110 mm
- Gewicht: 465 g
- Betriebssysteme: Windows, macOS
- UVP im offiziellen EU-Store: 229,99 Euro
- Software/Ökosystem: Stream Deck Software, Marketplace, Smart Profiles, Multi Actions, Wave-Link-Integration
Bedienkonzept mit Reglern, Tasten und Touch-Leiste
Der größte Unterschied zu den klassischen Stream-Deck-Modellen liegt in der Bedienlogik. Die Tasten bleiben für klar definierte Einzelaktionen ideal, etwa für Szenenwechsel in OBS, App-Starts, Makros oder Discord-Funktionen. Die Regler bringen aber genau dort einen Vorteil, wo stufenlose Eingaben gefragt sind: Lautstärke, Mikrofonpegel, Lichthelligkeit, Farbtemperatur, Zoom oder andere Parameter lassen sich direkter anpassen als mit reinen Tastenfeldern. Das Touchpanel dient dabei als Anzeige und Navigationsebene, etwa zum Wechseln von Seiten oder zum Darstellen von Reglerfunktionen. Genau diese Kombination aus Tasten, Drehreglern und Anzeige machen das Device zu einem wichtigen Begleiter im Arbeits- und Spiele-Alltag.
In der Praxis spricht das Stream Deck + damit vor allem zwei Gruppen an. Die erste Gruppe sind Streamer, Podcaster und Content-Creator, die mit OBS, Mikrofonen, Kameras, Licht und Audioquellen arbeiten. Für sie ist die Wave-Link-Integration ein zentrales Argument, weil sich Mischpultfunktionen, Mute-Schalter und Pegelanpassungen direkt auf die Hardware legen lassen. Die zweite Gruppe sind produktiv arbeitende Nutzer, die viele wiederkehrende Befehle in Schnitt-, Office-, Kommunikations- oder Kreativsoftware bündeln möchten. Elgato selbst positioniert das Gerät inzwischen nicht nur für Streaming, sondern explizit auch für Produktivität, Kommunikation und Kreativ-Workflows. Aber selbst wir Gamer können vom Stream-Deck + profitieren, wie wir im weiteren Verlauf des Artikels noch sehen werden.
Software und Plugins als zentrale Stärke
Die Software bleibt dabei ein entscheidender Teil des Gesamtpakets. Elgato setzt weiter auf eine Drag-and-drop-Oberfläche, Smart Profiles für automatische Layout-Wechsel je nach geöffneter App, Multi Actions für Befehlsketten und den Marketplace für Plugins und Profile. Offiziell verweist Elgato auf mehr als 200 fertige Plugins beziehungsweise eine breite Anbindung an Apps und Dienste. Genau diese Software-Basis ist einer der Gründe, warum das Stream Deck + generell bei der Community recht positiv abschneidet: Das Gerät lebt weniger von der Hardware allein als vom vergleichsweise ausgereiften Ökosystem dahinter.
Ganz ohne Einschränkungen ist das Konzept aber nicht. Acht Tasten sind im Jahr 2026 für manche Nutzer wenig, wenn viele Direktbefehle gleichzeitig sichtbar sein sollen. Elgato begegnet dem zwar mit Seiten, Ordnern und zusätzlichen Layouts, doch wer vor allem eine große Zahl sofort erreichbarer Makros braucht, fährt mit einem Stream Deck + XL unter Umständen besser. Ich finde auch das es für die Drehregler zu wenige „kostenfreie“ Funktionen gibt, die sind grundsätzlich genial wenn man mehr damit regeln könnte als die Lautstärke oder die Helligkeit.
Dazu kommt der Preis, mit einem UVP von 229,99 Euro veranschlagt der Hersteller schon ein ordentliches Sümmchen für das Gebotene, vielleicht findet man ja auch mit den einfacheren Stream-Deck-Modellen sein Auskommen.
Verarbeitung, Anschlüsse und Erweiterbarkeit
Beim Design und der Verarbeitung hinterlässt das Gerät einen recht guten Eindruck. Das Stream Deck + hat ein Gewicht von 465 Gramm sowie ein integriertes Desktop-Design mit rutschfestem Standfuß. Allerdings lässt sich weder die Neigung der Steuzereinheit verstellen, als auch diese vielleicht abnehmen. Angeschlossen an den PC wird das Stream Deck + über eine USB-C Buchse auf der Rückseite des Geräts. Die vier Regler und Tasten sind austauschbar, Zubehör wie USB Hub oder XLR Dock ist separat erhältlich. Gerade Letzteres ist für Audio-Setups interessant, weil sich das Device dadurch noch stärker als zentrale Steuerzentrale am Schreibtisch positioniert. Die Haptik der Tasten ist allerdings im Bezug auf den Preis nicht ganz stimmig, diese wirken etwas „billig“ und „schwammig“ beim Drücken und passen nicht ganz zum restlichen hochwertigen Eindruck.
Unter dem Strich ist das Stream Deck + kein Zubehör, das jeder PC-Nutzer zwingend braucht. Wer nur gelegentlich streamt oder ein paar Hotkeys auslösen möchte, bekommt mit günstigeren Alternativen oder kleineren Stream-Deck-Modellen oft das vernünftigere Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer aber regelmäßig zwischen Audioquellen, Szenen, Licht, Kamera- und App-Steuerung wechselt, profitiert vom hybriden Ansatz dieses Modells spürbar mehr als von einer reinen Tastenlösung. Gerade die Regler machen hier den Unterschied.
Mehr Komfort und schnellere Abläufe im Spielalltag
Für PC-Spieler wird das Stream Deck + vor allem dann interessant, wenn beim Spielen mehr gefragt ist als reine Maus- und Tastatursteuerung. Gerade in Multiplayer-Partien, bei kompetitiven Matches oder in Spielen mit vielen parallel genutzten Programmen kann es hilfreich sein, wichtige Funktionen auf einen festen Platz auszulagern. So lassen sich etwa Discord-Befehle, Mikrofon-Stummschaltung, Clip-Aufnahmen, Screenshots, Musiksteuerung oder das Starten von Tools direkt per Tastendruck ausführen, ohne erst aus dem Spiel zu tabben oder sich Tastenkombinationen merken zu müssen. Die vier Regler sind dabei ein zusätzlicher Vorteil, weil sich Lautstärken von Spiel, Sprachchat, Browser oder Hintergrundmusik schnell und präzise anpassen lassen, ohne laufende Partien unnötig zu unterbrechen. Vor allem in hektischen Online-Spielen, Koop-Sessions oder längeren Abenden mit Freunden kann das den Bedienkomfort spürbar erhöhen. Für klassische Singleplayer-Spieler ist ein solches Gerät zwar kein Muss, für Nutzer mit komplexerem PC-Setup oder vielen parallel laufenden Anwendungen kann das Stream Deck + den Spielalltag aber deutlich angenehmer und übersichtlicher machen. Mittlerweile gibt es im Market-Place bereits zahlreiche Profile und Icon-Packs zu populären PC-Spielen zum Herunterladen.
Das Stream Deck+ als Hardware-Monitor
Speziell für Spieler könnte auch interessant sein, zumindest habe ich das für meinen PC eingerichtet, sich die „Vitalwerte“ des Gaming-PC’s während einer Spielesession anzeigen zu lassen. Mit dem einen oder anderem freien PlugIn lassen sich dann während des Zockens die Auslastung der CPU, bzw. Grafikkarte sowie belegter Hauptspeicher und weitere wichtige Werte auslesen und übersichtlich anzeigen.
FAZIT
Das Elgato Stream Deck + ist vor allem dann stark, wenn Tasten allein nicht mehr ausreichen. Die Kombination aus acht LCD-Tasten, vier Reglern und Touch-Leiste macht das Gerät vielseitiger als klassische Makro-Pads und besonders interessant für Streaming-, Audio- und Creator-Workflows. Der hohe Preis, die etwas „schwammigen“ Tasten und die begrenzte Zahl an Direktwahltasten verhindern aber eine uneingeschränkte Empfehlung für alle. Wer vor allem viele Makros gleichzeitig sichtbar braucht, oder im Kreativbereich tätig ist, sollte eher zu einem Modell mit mehr Tasten greifen. Wer dagegen eine kompakte, flexibel anpassbare Schaltzentrale für Streaming, Gaming und Audio sucht, findet hier eine der derzeit schlüssigsten Lösungen im Elgato-Portfolio.



