Gamers.at
GamingKonsoleReviews

Mario Tennis Fever im Test

Statt Wimbledon-Atmosphäre liefert Nintendo mit Mario Tennis Fever ein Arcade-Erlebnis, das sportlichen Wettkampf mit dem typischen Chaos und Charme des Mario-Universums verbindet. Doch wie gut funktioniert dieses Konzept abseits des Partytrubels und ist es mehr als nur ein kurzweiliger Mehrspieler-Hit?

Seit mehr als zwei Jahrzehnten gehört die „Mario Tennis“-Reihe zu den ungewöhnlichsten Sportserien der Videospielgeschichte. Statt realistischer Simulationen setzt Nintendo auf eine Mischung aus klassischem Tennis, Arcade-Action und den bekannten Figuren aus dem Mario-Universum. Seit dem ersten Mario Tennis aus dem Jahr 2000 für den Nintendo 64 bis hin zu Mario Tennis Aces auf der ersten Switch hat sich das grundlegende Gameplay nur marginal verändert und basiert vor allem auf der besonderen Mischung aus Zugänglichkeit und spielerischer Tiefe. Während klassische Tennissimulationen versuchen, den realen Sport möglichst authentisch abzubilden, setzt Nintendos Serie bewusst auf ein leicht verständliches Arcade-Prinzip: Matches sind schnell erlernbar, entwickeln aber durch Spezialschläge und unterschiedliche Charaktereigenschaften überraschend viel strategische Komplexität. Gleichzeitig sorgt die vertraute Figurenwelt aus dem Mario-Universum dafür, dass selbst Sportmuffel gerne zum Schläger greifen.

Der neueste Ableger Mario Tennis Fever, der exklusiv für die Nintendo Switch 2 erscheint, knüpft konsequent an die bewährten Stärken der Reihe an bleibt aber dabei den grundlegenden Prinzipien treu, die sie seit ihren Anfängen auszeichnen. Im Mittelpunkt stehen erneut schnelle, leicht zugängliche Matches, für zusätzliche Dynamik auf dem Platz sorgen jedoch die neuen, namensgebenden Fever-Schläger, die dem Spielgeschehen eine extra Portion Chaos verleihen.

Storymodus

Zum Einstieg in die Spielmechaniken empfiehlt sich vor allem der Storymodus, der die Spieler Schritt für Schritt mit den neuen Funktionen von Mario Tennis Fever vertraut macht. In der Geschichte verwandelt ein mysteriöses Monster Mario, Luigi, Peach und weitere bekannte Figuren aus dem Pilz-Königreich in ihre Baby-Versionen. Um den Fluch zu brechen und ihre ursprüngliche Gestalt zurückzuerlangen, müssen die Mario & Co in der Mushroom Tennis Academy ihre Fähigkeiten von Grund auf neu erlernen und trainieren. Neben klassischen Tennismatches warten dort zahlreiche Minispiele, kleine Rätselaufgaben und auch Bosskämpfe gegen ungewöhnliche Gegner auf die Helden. Dabei werden nach und nach alle neuen Gameplay-Mechaniken eingeführt, die im weiteren Spielverlauf eine zentrale Rolle spielen. Spieler lernen etwa, Spezialschläge gezielt einzusetzen, besondere Platzmechaniken zu nutzen oder mit den neuen Fever-Elementen umzugehen.

Trotz seiner abwechslungsreichen Ideen fällt der Umfang des Storymodus jedoch eher überschaubar aus. Mit einer Spielzeit von rund vier Stunden wirkt die Kampagne insgesamt wie ein überlanges Tutorial, das vor allem dazu dient, die wichtigsten Mechaniken zu erklären. Zudem wiederholen sich einige der Aufgaben im Verlauf, wodurch der Modus stellenweise etwas repetitiv wirkt. Dennoch erfüllt er seinen Zweck als Einstieg und bietet eine unterhaltsame Möglichkeit, sich mit den Besonderheiten von Mario Tennis Fever vertraut zu machen.

Fever Feature

Eine der zentralen Neuerungen in Mario Tennis Fever sind die sogenannten Fever-Schläger, die den Matches eine zusätzliche Portion Tempo und Chaos verleihen. Insgesamt stehen 30 verschiedene Schläger zur Auswahl, die vor jedem Match gewählt werden können, um den eigenen Spielstil anzupassen. Offensive Varianten wie der Flammen- oder Eisschläger hinterlassen beim Aufprall des Balls gefährliche Zonen auf der gegnerischen Spielfeldhälfte. Für eine defensivere Spielweise eignet sich hingegen der Turbo-Schläger, mit dem selbst schwer erreichbare Bälle noch erlaufen werden können. Andere Effekte, etwa durch Tinten- oder Geisterschläge, behindern den Gegner, indem sie dessen Sichtfeld einschränken oder kurzzeitig Unsichtbarkeit verleihen.

Durch erfolgreiche Ballwechsel lädt sich zudem eine Fever-Leiste auf. Erst wenn sie vollständig gefüllt ist, lassen sich die zerstörerischen Spezialeffekte der Schläger aktivieren. Anschließend öffnet sich ein kurzes Zeitfenster, in dem Spieler gezielt bestimmen können, wo der Effekt auf dem Feld ausgelöst werden soll. Der Gegner hat jedoch die Möglichkeit zu kontern, indem er den Fever-Schuss zurückspielt, bevor der Ball den Boden berührt. Dadurch wird der negative Effekt auf die andere Seite zurückgeworfen.

Darüber hinaus lassen sich die Fever-Schläger mit jedem der 38 spielbaren Charaktere kombinieren, was zusätzliche taktische Möglichkeiten eröffnet. Wie schon in den Vorgängern besitzt jede Figur eigene Eigenschaften, die etwa Geschwindigkeit, Schlagkraft oder Kontrolle bestimmen. Die Wahl des passenden Schlägers entscheidet daher darüber, ob man die natürlichen Stärken eines Charakters weiter ausbauen oder gezielt seine Schwächen ausgleichen möchte. Diese Kombination aus unterschiedlichen Figuren und Fever-Schlägern verleiht dem Gameplay eine zusätzliche strategische Ebene und sorgt gleichzeitig dafür, dass jedes Match ein Stück weit unberechenbar bleibt.

Modi, Modi, Modi

Abseits vom Abenteuer der Baby-Brothers und klassischen Modi wie Turnieren oder dem freien Spiel bietet Mario Tennis Fever noch einige weitere interessante Spielvarianten. In den Missionstürmen kämpft sich der Spieler Schritt für Schritt bis zum Gipfel vor. Jeder Turm besteht aus mehreren Etagen, wobei jede Ebene eine eigene Aufgabe bereithält. Dazu zählen etwa ein Match mit besonderen Regeln, ein Geschicklichkeits-Minispiel oder eine Herausforderung, bei der bestimmte Ziele innerhalb eines Zeitlimits erreicht werden müssen. Mit jeder weiteren Etage steigt der Schwierigkeitsgrad, sodass Spieler ihre Fähigkeiten stetig steigern und den Umgang mit den Fever-Schlägern zunehmend besser beherrschen müssen.

Im Spezialmix-Modus wird das Tennismatch durch besondere Regeln, verrückte Plätze und Effekte der Wunderblumen in besonders chaotische Partien verwandelt. Der Real-Modus hingegen nutzt die Bewegungssensoren der Joy-Cons, sodass Schläge wie Vorhand, Rückhand, Topspin oder Lob mit echten Bewegungen ausgeführt werden können.

Abgesehen vom Storymodus lassen sich alle Varianten lokal mit oder gegen bis zu vier Spieler spielen. Im Online-Modus treten Spieler hingegen in Ranglisten-Matches oder Online-Turnieren gegen Gegner aus aller Welt an. Da Nintendo jedoch weiterhin keine dedizierten Server bereitstellt und stattdessen auf eine Peer-to-Peer-Verbindung setzt, hängt die Verbindungsqualität stark von der Internetverbindung des jeweiligen Gegners ab. Das kann zu spürbarem Input-Lag oder sogar zu Verbindungsabbrüchen führen. Dafür ermöglicht die GameShare-Funktion, dass bis zu vier Personen mit nur einem Exemplar des Spiels gemeinsam spielen können. Weitere Teilnehmer können über den drahtlosen lokalen Modus mit ihren eigenen Nintendo Switch 2- oder Nintendo Switch-Konsolen beitreten.

Zusammenfassung

Ähnliche Beiträge

Kommentar abgeben

Secret Link