Ein neues God of War ist normalerweise ein Statement. Große Bilder, große Gefühle, große Wucht. Sons of Sparta geht bewusst einen anderen Weg. Kleiner, reduzierter, experimenteller. Genau darin liegt seine Stärke, aber auch seine Grenze. Erfahrt hier mehr zu Kratos‘ neuem Abenteuer!
Der 2D-Metroidvania-Ansatz wirkt zunächst wie ein Bruch mit der DNA der Reihe. Doch nach den ersten Stunden wird klar, dass das überraschend gut funktioniert. Die Karte ist sinnvoll verschachtelt, neue Fähigkeiten eröffnen frische Wege, und das Backtracking bleibt überschaubar. Die Geschichte wird von Kratos selbst erzählt und handelt von seiner Jugend und der gemeinsamen Zeit mit seinem Bruder Deimos. An sich eine spannende Idee und für Kener der Reihe auch ein neuer Story-Brocken.
Was allerdings fehlt, ist der große erzählerische Sog. Die Story rund um die frühen Jahre in Sparta liefert Hintergrund, bleibt aber dramaturgisch deutlich unter dem Niveau der Hauptreihe. Man erfährt Interessantes, fühlt aber selten wirklich mit.

Solide Kämpfe, aber ohne Gänsehaut
Das Kampfsystem ist präzise und funktional. Kombos gehen gut von der Hand, Spezialfähigkeiten sind sinnvoll eingebunden, und die Bosskämpfe setzen ordentliche Akzente. Hier merkt man, dass man sich spielerisch Mühe gegeben hat.
Es fehlt jedoch die rohe Intensität. Treffer fühlen sich weniger brachial an, Animationen wirken manchmal steif, und die Inszenierung bleibt insgesamt zurückhaltend. Es spielt sich gut, aber nicht spektakulär.
Atmosphäre mit Licht und Schatten
Die Pixel-Optik ist Geschmackssache. Sie passt grundsätzlich zum Fokus auf Gameplay und Exploration, erreicht aber nicht immer die Detailverliebtheit, die man aus hochwertigen Indie-Produktionen kennt. Die Hintergründe wurden jedoch sehr liebevoll gestaltet. Manche Areale wirken stimmungsvoll, andere eher zweckmäßig.
Der Soundtrack unterstützt das Geschehen solide, leider ohne sich nachhaltig ins Gedächtnis zu brennen. Dafür bekommen wir aber eine wunderbare Loka und das sogar in deutscher Sprachausgabe mit unserem Original Kratos, Tobias Brecklinghaus.
Technik
Technisch läuft das Spiel stabil. Die Steuerung reagiert sauber, Framerate-Probleme sind selten. Dennoch wirkt das Gesamtpaket etwas roh, als hätte hier ein kleineres Team mit begrenzten Ressourcen gearbeitet.
Für ein Spin-off ist das absolut vertretbar. Für den Namen „God of War“ sind die Erwartungen naturgemäß allerdings höher. Etwas gewöhnungsbedürftig und nicht unbedingt sehr intuitiv ist die Tastenbelegung.
Zusammenfassung
FAZIT
Sons of Sparta ist kein Fehltritt, aber auch kein Highlight der Reihe. Es ist ein solides Action-Abenteuer mit funktionierendem Gameplay, ordentlichem Leveldesign und interessanten Ansätzen, dem es jedoch an erzählerischer Wucht und inszenatorischer Größe fehlt.
Wer ein kompaktes, spielerisch sauberes Abenteuer im God-of-War-Universum sucht, wird hier fündig. Wer die emotionale und technische Strahlkraft der Hauptteile erwartet, sollte die Erwartungen bewusst etwas herunterschrauben. Gut gemeint, gut gemacht, aber kein neuer Gott auf dem Olymp.
