Du bist der Kapitän! In diesem Fall der Kapitän der U.S.S. Voyager, verantwortlich für alle Aspekte des gigantischen Raumschiffes auf ihren Abenteuern in den Tiefen des Weltalls. Daedalic hilft uns dabei, unsere Sci-Fi Träume mit Star Trek: Voyager – Across the Unknown auf PC oder Konsole wahr werden zu lassen.
Ich persönlich bin zwar eher ein Fan der originalen Star Trek Episoden, aber das 1995-2001 gedrehte Star Trek: Voyager mit insgesamt 172 Episoden hat ebenfalls eine beträchtliche Fangemeinde. Und in diesem Abschnitt des Star Trek Universums spielt das neue Spiel. Star Trek Computerspiele gibt es über die Jahre verteilt recht viele, aber nur wenige davon waren wirkliche Hits. Meine Lieblinge sind immer noch die etwas älteren MS-DOS Point and Click Adventures Star Trek: 25th Anniversary und Star Trek: Judgment Rites oder das Echtzeitstrategie-Spiel Star Trek:Armada, aber das aktuelle Spiel orientiert sich ein wenig mehr an Raumschiffsimulationen wie Bridge Commander, Starfleet Command oder Star Trek Legacy.
Was bietet das neue Star Trek: Voyager – Across the Unknown? Die angekündigte Mischung aus Survival-Spiel mit Raumschiffsimulator klingt ja gut. Auf in den Delta Quadranten!

Entscheidungen über Entscheidungen
Zu Beginn wählt ihr den Schwierigkeitsgrad. Adventure/Survival/Years of Hell stehen zur Auswahl, wobei die Verfügbarkeit von Ressourcen, der Schwierigkeitsgrad der Kämpfe und Missionen sowie das Heimweh eurer Crew davon beeinflusst werden. Ihr übernehmt die Rolle von Captain Kathryn Janeway, die über die Voyager herrscht. Harry Kim, Tom Paris, B’Elanna, Tuvok und andere bekannte Crewmitglieder stehen euch zur Seite, als die Voyager während einer Missionen in den Badlands plötzlich 70.000 Lichtjahre durch das Weltall geschleudert wird und als Wrack im (prozedural generierten) Delta Quadranten wieder auftaucht. Werdet ihr von da jemals wieder zurück in eure Heimat kommen?
Hier beginnt das Spiel – ihr scannt die umliegenden Planeten auf Ressourcen – Deuterium, Duranium, Tritanium für Treibstoff, Reparaturen und Neukonstruktionen, fliegt dort hin und wählt dann aus mehreren Optionen eure Aktion. Sicherer aber mit geringerem Ertrag, riskanter aber mit potentiell höherem Ertrag? Die Wahl liegt bei euch. Die Voyager besteht aus unzähligen Stationen, vom Warpkern-Antrieb über Mannschaftsquartiere, Biolabore, Frachträume, dem Transportraum zum Beamen, Engineering, Krankenstation, Brücke, Schildgenerator, Torpedoraum, Shuttle, Holodeck, Kantine und vieles mehr – ihr entscheidet, welche Räume instandgesetzt oder neu gebaut werden und wie in den einzelnen Stationen gearbeitet wird. Notfallrationen oder volle Mahlzeiten? Was soll erforscht werden? Wo werden eure Bautrupps eingesetzt?
Bei den Missionen außerhalb der Voyager wählt ihr zuerst die (bis zu drei) Crewmitglieder, beamt sie zum Ziel und entscheidet dann aufgrund der Rückmeldungen eurer Crewmitglieder, wie sie vorgehen sollen. Dabei wird euch immer angezeigt, wie hoch das Risiko ist und danach wird das Ergebnis „ausgewürfelt“. Der Fortschritt wird mit Text und kleinen Bildern angezeigt. Nach mehreren Entscheidungen sind die meisten Missionen auch schon wieder vorbei und eure (überlebenden) Crewmitglieder wieder auf der Voyager.
Ihr achtet auf Nahrung, Treibstoff, Batterielevel, die Moral eurer Crew, erforscht neue Technologien und verbessert die (anfangs völlig zerstörte) Voyager immer weiter, während ihr Sektor um Sektor des Delta-Quadranten erforscht, Gegner in hektischen Weltraumgefechten mit Laser und Torpedos bekämpft (ihr gebt die Befehle, eure Crew führt sie in Echtzeit aus) und kleine Teams auf Missionen außerhalb der Voyager schickt. Trefft Borg, Klingonen und weitere Rassen… und hofft, dass das Spiel nicht in eine Soft-Lock Situation gerät, in dem ihr nichts tun könnt als in das Hauptmenü zurückzukehren. Das ist mir während meinem Test leider 2x passiert. Nachdem aber regelmäßig automatisch gespeichert wird, ist das zwar nervend, aber kein Weltuntergang.
Solide Survival/Strategie – aber kein Grafikepos
Grafisch bietet Star Trek: Voyager – Across the Unknown 4K Unterstützung, Menüs im Stil der Serie, gut gemachte Zwischensequenzen… aber keine umwerfenden, kinoreifen Grafiken beim eigentlichen Gameplay. Ihr springt zwischen den von der Seite gezeigten Stationen am Schiff hin und her, kämpft euch durch viele Menüs und erlebt die Missionen außerhalb des Schiffes in Textform und mit einzelnen Grafiken hinterlegt. Die Ergebnisse der Handlungen eurer Crewmitglieder entscheiden sich… nunja, mehr oder weniger ausgewürfelt. Eure Chance auf Erfolg ist deutlich höher, wenn die passenden Voraussetzungen vorliegen, aber entscheiden tut dann trotzdem der Zufallsgenerator. Mit viel Pech sterben euch die – wichtigen – Crewmitglieder rasch weg. Redshirts (das sind die üblichen Todesopfer in den originalen Star Trek Serien) gibt es nicht. Die Story ist abwechslungsreich und komplex – Star Trek: Voyager – Across the Unknown ist ein tolles narratives Spiel, aber kein Grafikepos.
Was mir von Anfang an ebenso gefehlt hat, sind aufwändige Sounds. Ein wenig Serienmelodie, ein paar einfache Soundeffekte, aber keine… Vollvertonung. Ihr müsst unzählige Texte lesen und hört fast keine Sprachausgabe. Nunja, die vielen Texte (vielleicht noch in mehrere Sprachen, und auch noch mit den Originalsprechern…) zu vertonen wäre natürlich eine Mammutaufgabe. Bleiben wir realistisch – die Soundkulisse von Star Trek: Voyager – Across the Unknown ist auch nicht das große Highlight des Spiels. Die Stärken liegen in der komplexen Schiffssimulation und der – nicht linearen – Story – und nicht in der Präsentation.
Die Systemvoraussetzungen am PC betragen 16 GB RAM, dazu eine nicht völlig veraltete CPU (ab Intel i5-8500) und eine Grafikkarte ab NVIDIA GeForce GTX 1060 Niveau. Speicherstände werden in der Cloud abgelegt, ein Controller unterstützt.
Zusammenfassung
FAZIT
Star Trek: Voyager – Across the Unknown ist eine komplexe Schiffssimulation der (zu Beginn fast komplett zerstörten) U.S.S. Voyager. Ihr übernehmt die Rolle des Kapitäns und entscheidet, welche Räume neu eingerichtet werden und wie die (knappen) Ressourcen verwendet werden, während ihr unbekannte Planeten nach Ressourcen absucht und immer wieder kleine Story-Missionen absolviert. Ihr trefft regelmäßig Multiple-Choice Entscheidungen, bei denen euch zuvor die Wahrscheinlichkeit von Erfolg/Misserfolg angezeigt wird. In komplexen Übersichten wird euch der Status eures Raumschiffes gezeigt. Das Spiel ist definitiv nichts für Schönwetterkapitäne und erfordert eine gewisse Einarbeitung, um die Zusammenhänge der vielen Systeme so halbwegs zu verstehen und dementsprechend informierte Entscheidungen zu treffen. Wer daran aber Spaß hat – und das Star Trek Flair mag – für den gibt es derzeit keine bessere Möglichkeit, in die Schuhe von Kathryn Janeway zu schlüpfen und die U.S.S. Voyager durch den Delta Quadranten zu navigieren. Werdet ihr es schaffen, die Voyager wieder sicher zurück nach Hause zu bringen?
