Mit Orbitals erscheint ein Koop-Abenteuer für die Nintendo Switch 2, welches sofort durch seinen markanten Anime-Look auffällt. Ob das Konzept auch spielerisch überzeugt oder vor allem optisch glänzt, zeigt unser Review.
Im Mittelpunkt der Geschichte von Orbitals stehen Maki und Omura. Als Kinder überlebten die beiden eine Katastrophe, durch die ihre Heimat vom Rest des Weltraums abgeschnitten wurde. 15 Jahre später droht erneut Gefahr: Die schützenden Systeme ihrer Kolonie benötigen dringend neue Reaktorkassetten. Also machen sich Maki und Omura mit ihrem Raumschiff auf den Weg jenseits der sogenannten Sturmwand, um die benötigten Komponenten aufzuspüren.
Die Geschichte erfüllt dabei vor allem einen Zweck: Sie schickt das Duo von einer ungewöhnlichen Raumstation zur nächsten und liefert den Rahmen für das eigentliche Herzstück des Spiels: die kooperative Zusammenarbeit zwischen zwei Spielern.

Koop-Action, nicht immer mit viel Anspruch
Orbitals ist konsequent als Zwei-Spieler-Erfahrung konzipiert. Gespielt wird entweder gemeinsam per Split-Screen an einer Konsole, mittels Local GameShare oder online. Dank des kostenlosen Global Friend’s Pass muss beim Online-Koop außerdem nur einer der beiden Spieler die Vollversion besitzen.
Das grundlegende Konzept ist schnell verstanden: Maki und Omura verfügen während der Missionen über unterschiedliche Werkzeuge und müssen ihre Fähigkeiten miteinander kombinieren. Zum Einsatz kommen unter anderem ein Laser, ein Greifhaken und ein Flüssigkeitswerfer. Letzterer dient beispielsweise dazu, überhitzte Flächen abzukühlen und so dem Mitspieler den Weg freizumachen. Der Laser wiederum wird unter anderem genutzt, um Spiegel zu säubern und Laserstrahlen gezielt umzulenken. Hinzu kommen klassische Jump-’n‘-Run-Passagen, kleinere Geschicklichkeitseinlagen, Minispiele und Abschnitte mit dem gemeinsamen Raumschiff.
Die Rätsel bleiben dabei überwiegend zugänglich. Nicht jede Aufgabe verlangt komplexe Absprachen oder großes Kombinationsvermögen. Dazu kommt noch, das in manchen Passagen einen der beiden Spieler kurzzeitig zum Zuschauer wird degradiert wird, während der Partner eine Plattform- oder Rätselsequenz löst. Auch setzen einige der Bosskämpfe stärker auf einfaches Ausweichen und Feuern als auf eine kreative Zusammenarbeit.
Spielbarer Anime
Das eigentliche Highlight von Orbitals ist seine Präsentation. Entwickler Shapefarm setzt nicht einfach auf eine schicke Anime-Optik, sondern inszeniert das Abenteuer konsequent wie eine Science-Fiction-Serie aus vergangenen Jahrzehnten. Handgezeichnet wirkende Zwischensequenzen, bewusst reduzierte Charakteranimationen und eine stimmige Retro-Futurismus-Ästhetik greifen dabei nahtlos ineinander. Besonders gelungen sind die fließenden Übergänge zwischen Filmsequenzen und spielbaren Passagen, bei denen mitunter kaum auffällt, wann die Inszenierung endet und die Kontrolle wieder an die Spieler übergeht. Abgerundet wird das Gesamtbild von einem Soundtrack, der mit Synthesizer- und Gitarren-Klängen an klassische Anime-Intros erinnert. Auch die vollständig deutsche Synchronisation fügt sich mit professionellen Sprecherinnen und Sprechern überzeugend in das Gesamtkonzept ein.
Auch technisch hinterlässt Orbitals einen überzeugenden Eindruck. Sowohl im lokalen Splitscreen als auch im Online-Koop läuft das Abenteuer weitgehend flüssig und ohne auffällige Framerate-Einbrüche. Lediglich beim Online-Spiel können abhängig von der Verbindung kleinere Qualitätseinbußen auftreten. Die präzise Steuerung rundet den insgesamt sehr sauber optimierten Eindruck ab.
Zusammenfassung
FAZIT
Orbitals ist ein charmantes Koop-Abenteuer, das vor allem mit seiner außergewöhnlichen Präsentation punktet. Spielerisch setzt Entwickler Shapefarm auf bewährte Zwei-Spieler-Mechaniken, kombiniert diese aber mit ausreichend Abwechslung, um über die gesamte Kampagne zu unterhalten. Besonders das Zusammenspiel zwischen den beiden Figuren sorgen immer wieder für gelungene Rätsel- und Geschicklichkeitspassagen. Aber nicht jede Aufgabe erreicht dabei dasselbe Niveau, einige Rätsel bleiben recht simpel und auch die Geschichte hätte stellenweise etwas mehr Tiefe vertragen. Dennoch überwiegen die positiven Eindrücke. Wer gemeinsam mit einem Freund oder Partner spielt und Koop-Titel mag, bekommt mit Orbitals ein kurzweiliges, technisch solides und vor allem audiovisuell starkes Abenteuer für die Nintendo Switch 2.
