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Styx: Blades of Greed im Test

Nacon hat für PC und Konsolen einen neuen Teil der Abenteuer des Goblins Styx – Styx: Blades of Greed – veröffentlicht. Wieder müsst ihr als sarkastischer, fieser Goblin durch eine Fantasywelt schleichen und bestimmte Aufgaben erledigen, ohne von den anderen Rassen – vor allem den Menschen der Inquisition –  entdeckt und getötet zu werden.

Das französische Studio Cyanide hat bereits drei Spiele mit Styx herausgebracht. Den Anfang machte 2012 Of Orcs And Men – ein recht witziges Action-Adventure, in dem ihr abwechselnd Styx und einen riesigen Ork gespielt habt. Die Steuerung war noch ein wenig suboptimal, wurde aber für den 2014 erschienenen Nachfolger Styx: Master of Shadows deutlich verbessert. Im 2017 erschienenen Styx: Shards of Darkness wurde die Geschichte von Styx fortgesetzt – technisch gab es hier nicht mehr viel zu bemängeln. Die beiden Styx-Spiele liegen beide bei einer soliden „Very Positive“ Bewertung von ein paar tausend Reviews auf Steam. Sie wurden übrigens auf Epic im Jänner verschenkt – zur Vorbereitung auf den Release von Styx: Blades of Greed.

Styx ist ein Goblin. Ein Goblin, der – im Gegensatz zu seinen Artgenossen – reden kann. Das macht ihn bei den Menschen aber trotzdem nicht beliebter. Goblins werden nämlich generell wie Ungeziefer behandelt – mehr oder weniger. Sie leben versteckt, Menschen versuchen immer wieder einmal, die ganze Rasse auszurotten. Elfen oder Zwerge sind auch nicht unbedingt netter. Also sollte man sich ihnen – im Regelfall – eher fernhalten. Vor allem auch, weil man als kleiner Goblin den meisten Menschen – von den Orks will ich gar nicht reden – körperlich deutlich unterlegen ist. Styx kann durchaus auch einen Gegner im offenen Kampf töten, aber gegen mehrere Feinde wird das schon deutlich schwieriger. Daher macht es Sinn, Menschen lieber aus dem Hinterhalt zu eliminieren. Oder Kämpfe ganz zu vermeiden. Gut trainierte feindliche Soldaten töten Styx mit einem einzigen Treffer.

Styx ist übrigens nicht unbedingt ein großer Sympathieträger. Er ist ein gewiefter und geschickter Dieb, aber er ist auch ein gewissenloser Mörder, wenn ihm jemand im Weg steht. Irgendwie kann ich ihm das aber nicht übel nehmen – so übel wie die Goblins von den anderen Rassen behandelt werden. Seine Kommentare sind jedenfalls gut – zumindest wenn ihr einen schwarzen Humor habt.

Prequel

Die Geschichte von Styx: Blades of Greed spielt zeitlich vor Of Orcs And Men. Also eigentlich spielt sie nach Styx: Shards of Darkness, aber Styx beginnt von seiner Vergangenheit zu erzählen, und geht zeitlich weit zurück, eben vor die Ereignisse von Of Orcs And Men. Ihr werdet recht brutal in die Geschichte geworfen. Gleich zu Beginn müsst ihr durch einen Level klettern – was sich nicht als einfach erweist. Die Steuerung ist nämlich ein wenig gewöhnungsbedürftig. Auch die Kamera ist nicht immer ideal. Da war das Klettern in Assassin’s Creed doch ein wenig komfortabler. Aber gut – wer eine kleine Herausforderung sucht, bekommt sie gleich im Tutorial. Schon bald trefft ihr den versoffenen Kapitän eines Zeppelins – und macht euch dann mit eurem neuen Zeppelin und ein paar… ähm, Freunden… auf die Suche nach einer geheimnisvollen neuen Energiequelle.

Styx muss Gegnern entweder ausweichen oder sie entsorgen. Das Entsorgen funktioniert manchmal mit recht innovativen Methoden – beispielsweise die Halterung des riesigen Kronleuchters lockern, oder einen Gegner, der vor einem Abgrund steht, einen kleinen Stoß geben. Es ergeben sich immer wieder interessante Möglichkeiten – fast wie bei Hitman. Wird Styx entdeckt, flüchtet er aber am besten. Schnell in ein Versteck, schnell eine Wand hoch, schnell in einen Tunnel. Oder durch einen Kamin, nachdem er vorher das Feuer gelöscht hat. Sobald ihr die Steuerung verinnerlicht habt, macht das alles ziemlich Spaß.

Gameplay

Das Gameplay ist ähnlich wie bei den beiden Vorgängern aufgebaut. Styx ist wie eine Ratte, die im Dunkeln herumschleicht und ihre Gegner blitzschnell aufschlitzt. Styx kriecht durch enge Gänge, wo sich Ratten tummeln, aber Menschen nicht freiwillig hinbegeben. Styx schleicht sich von hinten an Gegner heran – und sein Dolch sorgt für den Rest. Oder er springt von oben auf sie herab, den Krummdolch in der Hand… danach versteckt man die Leiche noch im Dunkeln – oder lasst sie einfach liegen. Er versteckt sich (oder die Leichen) in Kisten, Fässern oder Kästen und beobachtet die Umgebung durch Schlitze. Er presst sich an Wände, um nicht so leicht gesehen zu werden. Er rollt blitzschnell von einer Deckung zur nächsten. Wenn möglich macht er das Licht – also die Fackeln oder Kerzen – aus, und die Gegner sehen ihn aus der Entfernung nicht mehr so gut bzw. benötigen länger, um ihn im Halbdunkel überhaupt zu entdecken. Fackeln können aus der Nähe mit der Hand ausgelöscht werden, oder ihr schießt aus der Entfernung mit Sand auf sie. Schleichen, klettern, (doppel)springen, mit Hotspots interagieren, Heiltränke trinken, durch Schlüssellöcher spähen, sich unsichtbar machen, mit Pfeilen schießen, mit Flaschen herumwerfen um Lärm zu machen, mit Säure Leichen auflösen, mit dem Dolch in der Hand kämpfen – Styx hat durchaus ein paar Tricks drauf, um lebend durch das Spiel zu gelangen. Später kommen dann noch einige weitere Fähigkeiten hinzu, von der Hypergeschwindigkeit bis hin zur Gedankenkontrolle von Gegnern. Vorhandene Fähigkeiten können mit diversen Upgrades verbessert werden.  Auch neue Gegenstände sorgen für Abwechslung, wie eine Säurefalle oder eine Pfeiffe. Styx lernt auch die Herstellung von Verbrauchsgegenständen wie Pfeilen oder Fallen. Wenn Styx stirbt, ladet ihr einfach den letzten automatischen oder händisch angelegten Spielstand.

Ich habe versucht, Styx: Blades of Greed auf meinem Lenovo Legion Handheld zu spielen. Während das bei den beiden Vorgängern (die ich mir im Jänner noch einmal reingezogen habe) super geklappt hat, war Styx: Blades of Greed kaum spielbar. Der Handheld ist gnadenlos in die Knie gegangen und das Game war auch auf der niedrigsten Einstellung und trotz aller moderner Optimierungen aufgrund der stark ruckelnden Grafik mehr oder weniger unspielbar. Ich habe das Spiel dann in 4K am Desktop und mit hohen Grafikeinstellungen mit meiner NVIDIA GeForce RTX 5070 gespielt – ruckelfrei, aber fad ist der Karte dabei nicht geworden. Laut Hersteller braucht das Spiel jedenfalls mindestens eine GeForce GTX 1060. Gamepads werden natürlich unterstützt, ebenso Speicherstände in der Cloud.

Zusammenfassung

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