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JBL Quantum 950 Wireless Kopfhörer im Test

SOUND IST SURVIVAL. Mit diesem martialischem Spruch wirbt JBL für ihre neue Quantum-Kopfhörer Serie. Die Zielgruppe für die Kopfhörer ist somit klar definiert – Gamer! Aber klingt das Ding auch gut?

Die Beschreibung auf der Box lautet Wireless Multiplatform Gaming Headset with Adaptive Noise Cancelling,  geeignet für PC, Mac, PlayStation, Nintendo Switch und Mobile – mal sehen, wie gut sich dieses Gerät für das Zocken tatsächlich eignet. Der Kopfhörer sitzt jedenfalls schon einmal sehr angenehm am Kopf. Eine eigene Bügelpolsterung für Tragekomfort, atmungsaktive Ohrpolster mit Memory Foam damit ihr nicht schwitzt, klar gekennzeichnete linke und rechte Ohrmuscheln (nichts ist peinlicher, als bei einer LAN-Party den Kopfhörer verkehrt aufzusetzen…), verstellbare Bügel. Sämtliche relevanten Bedienelemente befinden sich direkt am Kopfhörer – Ein/Aus Schalter, Soundquellen-Auswahl (BT, 2,4 GHzDongle), Lautstärkenregelung, ein eigener Drehregler für die Balance zwischen Chat/Spiel, ein Knopf zur Deaktivierung der aktiven Noise Cancellation (um unerwünschte Hintergrundgeräusche zu reduzieren), ein Knopf um das Mikrofon auszuschalten. Die Einrichtung am PC erfolgt problemlos, anstecken und der Kopfhörer funktioniert. Ihr werdet automatisch zur Installation der Quantum Engine Steuerungssoftware aufgefordert – der Kopfhörer funktioniert grundsätzlich aber auch ohne. Ihr verzichtet dadurch aber auf einige nützliche Einstellungsmöglichkeiten. Egal – zuerst testen wir einmal den Sound! JBL spricht von einem Hi-Res-zertifizierten 50-mm-Neodym-Treiber, der eine von JBL-Audiospezialisten abgestimmte und speziell für Spiele entwickelte Soundkurve liefern soll. Keine Ahnung, was das bedeuten soll, aber das Ergebnis rockt! Der Sound ist klar, ausgewogen und verdammt wuchtig. Stimmen waren klar und verständlich. Auch das Mikrofon hat meine eigene Stimme deutlich wie selten zuvor übertragen (sagen meine Freunde). Ihr habt vier Möglichkeiten der Verbindung, wobei kabellos natürlich am komfortabelsten ist. Hier ist die Latenz technisch bedingt bei Verwendung der 2,4 GHz am geringsten (daher am besten). Ich habe die Kopfhörer aber auch mit Bluetooth am Handy getestet – klingt genauso gut.

Schaut euch einmal die technischen Daten des Gerätes an – da kann kaum ein Mitbewerber mithalten. Viel wichtiger ist jedoch, ob diese tollen Daten am Papier auch tatsächlich relevant für euer tatsächliches Klangerlebnis sind – und da ist mein Eindruck nach vielen Stunden intensiven Zockens am PC bzw an der PlayStation während der letzten 2 Wochen ganz klar – der Klang ist einfach sensationell. Besser geht nicht.

Technische Daten JBL Quantum 950 Wireless Kopfhörer

  • 4 Verbindungsmöglichkeiten: 2,4 Ghz, Bluetooth 5.3, USB oder 3,5 mm Klinkenstecker
  • Frequenzgang: 20 Hz bis 40 kHz
  • Nennimpedanz: 32 Ω
  • Maximaler Schalldruckpegel: 96 dB
  • Treiberempfindlichkeit bei 1 kHz/ 1 mW (dB): 101 dB SPL @1 kHz / 1 mW
  • Frequenzgang des Mikrofons: 100 Hz – 8 kHz
  • Mikrofonempfindlichkeit: -44 dBV/Pa@1 kHz
  • Kabellänge: 1.5 m
  • Gewicht: 400 Gramm
  • Preis (UVP): € 349,99.-

Zubehör

Was ist alles in der Verpackung? Einerseits natürlich der Kopfhörer, aber dazu kommt noch ein wenig Zubehör. Da wäre – ein 150 cm langes, edles lila USB-C auf USB-C Kabel, geflochten. Dazu ein ebenfalls 150 cm langes USB-C auf 3,5 mm Klinkenkabel zum Anschluss des Kopfhörers bei Geräten mit Klinkenstecker. Zusätzlich liegt nochein Kabel zur Kalibrierung des Mikrofons bei. Das Mikrofon selbst ist nicht fest mit dem Kopfhörer verbunden. Es befindet sich auf einem 20 cm langen Mikrofonarm (inklusive abnehmbaren Windschutz-Schaumstoff) und kann jederzeit abgenommen werden, wenn ihr nur Ton empfangen wollt, aber nicht selbst redet.

Soweit noch keine große Überraschung, aber die Basisstation habe ich in dieser Form noch nicht gesehen. Es handelt sich dabei um eine rund 8 cm hohe Einheit mit einem drehbaren Rad oben drauf, mit dem ihr (u.a.) die Lautstärke regeln könnt. Hinten hat die Basistation einen Schlitz, um den Akku aufzuladen. Die Basistation, die mit USB-C an den Rechner angeschlossen wird, dient aber vor allem auch als 2.4 Ghz Dongle. Damit euch nie der Strom ausgeht, befinden sich zwei Akkus (Lithium-ion, 4.2V, 700 mAh) in der Verpackung – ihr könnt also einen Akku in der Basisstation laden, während der andere im Kopfhörer seinen Dienst tut. Wer gerne blinkende Lichter hat, findet die auch unten auf der Basisstation.

Um den Kopfhörer transportieren zu können, liegt ein schwarzer Stoffbeutel bei, der mit einem lila Kordel zugeschnürt werden kann. Zusätzlich ist noch eine Anleitung, eine Garantiekarte und ein Warnzettel mit den verwendeten giftigen Materialien in der Box. Fehlt eigentlich etwas? Nunja, es ist kein USB-A Kabel dabei. Wollt ihr diesen – doch noch extrem verbreiteten Anschluss –  nutzen, benötigt ihr entweder einen Adapter oder ihr müsst euch ein USB-A auf USB-C Kabel besorgen, falls ihr nicht ohnehin eines herumliegen habt. Wie ihr an der Inhaltsliste erkennen könnt, ist der JBL Quantum 950 Wireless modular aufgebaut. Es ist ein Zeichen eines Premium-Designs, wenn ihr das Ding nicht entsorgen müsst, nur weil ein Teil den Geist aufgegeben hat. Neben Akku, Ladekabel und Mikrofon können beim JBL Quantum 950 Wireless auch Ohrpolster und Bügelpolsterung ausgetauscht werden.

Quantum Engine

Die Verbindung des JBL Quantum 950 Wireless mit eurem Rechner erfolgt entweder über 2,4 Ghz (über die Basistation), oder über Bluetooth (Version 5.3), oder auch über das mitgelieferte USB-C Kabel. 3,5 mm Klinke geht auch, auch da ist das Kabel bereits in der Box. Der Akku ist in der rechten Ohrmuschel verborgen, die Abdeckung erfolgt mit einem mit Magnet befestigten Deckel. Hält bombenfest, kann aber auch ganz einfach entfernt werden, wenn ihr an der richtigen Stelle anzieht. Sehr edel. Der Akku wird übrigens auch geladen, wenn ihr den Kopfhörer über USB-Kabel am Rechner betreibt, nicht nur in der Basisstation.

Moderne Kopfhörer können ein wenig mehr als einfach nur einen Ton empfangen oder per Mikrofon aufnehmen. Die detaillierte Steuerung des JBL Quantum 950 Wireless Kopfhörers erfolgt über die Quantum Engine. Mit diesem kleinen Programm (auch als App fürs Handy verfügbar) steuert ihr die Funktionen des Kopfhörers im Detail. Hier könnt ihr auf den Equalizer zugreifen – damit werden spezifische Frequenzbereiche angehoben oder abgesenkt. Damit wird der Klangcharakter geformt, unerwünschte Störfrequenzen entfernt und unterschiedliche Klänge in einer Mischung harmonisch aufeinander abgestimmt. Die App beinhaltet schon eine Vielzahl von Voreinstellungen, darunter für Spiele wie Apex Legends, Counterstrike, Fortnite, Dota 2, Overwatch 2 oder generell Shooter oder Rollenspiele. Eine überaus wichtige Einstellung ist der Regler für Chat/Spiel – hört ihr vor lauter Spielsounds nichts vom Gespräch mit euren Freunden, könnt ihr das hier regeln. Diese Einstellungsmöglichkeit ist essentiell, wenn ihr mit euren Freunden zockt! Noise Cancelling/Ambient Aware könnt ihr über die Quantum Engine ebenso steuern wie die Lautstärke und weitere Funktionen (z.B. DRC) eures Mikrofons. Eine Besonderheit ist die Möglichkeit, den Raumklang über die App zu steuern – ihr könnt den Kopfhörer sogar konfigurieren, dass er eure Kopfbewegungen erkennt (Head Trecking) und ihr daher den Ursprung von Geräuschen besser erkennen könnt. Vor allem bei Shootern ist es wirklich genial, wenn ihr akustisch mitbekommt, aus welcher Richtung auf euch geschossen wird. Von hier kommt auch der Werbespruch – Sound is Survival. Die App zeigt euch den Ladestand des Akkus an, ebenso die aktuelle Lautstärke.

Auch die Basistation kann über die Quantum Engine konfiguriert werden. Legt verschiedene Funktionen auf den Drehregler auf der Basisstation, oder richtet ein, was bei kurzem/langem Druck auf den Drehregler passieren soll. Auch die LED-Leiste unten auf der Basisstation steuert ihr über die App. Neben verschiedenen Leuchteffekten könnt ihr die LED auch ganz abdrehen. Natürlich werden auch Firmware-Updates über die Quantum Engine eingespielt, ebenso dient das Programm zur Steuerung aller anderen JBL Gaming-Produkte.

Hat der JBL Quantum 950 Wireless auch Nachteile? Nein, mir ist während der letzten Woche intensiver Benutzung eigentlich absolut nichts aufgefallen, was mich gestört hat. Soundqualität, Tragekomfort, Einstellungen über die Quantum Engine App – alles Top. Vielleicht die Größe der Basistation (die auch als Akku-Ladegerät und als zusätzliche Möglichkeit zur Lautstärkenregelung dient), die lässt sich nicht so einfach verstecken wie die winzigen USB-C Dongles von anderen Geräten. Oder die Laufzeit der mitgelieferten Akkus – rund 25 Stunden, mit aktiviertem Noise Cancelling sogar noch weniger. Da werben Mitbewerber mit längeren Laufzeiten – aber die haben auch nicht zwei austauschbare Akkus im Lieferumfang, und außerdem ist mir die Klangqualität viel wichtiger als eine ewig lange Laufzeit. Ich spiele zwar intensiv, aber länger als ein paar Stunden am Stück dauert es dann doch selten. Ich finde es toll, dass die Akkus nicht fest verbaut sind. Fest verbaute Akkus sind nämlich eine Garantie dafür, dass ihr Geräte nach ein paar Jahren in den Sondermüll stecken müsst (außer ihr bastelt gerne mit Ersatz-Akku und Lötkolben herum). Natürlich kann ich auch nicht sagen, ob es die speziellen Akkus für die JBL Quantum 950 Wireless Kopfhörer in ein paar Jahren noch zu kaufen gibt, aber zumindest besteht eine realistische Möglichkeit. Irgendwann in ein paar Jahren wird sich vermutlich ohnehin das Kunstleder bei den Ohrmuscheln auflösen, und spätestens dann ist es notwendig, auch diese genialen Kopfhörer zu ersetzen. Wer auf der Suche nach einem absoluten Leichtgewicht ist, wird wohl mit dem JBL Quantum 950 Wireless nicht glücklich – das Gewicht der Kopfhörer ist mit 0,4 kg ein wenig höher als üblich, vergleichbare Kopfhörer sind oft nur zwischen 200 und 300 g schwer. Ach ja – das (abnehmbare) Mikrofon ist starr verbunden, Hochklappen geht nicht.

Gehts auch günstiger?

Der JBL Quantum 950 Wireless Kopfhörer ist das Flaggschiff der Serie – wer auch mit reduziertem Leistungsumfang leben kann, kann sich auch den JBL Quantum 650 (keine Basisstation) oder den JBL Quantum 250 ansehen. Da müsst ihr aber auf aktives Noise-Cancelling oder beim 250 sogar auf die kabellose Verbindung verzichten. Dafür müsst ihr aber auch nicht so tief in eure Geldbörse greifen.

Zusammenfassung

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