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Nioh – Drache des Nordens im Test

Nioh, für mich ein absolut unterschätzter Hit, findet mit seinem ersten von den drei angekündigten DLCs wieder seinen Weg auf meinen Zockerplan. Und auch „Drachen des Nordens“ schafft es, mich weiterhin für dieses Game zu begeistern!

Mein Glaube an die Entwickler Team Ninja ist wieder hergestellt. Nioh ist zwar immer noch nicht beendet, da kommen doch glatt noch zwei weitere DLCs auf uns zu, ich bin aber schon jetzt vollkommen zufrieden mit dem was uns hier geliefert wird!

Willkommen in Tohoku

Als erstes von drei geplanten Addons, führt uns Drache des Nordens in ein neues Gebiet und beginnt dort, wo die Hauptgeschichte aufhörte. William ist jetzt in Konflikt mit einem neuen Feind, Lord Masamune Date verwickelt und hat dabei ein paar seiner alten Kumpel im Schlepptau. Vergleicht man es mit der Souls – Reihe, was man zwar immer noch nicht tun sollte, dann erinnert es mich mehr an „Ringed City“ als an „Old Hunters“, sowohl in Bezug auf Länge und Inhalt. Um genauer zu sein, wir bekommen im Grunde eine neue Mini-Region (Tohoku) mit einer Handvoll Missionen sowie ein paar weiteren Extras.

Ich war sofort beeindruckt von dieser Erweiterung zur Hauptgeschichte. Die schneebedeckten Gipfel von Tono ergänzen die unheimlichen Landschaften und dämonischen Tempel aus der Hauptstory perfekt. Das Layout von Drache des Nordens könnte uns jetzt ganz vertraut sein, aber sein Ansatz bzw. Inhalt ist definitiv Neuland. Zwar gibt es nur ein paar zusätzliche Yokai zu bekämpfen, diese sind aber in einer ordentlichen Weise eingearbeitet, ein Resident Evil -mäßiger Mensch / Dämon Hybrid eingeschlossen sowie ein inhaltliches Gebiet, das in Nioh noch nicht wirklich weit erforscht wurde. Team Ninja hat es ja auch schon in früheren Titeln geschafft überzeugende Re-Skins bestehender Feinde zu erstellen. Eine gute Mischung aus menschlichen und tierischen Bossen rundet das Arsenal an neuen Widersachern für mich perfekt ab.

Mehr Expansion als Addon

Während einige Leute wahrscheinlich nicht von der Idee begeistert sind zuerst die Kampagne beenden zu müssen, stehe ich voll und ganz hinter der Entscheidung die Erzählung fortzusetzen. Es ist zwar nicht so als gebe es in Drache des Nordens große Fortschritte in Bezug auf die Charakterentwicklung, aber es fühlt sich dennoch wie eine natürliche, vorsätzliche Expansion von Nioh an anstatt uns einfach nur das Geld aus der Tasche ziehen zu wollen.

Es gibt sogar ein eigenes Anime-ähnliches Intro und eine kurze Rückblende auf alles bisherigen Geschehnisse. Klingt zwar unwichtig, aber geben wir es doch zu – es geht um diese kleinen Details auf die wir doch Wert legen, wenn wir für einen weiteren Inhalt zur Kasse gebeten werden! Es gibt einen einzigen Kritikpunkt für mich, wenn man ihn überhaupt als solchen gelten lassen darf: Es gibt kein befriedigendes Ende. Wahrscheinlich aber einfach mit der Aussicht darauf, dass der nächste DLC eben genau an diesem Punkt der Geschichte dann wieder ansetzt. Aber kann man einen „Cliffhanger“ wirklich als negativ bezeichnen? Ist doch klar, dass die Entwickler uns den Mund wässrig machen möchten damit wir auch das nächste Addon wieder spielen! Also ich kann nach dem Cliffhanger aller Cliffhanger von The Walking Dead Season 6 auf 7 mittlerweile gut mit solchen Dingen umgehen, mir soll es also recht sein, wenn sowas nun in Spielen auch vorkommt.

Loot, wir wollen LOOT

Was ist noch alles dabei? Ihr bekommt vier neue Wächtergeister für eure Mühen (die ästhetisch ansprechend sind, aber nur wenig hilfreich von der Mechanik), es gibt mehr Kodama zu finden und einiges neues an Loot wartet auf euch. Ein neuer Waffentyp hat es auch ins Spiel geschafft! Odachi-Waffen, riesige Samurai-Schwerter, erweitern nun eure Möglichkeiten der dunklen Schar das Fürchten zu lehren! Zusätzlich zur neuen Schwertkategorie kommen auch eigene Dojo-Herausforderungen und ein eigener Skill Tree für diese Waffen und ihr könnt nun zwei Wächter-Geister ausrüsten und sie im Kampf tauschen. PVP gibt es in Drache des Nordens natürlich auch wieder, hier bleibt aber alles unverändert.

FAZIT

Das einfache „Jump-In and Play“ Design mit dem Weltkarten Setup, ähnlich wie bei Destiny, macht es für mich extrem einfach immer wieder ein wenig Nioh zu suchten, wieder ein paar Level zu steigen und das „New Game+“ zu genießen. Wird das Ganze dann noch um qualitativ guten DLC erweitert, wie bei Drache des Nordens, dann kann mich nichts mehr halten und ich werde nun wieder einige Stunden – wahrscheinlich zu viele – in dieses für mich großartige Meisterwerk aus dem Hause Team Ninja investieren, mit der absoluten Vorfreude auf den nächsten Part der Geschichte!

Ein Gastartikel von A. Wittek

Gesamtwertung: 8.8

Einzelwertungen: Grafik: 10 | Sound: 8 | Handling: 8 | Spieldesign: 8 | Motivation: 10

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