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Plants vs. Zombies Garden Warfare 2 – Test

Wenn nicht das Militär sondern Botaniker und Gärtner die besten Waffen gegen Untote haben, dann spielt ihr vermutlich Plants vs. Zombies. Was als witziges Tower Defense Spielchen begann, würde mit Garden Warfare als waschechter Third-Person-Multiplayer-Shooter sehr erfolgreich fortgesetzt. So erfolgreich, dass wir nun erneut auf Seiten der Zombies Blumen zerpflücken dürfen und umgekehrt.

Mittendrin statt nur dabei, lautet scheinbar das Motto von Plants vs. Zombies Garden Warfare 2, denn statt schnöder Menüs wird unsere Spielfigur nach einem kurzen Gemetzel in einer liebevoll gestalteter Hub-Welt abgesetzt, dem so genannten „Hinterhof-Kampfplatz“.  Dieser ist in drei verschiedene Abschnitte unterteilt: Zwei gegenüberliegenden Basen für Pflanzen und Zombies, sowie einer Kampfzone in der Mitte – dem Hinterhof. Als Spieler kann man sich in zumindest zwei dieser Bereiche frei bewegen – die jeweils gegnerische Basis ist jedoch immer gesperrt. Während man im eigenen Hauptquartier verschiedene Aktivitäten ausführen kann, wie beispielsweise das Individualisieren von Charakteren, Fraktionswechsel,  Statistiken ansehen, Ingame-Shop besuchen oder Spielmodi  auswählen, ist die Kampfzone eigentlich nur ein Spielplatz für den Solo-Spieler. Eine zusammenhängende Geschichte sucht man zwar vergeblich, dass es trotzdem nicht langweilig wird liegt daran, weil es neben diversen Mini-Spielchen mit Zomboss und Deppie Dave zwei NPC’s gibt, die den Spieler mit diversen Missionen versorgen. Diese gewinnen zwar keinen Innovationspreis und halten sich an das 08/15-Standard-Schema für solche Aufträge, sind aber relativ abwechslungsreich und sorgen für Kurzweil.

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Angriff der „Krauts“

So toll der neue Hinterhof-Kampfplatz im Einzelspieler auch ist, so wertfrei ist er für das eigentliche Herzstück von Plants vs. Zombies Garden Warfare 2, dem Multiplayer-Modus. Es existieren zwar mit Garten- bzw. Friedhofskommando auch erneut 4-Spieler-Co-Op Modi die in der Kampfzone ausgetragen werden können, bei denen gilt es aber lediglich mehrere Gegnerwellen abzuwehren. Das ist auf PlayStation 4 und Xbox One dank lokalem Split-Screen sogar einigermaßen spaßig, in der PC-Version geht das nur per online Verbindung und verliert relativ schnell an Reiz. Die eigentlichen Multiplayerspiele erreicht man über das jeweilige Portal in der Basis und werden auf rund zwölf eigenen Mehrspieler-Maps ausgetragen. Bis zu 24 Spieler können dabei in den altbekannten Spielmodi wie Team-Deathmatch, Gartenzwergbombe und Abschuss gegeneinander antreten. Mit “Krautangriff” gibt es sogar eine neue Spielvariante. Hierbei  müssen die Zombies nacheinander bis zu fünf Flaggenpunkte gegen die Angriffe der Pflanzen halten. Die spielbaren Charakterklassen wurde auf insgesamt 14 aufgestockt. Hinzugekommen ist unter anderem Rosie, eine aktuell noch etwas zu mächtige Zauberin, die Entwickler Pop-Cap derzeit noch vor massive Balancing Probleme stellt.

Münzen, Sterne und Erfahrung

Das motivierende an Plants vs. Zombies Garden Warfare 2 ist, dass man in allen Spielmodi mit  Münzen, Sternen  und Erfahrungspunkten belohnt wird. Mit diesen können dann im Ingame-Shop Charaktere freigeschalten, verbessert  oder mit diversen Kostümen und Ausrüstungsgegenständen ausgestattet werden. Wem die notwendigen Münzen fehlen, der kann sich diese wie schon im Vorgänger auch per Echtgeld mittels Mikrotransaktionen organisieren. Spielerisch bringen diese zwar keine Vorteile, man kann aber dafür schneller auf sämtliche der rund 100 spielbaren Pflanzen und Zombies zugreifen. Technisch ist alles im grünen, oder besser gesagt im knallbunten Bereich.  Die liebevoll detaillierte Hub-Welt, die abwechslungsreichen Multiplayer-Maps und das witzige Charakterdesign der einzelnen Spielfiguren, all das sorgt für eine entspannte, aber in den richtigen Momenten dann doch actiongeladene Atmosphäre, welche von der entsprechenden Soundkulisse perfekt ergänzt wird. Wir haben übrigens die PC-Version von Plants vs. Zombies Garden Warfare 2 gespielt, die gibt es nur auf EA’s hauseigener Vertriebsplattform Origin. Außerdem wird eine permanente Internetverbindung vorausgesetzt, auch im Single-Player-Modus. Offline kann man das Spiel erst gar nicht starten und wird während des Zockens die Verbindung zum Server unterbrochen, landet man unweigerlich im Hauptmenü.

FAZIT

Wenn EA Mikrotransaktionen bei einem Vollpreis-Spiel einführen will, dann ist mir das zumindest im Fall von Plants vs. Zombies Garden Warfare 2 ziemlich egal, denn nur die Dummen,… ähhm ich meine natürlich nur die Ungeduldigen werden für etwas Echtgeld ausgeben, das man auch freispielen kann. Vor allem dann, wenn das Belohnungsystem so motivieren umgesetzt wurde, wie in diesem Spiel. Was mich aber ärgert ist die “Always-On”-Politik. Ja stimmt schon, auch Garden Warfare 2 hat den Fokus auf dem Multiplayer und ja, ich bin eigentlich sowieso fast immer online, aber wenn ich mich auf einer Solo-Mission befinde und ich aus dem Spiel geworfen werde weil die Verbindung zum EA-Server unterbrochen wurde, finde ich das nicht nett! Blende ich diesen Kritikpunkt aber aus, gehört Plants vs. Zombies Garden Warfare 2 für mich persönlich zu den besten und vor allem witzigsten Multiplayer-Shootern der letzten Zeit. Egal ob Optik, Umfang und taktischer Tiefgang – hier passt einfach alles zusammen. Wenn jetzt noch am Balancing der einzelnen Einheiten gefeilt wird, gibt es eine uneingeschränkte Empfehlung von mir.

Gesamtwertung: 8.8

Einzelwertungen: Grafik: 10 | Sound: 8 | Handling: 8 | Spieldesign: 8 | Motivation: 10

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